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Nachrichten aus Wirtschaft und Mittelstand

Hamburger Hafen im ersten Halbjahr 2026: 3,1 Prozent weniger Umschlag und was dahintersteckt

Stand 6. November 2026 Logistik

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Massengut sank insgesamt um 1,1 Prozent auf 15,9 Millionen Tonnen, flüssiges Massengut um 14 Prozent.
  • Mit Singapur, Finnland, Indien und Marokko nahm der Handel zu, mit den USA, China und Großbritannien ab.
  • Beim konventionellen Stückgut gab es ein Minus von 5 Prozent auf 535.000 Tonnen, vor allem wegen weniger Stahlexporten.
  • Wilhelmshaven legte im selben Zeitraum beim Container um 36 Prozent zu, von einem viel niedrigeren Niveau aus.

Der Hamburger Hafen hat im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 56,1 Millionen Tonnen umgeschlagen, 3,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Containerumschlag fiel um 3,8 Prozent auf 4,0 Millionen Standardcontainer (TEU). Als Gründe nennt die Hafenbehörde die laufende Modernisierung der HHLA-Terminals, die zeitweise Kapazität kostete, und den Iran-Krieg, der die Einfuhr von Mineralölprodukten drückte. Besonders stark ging der Containerverkehr mit den USA zurück, um 13,5 Prozent.

Containerterminal mit Kränen und Schiff an einem Fluss
Symbolbild, mit KI erzeugt.

Hamburger Hafen: Die Halbjahreszahlen

BereichMengeVeränderung
Gesamtumschlag56,1 Millionen Tonnenminus 3,1 Prozent
Container in TEU4,0 Millionenminus 3,8 Prozent
Container nach Gewichtkeine Angabe in der Quelleminus 4,0 Prozent
Massengut gesamt15,9 Millionen Tonnenminus 1,1 Prozent
davon flüssiges Massengutkeine Angabe in der Quelleminus 14,0 Prozent
davon trockenes Massengutkeine Angabe in der Quelleplus 4,2 Prozent
Konventionelles Stückgut535.000 Tonnenminus 5,0 Prozent

Quelle: Hamburg Port Authority, nach TRANSPORT, 27.08.2026

Warum der Umschlag in Hamburg sinkt

Die Hafenbehörde nennt zwei Hauptgründe. Erstens die Modernisierung der HHLA-Terminals. Sie soll künftig eine effizientere Abfertigung ermöglichen, führte im zweiten Quartal aber zu reduzierter Kapazität. Das ist also teilweise eine selbst gewählte Pause mit Blick auf später. Zweitens die Energiemärkte: Der Iran-Krieg drückte ab April die Einfuhr von Mineralölprodukten und den Umschlag von Biodiesel.

Die witterungsbedingten Einbußen vom Januar waren bis Ende März weitgehend aufgeholt. Hinter dem Minus steckt aber auch eine allgemeine Schwäche: Das Marktumfeld bleibt laut Hafen herausfordernd, und die Stahlexporte waren geringer. Deutliche Zuwächse beim Erzimport und beim Getreideexport wirkten dem entgegen.

Containerverkehr nach Handelspartnern, Veränderung zum Vorjahr

Quelle: Hamburg Port Authority, nach TRANSPORT. China und Großbritannien ebenfalls im Minus, ohne Prozentangabe in unserer Quelle.

USA, China und der Rest: Wie sich der Handel verschiebt

Der Rückgang im USA-Verkehr um 13,5 Prozent fällt am stärksten auf. Das ist kein reines Hamburger Phänomen: Auch der Hafen Antwerpen-Brügge meldet bei beladenen Containern aus den USA ein Minus von 10,4 Prozent und bei den Ausfuhren in die USA ein Minus von 16,5 Prozent. Zuwächse gibt es dagegen mit Singapur, Finnland, Indien und Marokko. Sie reichen aber nicht, um die großen Rückgänge auszugleichen.

Für Spediteure und Verlader bedeutet das, dass sich Routen und Bündelungen ändern können. Ob dieser Trend anhält, lässt sich aus einem Halbjahr nicht ablesen. Er hängt an Zöllen, Nachfrage und der Lage im Nahen Osten.

Wie die Industrie gerade dasteht, zeigt der Auftragseingang im September.

