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Nachrichten aus Wirtschaft und Mittelstand

Einzelhandel im September: Umsatz sinkt real um 2,0 Prozent zum Vormonat

Stand 6. November 2026 Handel Mit KI erstellt

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Zum Vormonat: real minus 2,0 Prozent, nominal minus 1,5 Prozent.
  • Zum Vorjahresmonat: real minus 2,3 Prozent, nominal plus 1,2 Prozent.
  • Internet- und Versandhandel: real plus 4,4 Prozent zum Vorjahr, aber minus 2,2 Prozent zum August.
  • Tankstellen zeigen den Preiseffekt am deutlichsten: real minus 9,3 Prozent, nominal plus 16,2 Prozent zum Vorjahr.
  • Das Bundesamt hat die Stichprobe umgestellt, deshalb können Werte seit Januar 2026 noch revidiert werden.

Der deutsche Einzelhandel hat im September 2026 preisbereinigt 2,0 Prozent weniger umgesetzt als im August und 2,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das zeigen vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamts. In Euro gerechnet liegen die Händler mit 1,2 Prozent zwar über dem Vorjahr, verkauft wird aber weniger Ware. Einziger Bereich mit realem Zuwachs zum Vorjahr ist der Internet- und Versandhandel.

Einkaufsstraße in einer deutschen Stadt an einem Herbsttag
Symbolbild, mit KI erzeugt.

Alle Bereiche im Vergleich

Veränderung im September 2026 in Prozent, kalender- und saisonbereinigt. Real bedeutet preisbereinigt, nominal ohne Preisbereinigung.

BereichVormonat realVormonat nominalVorjahr realVorjahr nominal
Einzelhandel gesamt-2,0-1,5-2,3+1,2
Lebensmittel-1,4-1,1-1,1-0,5
Nicht-Lebensmittel-2,4-1,9-2,8+1,7
Internet- und Versandhandel-2,2-2,0+4,4+5,7
Tankstellen-3,4+2,1-9,3+16,2

Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 02.11.2026; vorläufige Werte

Veränderung zum Vorjahresmonat, real

Quelle: Statistisches Bundesamt, 02.11.2026

Warum nominal und real so weit auseinanderliegen

Nominal misst, wie viel Geld in den Kassen landet, real rechnet die Preissteigerung heraus. Der Abstand zeigt daher, wie viel des Umsatzes allein auf höhere Preise zurückgeht. Im gesamten Einzelhandel beträgt er zum Vorjahr 3,5 Prozentpunkte. Bei den Tankstellen ist er extrem: Ihr Umsatz in Euro liegt 16,2 Prozent über dem Vorjahr, der preisbereinigte 9,3 Prozent darunter. Das Bundesamt weist darauf hin, dass im Tankstellenumsatz auch die Shop-Verkäufe enthalten sind.

Hintergrund sind vor allem die Energiepreise. In Deutschland lag die Inflation im Oktober laut tagesschau.de bei 2,8 Prozent, gedämpft durch den Tankrabatt, im Euroraum bei 4,0 Prozent. Der Tankrabatt endet laut ACV Automobil-Club Verkehr am 31. Dezember 2026.

Lebensmittel und übriges Sortiment: Wo es hakt

Auffällig ist der Lebensmittelhandel. Er liegt zum Vorjahr real wie nominal im Minus, obwohl hier normalerweise wenig gespart werden kann. Der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln gibt real 2,8 Prozent nach, legt nominal aber um 1,7 Prozent zu. Eine weitere Aufschlüsselung nach Sortimenten enthält die Mitteilung nicht.

Der Rückgang folgt allerdings auf einen starken August. Dort hatte der Umsatz nach Revision real um 1,2 Prozent zugelegt. Ein Teil des September-Minus dürfte also Gegenbewegung sein, weshalb einzelne Monate nur begrenzt aussagekräftig sind.

Reallohn gestiegen, Umsatz gesunken: Wie passt das zusammen?

Die Löhne geben den Rückgang nicht ohne Weiteres her. Im zweiten Quartal 2026 lagen die Reallöhne laut Statistischem Bundesamt 1,5 Prozent über dem Vorjahresquartal. Die Nominallöhne stiegen um 4,1 Prozent, die Verbraucherpreise um 2,5 Prozent. Die Zahlen für das dritte Quartal, also auch für den September, liegen noch nicht vor.

