Das Wichtigste auf einen Blick
- Im Juni lag der Umsatz real 5,1 Prozent unter dem Vorjahr, nominal 2,3 Prozent darüber.
- Gegenüber Mai sank er im Juni real um 1,2 Prozent.
- Gegenüber 2019 ergab sich im ersten Quartal ein reales Minus von 19,7 Prozent, laut DEHOGA.
- Im August verringerte sich der Abstand der Hotels zum Vorjahr auf real minus 0,4 Prozent.
Das Gastgewerbe in Deutschland hat im ersten Halbjahr 2026 real 5,2 Prozent weniger umgesetzt als ein Jahr zuvor, nominal aber 2,1 Prozent mehr. Das zeigen vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamts. Die Gastronomie verlor real 5,7 Prozent, Hotels und andere Beherbergungsbetriebe 3,2 Prozent. Die Steuer auf Speisen ist seit Januar von 19 auf 7 Prozent gesunken, trotzdem geht weniger über den Tresen. Wer Monatszahlen liest, sollte vorsichtig sein: Destatis korrigierte den Mai gerade von minus 2,0 auf minus 0,2 Prozent.
Halbjahresbilanz nach Bereich
| Bereich | Real, 1. Halbjahr | Nominal, 1. Halbjahr | Real im Juni zum Vorjahr |
|---|---|---|---|
| Gastgewerbe gesamt | minus 5,2 Prozent | plus 2,1 Prozent | minus 5,1 Prozent |
| Gastronomie | minus 5,7 Prozent | plus 2,2 Prozent | minus 5,1 Prozent |
| Hotels und Beherbergung | minus 3,2 Prozent | plus 2,0 Prozent | minus 4,9 Prozent |
Quelle: Statistisches Bundesamt, vorläufig, nach Tageskarte
Warum die Lücke zwischen real und nominal so groß ist
Rund sieben Punkte liegen zwischen dem preisbereinigten und dem nicht bereinigten Wert. Die Betriebe haben also höhere Preise, verkaufen aber weniger Leistung. Die Statistik sagt nichts darüber, ob es weniger Gäste sind oder ob sie weniger bestellen. Sie sagt auch nichts über den Gewinn: Steigen Löhne und Wareneinsatz schneller als die Einnahmen, schrumpft die Marge trotz nominalem Plus.
Über mehrere Jahre ist das Bild noch deutlicher. Laut Zahlenspiegel des DEHOGA lag der reale Umsatz im ersten Quartal 2026 um 19,7 Prozent unter dem Wert von 2019, nominal um 12,7 Prozent darüber. Das Gastgewerbe hat die Verluste aus der Pandemie-Zeit also nicht aufgeholt.
Warum Hotels besser dastehen als Restaurants
Hotels verlieren real weniger als die Gastronomie. Der Zahlenspiegel nennt für das erste Quartal 86,6 Millionen Übernachtungen, 2,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, und eine mittlere Zimmerauslastung von 51,3 Prozent in größeren Häusern. Auch die Auslandsgäste fehlen noch: Ihre Übernachtungen lagen 11,6 Prozent unter dem Vergleichswert.
Im August war der Abstand der Hotels zum Vorjahr auf real minus 0,4 Prozent geschrumpft, die Gastronomie lag bei minus 5,4 Prozent. Ein Monat allein ist keine Trendwende. Der Unterschied zeigt aber: Wer verreist, zahlt das Bett, und spart beim Essen gehen eher.
Mehrwertsteuer: Hilft die Senkung auf 7 Prozent?
Seit dem 1. Januar 2026 gelten auf Speisen dauerhaft 7 Prozent, Getränke bleiben bei 19 Prozent. Das sollte den Betrieben Luft verschaffen. Ob das Geld in niedrigeren Preisen oder in der Kasse angekommen ist, lässt sich aus der Umsatzstatistik nicht ablesen, denn dort sind weder Gewinne noch einzelne Preise zu sehen.
Eine Umfrage des DEHOGA Bayern aus dem Sommer 2025, also vor der Senkung, zeigte die Erwartung: Über 86 Prozent der Befragten rechneten mit einer Stabilisierung ihrer Lage. Ob das eintritt, lässt sich erst mit Bilanzen beurteilen. Der Verband hat naturgemäß ein Interesse an dieser Steuer, und seine Umfragen sind keine amtliche Statistik.
Vorläufige Zahlen: Warum sie oft korrigiert werden
Das Bundesamt veröffentlicht schnell und korrigiert später. Der Rückgang im Mai wurde von real minus 2,0 auf minus 0,2 Prozent geändert, nominal von minus 2,1 auf minus 0,1 Prozent. Auch der Juli wurde später nach oben angepasst. Für die Planung im Betrieb gilt deshalb: Einzelne Monatswerte sind ein grober Hinweis, nicht mehr. Aussagekräftiger ist das Halbjahr.
Was Betriebe jetzt tun können
Gut zu wissen
Preise
Prüfen Sie, wo Preiserhöhungen Gäste kosten. Ein günstiges Mittagsgericht kann mehr bringen als das nächste Plus auf der Abendkarte.
Gut zu wissen
Kosten
Zum Januar 2027 steigt der Mindestlohn auf 14,60 Euro. Rechnen Sie das schon jetzt in die Kalkulation ein.
Gut zu wissen
Auslastung
Hotels mit Restaurant können Zusatzumsatz aus schwachen Zeiten holen, etwa durch Veranstaltungen oder Mittagstisch für die Umgebung.
Einordnung
Die Branche nimmt mehr ein und verkauft weniger, und das sechs Monate nach einer großen Steuersenkung. Daraus lässt sich nicht schließen, dass die Senkung nichts gebracht hat, denn ohne sie hätte die Lage auch schlechter sein können. Unsere Quelle ist ein Fachportal, das die Daten des Bundesamts wiedergibt. Neuere Monatszahlen stehen in unserem Beitrag zum August, eine Auswertung der Gewinne fehlt bisher.
Häufige Fragen
Wie stark ist der Umsatz im Gastgewerbe 2026 gesunken?
Im ersten Halbjahr real um 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nominal gab es ein Plus von 2,1 Prozent. Die Gastronomie verlor real 5,7 Prozent, die Hotels 3,2 Prozent.
Warum ist der nominale Umsatz höher als der reale?
Nominal zeigt die Einnahmen in Euro, real rechnet die Preissteigerung heraus. Der Abstand bedeutet, dass die Preise gestiegen sind, die verkaufte Leistung aber gesunken ist.
Liegt das Gastgewerbe noch unter 2019?
Ja. Laut DEHOGA lag der reale Umsatz im ersten Quartal 2026 um 19,7 Prozent unter 2019, nominal um 12,7 Prozent darüber.
Quellen
- Tageskarte: Gastgewerbe verliert im ersten Halbjahr
- Tageskarte: Gastgewerbe im August, 20.10.2026
- DEHOGA Zahlenspiegel 1. Quartal 2026
- Tageskarte: Umfrage bayerisches Gastgewerbe
Stand: 6. November 2026. Redaktion Premiumpresse. Dieser Beitrag wurde mit KI auf Grundlage der genannten Quellen erstellt, der Abschnitt „Einordnung“ ist eine Einschätzung der Redaktion. Er ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung.


