Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Automobilindustrie legte um 10,5 Prozent zu, nach schwachen Sommermonaten wegen Produktionsumstellungen und Werksferien.
- Der Maschinenbau kam auf plus 8,3 Prozent, unterstützt von einem Großauftrag bei Motoren und Turbinen.
- Inlandsaufträge stiegen um 6,6 Prozent, Auslandsaufträge um 2,8 Prozent.
- Der reale Umsatz der Industrie stieg nur um 0,2 Prozent zum Vormonat.
Die deutsche Industrie hat im September 2026 preisbereinigt 4,4 Prozent mehr Aufträge erhalten als im August, teilt das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Zahlen mit. Ohne Großaufträge sind es 5,1 Prozent, zum Vorjahresmonat 3,3 Prozent. Das klingt nach Aufschwung, folgt aber auf einen Einbruch um 10,1 Prozent im August. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich lag das dritte Quartal nur 0,2 Prozent über dem zweiten.
Auftragseingang September 2026 im Überblick
| Bereich | Veränderung zum Vormonat |
|---|---|
| Verarbeitendes Gewerbe gesamt | plus 4,4 Prozent |
| Ohne Großaufträge | plus 5,1 Prozent |
| Investitionsgüter | plus 5,3 Prozent |
| Vorleistungsgüter | plus 0,5 Prozent |
| Konsumgüter | plus 14,4 Prozent |
| Inland | plus 6,6 Prozent |
| Ausland | plus 2,8 Prozent |
| davon Eurozone | plus 4,5 Prozent |
| davon außerhalb der Eurozone | plus 1,6 Prozent |
Quelle: Statistisches Bundesamt, 05.11.2026, real, saison- und kalenderbereinigt, vorläufig
Welche Branchen die Zahl bewegen
Quelle: Statistisches Bundesamt, 05.11.2026
Warum das Plus weniger bedeutet, als es klingt
Der August war mit minus 10,1 Prozent ein ungewöhnlich schwacher Monat, der erste Wert lag sogar bei minus 10,6 Prozent. Ein Plus von 4,4 Prozent holt davon nur einen Teil auf. Einzelne Monate schwanken stark, schon weil wenige große Aufträge die Zahl bewegen.
Deshalb nennt das Bundesamt den Dreimonatsvergleich. Hier steht das dritte Quartal 0,2 Prozent über dem zweiten, ohne Großaufträge 0,1 Prozent. Das ist fast Stillstand. Beim Vorjahresvergleich dagegen liegt die Industrie mit plus 3,3 Prozent etwas besser, ein Punkt, den man nicht unterschlagen sollte.
Autos, Maschinen, Fahrzeugbau: Woher die Zuwächse kommen
In der Automobilindustrie hatten Aufträge und Produktion in den beiden Vormonaten unter anderem wegen Produktionsumstellungen und Werksferien niedrig gelegen. Das Plus von 10,5 Prozent ist also auch ein Nachholen. Im Maschinenbau trug ein Großauftrag bei Maschinenverbrennungsmotoren und Turbinen zum Plus von 8,3 Prozent bei. Der Sonstige Fahrzeugbau mit Flugzeugen, Schiffen, Zügen und Militärfahrzeugen verlor dagegen 10,4 Prozent.
Beim Blick auf den Zuwachs von 14,4 Prozent bei Konsumgütern ist Vorsicht angebracht. Die Quelle nennt dazu keinen Grund, und einzelne Monate können täuschen.
Was sagt der Auftragseingang aus?
Der Auftragseingang misst, wie viele neue Bestellungen in ausgewählten Branchen der Industrie eingehen. Er gilt als früher Hinweis, weil Aufträge meist vor der Produktion kommen. Er ist aber nicht das Gleiche wie die Produktion oder der Umsatz. Der reale Umsatz stieg im September nur um 0,2 Prozent zum Vormonat und lag 2,0 Prozent über dem Vorjahr.
Das Bundesamt rät, Vergleichszeiträume zu beachten: Der saisonbereinigte Vormonatsvergleich zeigt die kurzfristige Entwicklung, der kalenderbereinigte Vorjahresvergleich eher das Niveau.
Was Betriebe daraus ableiten können
Gut zu wissen
Zulieferer
Ein gutes Monatsplus bei den Abnehmern ist noch kein Signal für feste Kapazitäten. Schauen Sie auf die eigenen Abrufe über drei Monate.
Gut zu wissen
Maschinenbau
Der Zuwachs hängt an einem Großauftrag. Der Branchenverband zeichnete zuletzt ein zurückhaltendes Bild, siehe unsere Beiträge zur Stimmung und zum Stellenabbau.
Einordnung
Die Schlagzeile klingt besser als der Befund. Das Plus holt einen Teil des August-Einbruchs auf, über drei Monate ist die Lage nahezu unverändert. Von einer Trendwende lässt sich daraus nicht sprechen. Immerhin ist die Industrie gegenüber dem Vorjahr nicht zurückgefallen. Mehr sagen die nächsten Monate, wenn der Nachholeffekt aus den Werksferien wegfällt.
Häufige Fragen
Wie stark ist der Auftragseingang im September 2026 gestiegen?
Um 4,4 Prozent gegenüber August, preisbereinigt sowie saison- und kalenderbereinigt. Ohne Großaufträge waren es 5,1 Prozent, zum Vorjahresmonat 3,3 Prozent. Die Werte sind vorläufig.
Ist das eine Trendwende für die Industrie?
Eher nicht. Im August waren die Aufträge um 10,1 Prozent gefallen. Im Dreimonatsvergleich lag das dritte Quartal nur 0,2 Prozent über dem zweiten.
Was sagt der Auftragseingang aus?
Er misst neue Bestellungen in ausgewählten Industriezweigen und gilt als früher Hinweis auf die Produktion. Einzelne Monate schwanken stark, deshalb ist der Dreimonatsvergleich aussagekräftiger.
Quellen
Stand: 6. November 2026. Redaktion Premiumpresse. Dieser Beitrag wurde mit KI auf Grundlage der genannten Quellen erstellt, der Abschnitt „Einordnung“ ist eine Einschätzung der Redaktion. Er ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung.