Warum das Plus nicht in den Geschäften ankommt, lässt sich aus diesen Daten nicht ablesen. Sie beschreiben ein anderes Quartal, und Löhne sagen nichts darüber, ob Menschen das Geld ausgeben oder zurücklegen. Bis die neuen Zahlen vorliegen, bleibt das offen.

Konsumklima: Warum die Kauflaune schwach bleibt

Das Konsumklima von NIM und GfK sinkt für November 2026 leicht auf minus 30,8 Punkte, nach minus 30,6 im Vormonat. Vor einem Jahr stand es noch bei minus 22,5 Punkten. Der Wert misst die Stimmung der Verbraucher, nicht ihre Ausgaben, passt aber zum schwachen Umsatz.

TeilindikatorStand Oktober 2026Bedeutung
Einkommenserwartungminus 15,7 PunkteDie Befragten rechnen eher mit weniger Kaufkraft
Anschaffungsneigungminus 11,9 PunkteGrößere Käufe werden aufgeschoben
Sparneigung17,2 Punktegefallen um 4,3 Punkte, aber weiter hoch

Quelle: NIM und GfK, wiedergegeben von retail-news.de, 28.10.2026

Inflation in Deutschland aktuell: 2,8 Prozent im Oktober

Nach der ersten Schätzung des Statistischen Bundesamts lag die Inflationsrate im Oktober 2026 bei 2,8 Prozent, nach 3,3 Prozent im September. So hoch wie im September war die Teuerung zuletzt im Dezember 2023. Ohne Nahrungsmittel und Energie waren es im Oktober 2,1 Prozent. Die endgültigen Zahlen erscheinen am 11. November. Für den Handel heißt das: Die Teuerung lässt etwas nach, der September bleibt aber der Monat, in dem hohe Preise und schwacher Absatz zusammenkamen.

Onlinehandel wächst weiter, nur nicht im September

Der Internet- und Versandhandel bleibt der einzige Bereich mit realem Plus zum Vorjahr. Zum Vormonat verlor aber auch er 2,2 Prozent. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte schon zu Jahresbeginn erwartet, dass Online mit nominal 4,4 Prozent auf 96,3 Milliarden Euro deutlich stärker wächst als der stationäre Handel.

Zugleich verschärfen sich die Regeln für einen Teil der Onlinekonkurrenz: Seit dem 1. November gilt für Sendungen aus Nicht-EU-Ländern eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr von zwei Euro je Warenkategorie. In den Zahlen für September ist das noch nicht enthalten.

Temu, Shein und die neuen Gebühren

Für den stationären Handel und europäische Onlineanbieter verschiebt sich damit der Wettbewerb. Zur Zollgebühr von drei Euro je Paket und Warengruppe, die im Juli eingeführt wurde, kommen seit November zwei Euro Bearbeitungsgebühr je Warenkategorie. Zahlen müssen Onlinehändler oder Importeure, der HDE nennt Shein, Temu und AliExpress als besonders betroffen.

Der Verband erwartet, dass die Gebühr teilweise über höhere Preise bei den Kundinnen und Kunden landet. Die Zahl der Kleinsendungen aus China in die EU ist laut HDE, der sich auf den französischen Zoll beruft, schon nach der ersten Gebühr um 30 bis 40 Prozent gesunken. Das ist die Angabe eines Verbands, der sich jahrelang für diese Gebühren eingesetzt hat.

Weihnachtsgeschäft 2026: Was die Zahlen erwarten lassen

Eine aktuelle Prognose des HDE für das Weihnachtsgeschäft 2026 liegt uns noch nicht vor. Wir tragen sie nach, sobald sie erschienen ist, und nennen bis dahin keine eigene Zahl. Einen Anhaltspunkt liefert nur die Stimmung vom Jahresbeginn: 49 Prozent der befragten Händler rechneten mit Umsätzen unter dem Vorjahr.

Drei Dinge entscheiden aus unserer Sicht über das Jahresende: ob die Preise weiter schneller steigen als die Mengen, wie viel vom Reallohnplus in den Geschäften ankommt und ob die neuen Paketgebühren Bestellungen zu europäischen Anbietern verlagern. Der Tankrabatt läuft dagegen noch bis Silvester und entlastet die Haushalte über das gesamte Weihnachtsgeschäft.