Hamburg im Vergleich zu anderen Häfen

HafenGesamtumschlag 1. Halbjahr 2026Container
Rotterdam212 Millionen Tonnen, plus 0,4 Prozentminus 0,1 Prozent in TEU
Antwerpen-Brügge133,9 Millionen Tonnen, minus 2,4 Prozentminus 1,5 Prozent in TEU
Hamburg56,1 Millionen Tonnen, minus 3,1 Prozent4,0 Millionen TEU, minus 3,8 Prozent
Algecirasmehr als 50 Millionen Tonnen, minus 1,6 Prozent2,4 Millionen TEU, plus 3 Prozent
Wilhelmshavenrund 20,6 Millionen Tonnen, plus 14 Prozentmehr als 898.000 TEU, plus 36 Prozent

Quelle: trans.info, 26.08.2026, nach Angaben der Häfen

Was ist eine TEU?

TEU steht für Twenty-foot Equivalent Unit, die Einheit für einen Standardcontainer von 20 Fuß Länge. Ein 40-Fuß-Container zählt als zwei TEU. Mit dieser Einheit lassen sich Häfen und Schiffe vergleichen. Weil auch leere Container mitzählen, sagt die Zahl allein noch nichts über den Warenwert. Deshalb melden die Häfen zusätzlich das Gewicht in Tonnen. In Hamburg ging das Containergewicht mit minus 4,0 Prozent etwas stärker zurück als die TEU-Zahl.

Welche Rolle spielt die Modernisierung?

Die HHLA-Terminals werden umgebaut, das schränkt vorübergehend den Betrieb ein. Das erklärt laut Hafenbehörde einen Teil des Minus. Wie groß dieser Teil ist, nennt sie nicht. Auch wann die volle Kapazität wieder zur Verfügung steht, sagt unsere Quelle nicht. Wilhelmshaven profitierte im gleichen Zeitraum vom Wachstum. Ob Ladung dauerhaft dorthin wandert, lässt sich aus den vorliegenden Zahlen nicht sagen. Die Angaben für Bremerhaven lagen zum Zeitpunkt des Vergleichs noch nicht vor.

Was Verlader und Logistiker prüfen sollten

Gut zu wissen

Routen

Bei USA-Verkehren lohnt ein Blick auf Abfahrten und Frachtraten. Ein Rückgang kann die Auslastung und damit die Angebote ändern.

Gut zu wissen

Abfertigung

Fragen Sie Ihren Spediteur, wie sich der Terminalumbau konkret auf Ihre Sendungen auswirkt, etwa auf Zeitfenster.

Gut zu wissen

Alternativen

Prüfen Sie, ob Wilhelmshaven oder Bremerhaven für einzelne Relationen eine sinnvolle Ausweichmöglichkeit sind. Die Hinterlandanbindung entscheidet oft mehr als der Hafen.

Gut zu wissen

Niedrigwasser

Der ZDH nannte im Spätsommer Niedrigwasser auf deutschen Flüssen als Risiko für den Transport. Wer auf Binnenschiffe setzt, sollte Reserven einplanen.

Einordnung

Hamburg bleibt Deutschlands größter Seehafen, verliert aber gegenüber Rotterdam und in einem Moment, in dem es selbst umbaut. Das Minus ist deshalb nur teilweise ein Warnsignal. Dass ausgerechnet der USA-Handel so stark nachgibt, ist der interessantere Befund, und er betrifft auch andere Häfen. Die Zahlen stammen von der Hafenbehörde und sind vom August. Neuere Quartalszahlen lagen uns nicht vor. Das Jahresergebnis wird zeigen, ob sich die Lücke nach dem Umbau schließt.

Häufige Fragen

Wie viel hat der Hamburger Hafen 2026 umgeschlagen?

Im ersten Halbjahr 2026 waren es 56,1 Millionen Tonnen, 3,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Containerumschlag lag bei 4,0 Millionen TEU, minus 3,8 Prozent.

Warum sinkt der Umschlag im Hamburger Hafen?

Die Hafenbehörde nennt die Modernisierung der HHLA-Terminals und den Iran-Krieg, der die Einfuhr von Mineralölprodukten drückte. Auch der Handel mit den USA, China und Großbritannien ging zurück.

Was ist der größte Hafen in Europa?

Unter den hier verglichenen Häfen ist es Rotterdam mit 212 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2026. Es folgt Antwerpen-Brügge mit 133,9 Millionen Tonnen. Hamburg kommt auf 56,1 Millionen Tonnen.

Was bedeutet TEU?

TEU steht für Twenty-foot Equivalent Unit, also einen Standardcontainer von 20 Fuß Länge. Ein 40-Fuß-Container zählt als zwei TEU.

Quellen

Stand: 6. November 2026. Redaktion Premiumpresse. Der Abschnitt „Einordnung“ ist eine Einschätzung der Redaktion. Der Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung.

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