Zum Inhalt springen
Premiumpresse

Nachrichten aus Wirtschaft und Mittelstand

Maschinenbau: Aufträge im August fünf Prozent unter Vorjahr, Inland schrumpft weiter

Stand 6. November 2026 Maschinenbau Mit KI erstellt

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus Nicht-Euro-Ländern kamen im August 5 Prozent weniger Aufträge.
  • Das Jahresplus beruht laut VDMA auch auf einem schwachen Vorjahr und Großaufträgen im März und Juni.
  • Die Inlandsaufträge schrumpfen nach Worten von Chefvolkswirt Gernandt von Monat zu Monat.
  • Im September meldete das Statistische Bundesamt für den Maschinenbau ein Plus von 8,3 Prozent zum Vormonat, unterstützt von einem Großauftrag.

Der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau ist im August 2026 real um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken. Aus dem Inland kamen 2 Prozent weniger Bestellungen, aus dem Ausland 6 Prozent weniger, aus den Euro-Ländern sogar 10 Prozent. Der Branchenverband VDMA spricht von einem leichten Dämpfer und verweist darauf, dass im Gegensatz zum Vorjahr Großanlagen fehlten. Von Januar bis August steht ein Plus von 4 Prozent, im Dreimonatsvergleich ein Plus von 7 Prozent. Beides sieht besser aus, als es ist.

Großes Zahnrad auf einer schweren Fräsmaschine in einer Werkhalle
Symbolbild, mit KI erzeugt.

Auftragseingang Maschinenbau, real zum Vorjahr

BereichAugust 2026
Gesamtminus 5 Prozent
Inlandminus 2 Prozent
Auslandminus 6 Prozent
Euro-Partnerländerminus 10 Prozent
Nicht-Euro-Länderminus 5 Prozent
Januar bis August gesamtplus 4 Prozent
Juni bis August gesamtplus 7 Prozent

Quelle: VDMA, nach Produktion, 05.10.2026

Warum der Monatswert täuschen kann

Einzelne Großanlagen können einen Monat stark verändern. VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt weist darauf hin, dass es im August dieses Jahres im Gegensatz zum Vorjahr keine Großanlagen-Bestellungen gab. Nach zwei Monaten mit Wachstum sei das Ergebnis ein leichter Dämpfer. Deshalb lohnt der Blick auf längere Zeiträume: Von Juni bis August lag das Plus bei 7 Prozent.

Allerdings gilt das auch umgekehrt. Das Plus von 4 Prozent über acht Monate beruht laut Gernandt auf einem schwachen Vorjahr und auf März und Juni mit vielen Großaufträgen. Es fehle an einer neuen Investitionsdynamik, die auf einen dauerhaften Aufschwung hindeuten würde.

Was der Auftragseingang über die Zukunft sagt

Der Auftragseingang zeigt, was Betriebe in den nächsten Monaten zu tun haben, und gilt deshalb als früher Hinweis. Im Maschinenbau dauert es aber oft lange vom Auftrag bis zur Auslieferung. Mit einem Großauftrag ist ein Betrieb womöglich lange ausgelastet, während Kleinere leer ausgehen. Ein Durchschnitt bildet das nicht ab.

Hinzu kommt der Unterschied zwischen Aufträgen und Produktion: In den ersten sieben Monaten stiegen die preisbereinigten Aufträge um 5 Prozent, während die Produktion um 4,1 Prozent sank. Der Verband rechnet für 2026 mit minus 2 Prozent und erst für 2027 mit einem Plus.

Sorgenkind Inland

Das eigentliche Problem sieht der VDMA im Inland. Die Aufträge aus Deutschland schrumpften von Monat zu Monat, sagt Gernandt. Das zeige, wie angeschlagen der Standort sei. Die Verbandsforderung nach Reformen ist bekannt, aber die Zahl dahinter ist belegt: Während die Bestellungen aus Nicht-Euro-Ländern in den ersten sieben Monaten um 14 Prozent stiegen, fehlt zu Hause der Schwung.

Für Betriebe mit vielen deutschen Kunden ist das die relevante Nachricht. Eine Erholung auf dem Papier nützt wenig, wenn sie in den USA oder Asien stattfindet und man dort nicht vertreten ist.

August und September im Vergleich: Zwei Statistiken

Das Statistische Bundesamt meldete für September im Maschinenbau ein Plus von 8,3 Prozent gegenüber dem Vormonat, unterstützt von einem Großauftrag bei Motoren und Turbinen. Der VDMA misst seine Werte zum Vorjahr, das Bundesamt rechnet saisonbereinigt zum Vormonat. Beide Zahlen sind also nicht direkt vergleichbar, zeigen aber dasselbe Muster: Einzelne große Aufträge bewegen die Statistik stark.

Was Betriebe beachten sollten

Gut zu wissen

Vertrieb

Prüfen Sie, wie groß der Anteil von Euro-Ländern in Ihrem Bestand ist. Dort war das Minus im August am stärksten.

Gut zu wissen

Planung

Planen Sie nicht mit dem Jahresplus. Nehmen Sie Ihre eigenen Eingänge der letzten sechs Monate als Maßstab und rechnen Sie Großaufträge heraus.

Gut zu wissen

Finanzierung

Lange Lieferzeiten binden Geld. Klären Sie Anzahlungen und Bürgschaften, bevor Sie einen großen Auftrag annehmen.

Einordnung

Ein Monat allein sagt wenig, das betont auch der Verband. Das Gesamtbild bleibt aber dünn: Das Plus über das Jahr ist zum Teil Rechnerei gegen ein schwaches 2025 und hängt an wenigen Großaufträgen. Wer im deutschen Mittelstand verkauft, merkt davon wenig. Bis die Inlandsaufträge steigen, sollte man von Erholung vorsichtig sprechen. Die Zahlen sind vorläufige Angaben eines Branchenverbands.

Häufige Fragen

Wie stark sind die Aufträge im Maschinenbau gesunken?

Im August 2026 um real 5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Aus dem Inland kamen 2 Prozent weniger, aus den Euro-Ländern 10 Prozent weniger Bestellungen.

Warum ist das Jahresplus nicht so gut, wie es aussieht?

Laut VDMA beruht das Plus von 4 Prozent auf einem schwachen Vorjahr und vielen Großaufträgen im März und Juni. Es fehle eine neue Investitionsdynamik.

Was bedeutet real beim Auftragseingang?

Real heißt preisbereinigt. Die Zahl zeigt also die Veränderung ohne den Effekt gestiegener Preise.

Quellen

Stand: 6. November 2026. Redaktion Premiumpresse. Dieser Beitrag wurde mit KI auf Grundlage der genannten Quellen erstellt, der Abschnitt „Einordnung“ ist eine Einschätzung der Redaktion. Er ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung.

Das könnte Sie auch interessieren