Wie der Handel selbst das Jahr einschätzt

Der HDE veröffentlichte seine Jahresprognose zu Jahresbeginn 2026. Ein neuerer Stand liegt uns nicht vor.

KennzahlWert
Erwarteter Umsatz 2026697,4 Milliarden Euro
Erwartetes Plus nominal2 Prozent
Erwartetes Plus real0,5 Prozent
Händler, die mit Umsätzen unter Vorjahr rechnen49 Prozent
Händler, die eine Steigerung erwarten23 Prozent
Beschäftigte im Einzelhandel3,1 Millionen

Quelle: HDE, berichtet von Lebensmittelpraxis; Umfrage unter knapp 600 Unternehmen

So rechnen Händler den eigenen Umsatz real

Unsere Beispielrechnung mit den Werten des gesamten Einzelhandels. Sie zeigt, warum ein Plus in Euro ein Minus bei der Ware sein kann.

SchrittWert
Umsatz September 2025100.000 Euro
Umsatz September 2026, nominal plus 1,2 Prozent101.200 Euro
Preisbereinigt, real minus 2,3 Prozent97.700 Euro in Vorjahrespreisen
Rechnerisch weniger verkaufte WareGegenwert von 2.300 Euro

Quelle: Eigene Rechnung auf Basis des Statistischen Bundesamts, 02.11.2026

Was Händler daraus ableiten können

Gut zu wissen

Real rechnen

Ein nominales Plus unter der Preissteigerung im eigenen Sortiment heißt: weniger Stück verkauft. Für die Einkaufsplanung zählt die Menge, nicht der Euro-Betrag.

Achtung

Vorsicht bei Monatsvergleichen

Wegen der neuen Stichprobe können Werte seit Januar 2026 noch revidiert werden. Für Entscheidungen taugt der Mehrmonatsblick besser als ein einzelner Wert.

Gut zu wissen

Vergleichsgröße Online

Wer stationär und online verkauft, sollte beide Kanäle getrennt bewerten. Das reale Plus im Onlinehandel steht einem Minus in allen anderen Bereichen gegenüber.

Einordnung

Für das Weihnachtsgeschäft ist der September kein gutes Signal, aber auch kein Beleg für einen Einbruch. Die Monatszahl enthält eine Gegenbewegung zum August, und die Stichprobe wurde gerade umgestellt. Belastbarer ist die Richtung: Die Kundschaft gibt mehr aus und bekommt weniger dafür, und der Onlinehandel gewinnt weiter Anteile. Wie stark das Jahresende ausfällt, dürfte auch davon abhängen, wie sich die Preise an den Tankstellen nach dem Ende des Tankrabatts entwickeln.

Häufige Fragen

Wie stark ist der Einzelhandelsumsatz im September 2026 gesunken?

Gegenüber August sank er real um 2,0 Prozent und nominal um 1,5 Prozent. Gegenüber September 2025 sank er real um 2,3 Prozent, nominal stieg er um 1,2 Prozent. Die Werte sind vorläufig.

Was ist der Unterschied zwischen real und nominal?

Nominal ist der Umsatz in Euro ohne Preisbereinigung. Real rechnet die Preisentwicklung heraus und zeigt damit eher, wie viel tatsächlich verkauft wurde.

Welcher Bereich steht am besten da?

Der Internet- und Versandhandel liegt als einziger Bereich real über dem Vorjahr, mit plus 4,4 Prozent. Zum Vormonat August verlor allerdings auch er 2,2 Prozent.

Wie wird das Weihnachtsgeschäft 2026?

Eine aktuelle HDE-Prognose lag uns bei Redaktionsschluss nicht vor. Der September gibt kein gutes Signal, ist wegen der Gegenbewegung zum starken August aber nur begrenzt aussagekräftig.

Sind die Reallöhne 2026 gestiegen?

Ja. Im zweiten Quartal 2026 lagen sie laut Statistischem Bundesamt 1,5 Prozent über dem Vorjahresquartal, bei 4,1 Prozent höheren Nominallöhnen und 2,5 Prozent höheren Preisen. Zahlen für das dritte Quartal liegen noch nicht vor.

Quellen

Stand: 6. November 2026. Redaktion Premiumpresse. Dieser Beitrag wurde mit KI auf Grundlage der genannten Quellen erstellt, der Abschnitt „Einordnung“ ist eine Einschätzung der Redaktion. Er ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung.

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