Das Wichtigste auf einen Blick
- Gegenüber Juli sank der Umsatz real um 1,3 Prozent, nominal um 1,2 Prozent.
- Hotels und Beherbergung liegen real nur 0,4 Prozent unter dem Vorjahr, nominal 4,0 Prozent darüber.
- Getränke werden weiterhin mit 19 Prozent besteuert.
- Im Februar arbeiteten 1.070.700 Menschen sozialversicherungspflichtig im Gastgewerbe, 44,7 Prozent mit ausländischer Staatsangehörigkeit.
Das deutsche Gastgewerbe hat im August 2026 real 4,2 Prozent weniger umgesetzt als ein Jahr zuvor, nominal aber 2,7 Prozent mehr. Das zeigen vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamts. In der Gastronomie ist das reale Minus mit 5,4 Prozent größer. Die Betriebe nehmen also mehr Geld ein, verkaufen aber weniger. Das geschieht, obwohl seit dem 1. Januar 2026 nur noch 7 statt 19 Prozent Umsatzsteuer auf Speisen anfallen. Für das kommende Jahr steigt außerdem der Mindestlohn auf 14,60 Euro.
Umsatz im Gastgewerbe, August 2026
| Bereich | Real zum Vorjahr | Nominal zum Vorjahr | Real zum Juli |
|---|---|---|---|
| Gastgewerbe gesamt | minus 4,2 Prozent | plus 2,7 Prozent | minus 1,3 Prozent |
| Gastronomie | minus 5,4 Prozent | plus 2,4 Prozent | minus 1,8 Prozent |
| Hotels und Beherbergung | minus 0,4 Prozent | plus 4,0 Prozent | plus 0,4 Prozent |
Quelle: Statistisches Bundesamt, vorläufig, nach Tageskarte vom 20.10.2026
Was real und nominal hier bedeuten
Nominal ist das, was in der Kasse landet. Real rechnet die Preissteigerung heraus und zeigt damit näherungsweise, wie viel Leistung verkauft wurde. Der Abstand von fast sieben Punkten im Gastgewerbe heißt: Der Umsatz wächst vor allem wegen höherer Preise. Es kommen weniger Gäste oder sie bestellen weniger.
Für einen Wirt ist das der Unterschied zwischen einem vollen Haus und einem teuren leeren. Der Blick auf den Kassenbon allein kann täuschen: Bei steigenden Kosten für Personal und Ware kann ein nominales Plus trotzdem ein Minus beim Gewinn bedeuten.
Mehrwertsteuer in der Gastronomie: Was seit 2026 gilt
Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Restaurant- und Verpflegungsleistungen dauerhaft der ermäßigte Satz von 7 Prozent. Das gilt nur für Speisen. Getränke bleiben bei 19 Prozent. Auf einer Rechnung stehen also oft zwei Sätze, das muss auch die Kasse richtig abbilden.
Ob die Senkung an die Gäste weitergegeben wurde, geht aus der Umsatzstatistik nicht hervor. Der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA hatte sie als überlebenswichtig bezeichnet. Ob sie reicht, ist offen: Im ersten Quartal 2026 lag der reale Umsatz laut Verband noch 19,7 Prozent unter 2019, nominal 12,7 Prozent darüber.
So rechnet sich der neue Steuersatz
| Bruttopreis auf der Karte | Netto bei 19 Prozent | Netto bei 7 Prozent | Mehr für den Betrieb, wenn der Preis bleibt |
|---|---|---|---|
| 15,00 Euro | 12,61 Euro | 14,02 Euro | 1,41 Euro |
| 25,00 Euro | 21,01 Euro | 23,36 Euro | 2,35 Euro |
Quelle: Eigene Rechnung für Speisen. Beispiel, keine Aussage über tatsächliche Preise.
Personalkosten: Das kommt 2027
Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2027 von 13,90 auf 14,60 Euro, die Minijob-Grenze von 603 auf 633 Euro. Für Beschäftigte im Rentenalter gibt es die Aktivrente, mit der laut Tageskarte bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei hinzuverdient werden können. Minijobs und Selbstständige sind ausgenommen.
Im Februar 2026 gab es 1.070.700 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Gastgewerbe, 0,5 Prozent weniger als im Februar 2020. 44,7 Prozent haben eine ausländische Staatsangehörigkeit. Das zeigt, wie stark die Branche von Zuwanderung abhängt.
Personal und Kosten sind auch die Leitthemen der Internorga 2027.
Was Gastronomen jetzt prüfen sollten
Achtung
Kalkulation
Rechnen Sie jedes Gericht einmal mit Mindestlohn 14,60 Euro durch. Sonst überrascht die Marge im Januar.
Gut zu wissen
Kasse
Prüfen Sie, ob Speisen und Getränke richtig getrennt versteuert werden, auch bei Menüs und Pauschalen. Im Zweifel fragen Sie Ihr Steuerbüro.
Gut zu wissen
Minijobs
Passen Sie Verträge und Stunden an die Grenze von 633 Euro an.
Gut zu wissen
Getränke
Getränke bleiben bei 19 Prozent. Das kann bei der Preisgestaltung eine Rolle spielen.
Einordnung
Die Mehrwertsteuersenkung hat den realen Rückgang nicht gestoppt. Das heißt nicht, dass sie wirkungslos war, ohne sie könnte die Lage schlechter sein. Das lässt sich aus diesen Zahlen nicht beantworten. Klar ist: Die Gäste halten sich zurück, und im Januar kommen höhere Lohnkosten dazu. Die Werte sind vorläufig und werden oft korrigiert, der Juli wurde gerade von 1,5 auf 1,9 Prozent Plus nach oben geändert.
Häufige Fragen
Wie stark ist der Umsatz im Gastgewerbe gesunken?
Im August 2026 real um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in der Gastronomie um 5,4 Prozent. Nominal gab es ein Plus von 2,7 Prozent, es kommt vor allem von höheren Preisen.
Wie hoch ist die Mehrwertsteuer in der Gastronomie 2026?
Auf Speisen gelten seit dem 1. Januar 2026 dauerhaft 7 Prozent. Getränke werden weiterhin mit 19 Prozent besteuert.
Wie hoch ist der Mindestlohn in der Gastronomie 2027?
Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro je Stunde. Die Minijob-Grenze liegt dann bei 633 Euro im Monat.
Quellen
- Tageskarte: Gastgewerbe im August, 20.10.2026
- Tageskarte: Gastgewerbe 2026, das müssen Betriebe wissen
- DEHOGA Zahlenspiegel 1. Quartal 2026
- Volksstimme (dpa): Minijob, das ändert sich 2027
Stand: 6. November 2026. Redaktion Premiumpresse. Der Abschnitt „Einordnung“ ist eine Einschätzung der Redaktion. Der Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung.


