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Nachrichten aus Wirtschaft und Mittelstand

Bauabfälle: Verwertungsquote steigt auf 90,9 Prozent, und was das für Bauschutt bedeutet

Stand 6. November 2026 Bauwirtschaft

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus den Abfällen entstanden 64,3 Millionen Tonnen Recycling-Baustoffe, das deckt 13,2 Prozent des Bedarfs an Gesteinskörnungen.
  • Es ist die erste Erhebung nach der 2023 in Kraft getretenen Mantelverordnung.
  • Die Initiative hält eine Verdoppelung der Ersatzquote, wie sie die Kreislaufstrategie des Bundes vorsieht, für praktisch nicht umsetzbar.
  • Für Bauherren gilt: Reiner mineralischer Schutt kostet grob 30 bis 90 Euro je Tonne, gemischter ein Vielfaches.

Die deutsche Bauwirtschaft hat 2024 mehr als neun Zehntel ihrer mineralischen Abfälle verwertet. Von 175,2 Millionen Tonnen ungefährlicher Bau- und Abbruchabfälle wurden 159,2 Millionen Tonnen umweltverträglich genutzt, die Quote stieg von 90,4 auf 90,9 Prozent. Das zeigt der 15. Monitoringbericht der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau auf Basis amtlicher Daten. Die Menge sank um 15,7 Prozent, vor allem weil weniger gebaut und abgerissen wurde. Mehr Recycling im Gesamtbedarf heißt das nicht.

Radlader auf einem Recyclinghof mit Haufen aus Betonbruch
Symbolbild, mit KI erzeugt.

Die Zahlen des Monitoringberichts

Kennzahl20242022
Mineralische Bauabfälle175,2 Millionen Tonnen207,9 Millionen Tonnen
Verwertet159,2 Millionen Tonnenkeine Angabe
Verwertungsquote90,9 Prozent90,4 Prozent
Quote körnige Fraktionen95,1 Prozentkeine Angabe
Quote Boden und Steine87,8 Prozentkeine Angabe
Recycling-Baustoffe64,3 Millionen Tonnenkeine Angabe
Bedarf Gesteinskörnungen486,1 Millionen Tonnenkeine Angabe
Ersatzquote13,2 Prozent, mit Nebenprodukten 17,5 Prozentkeine Angabe

Quelle: Initiative Kreislaufwirtschaft Bau, 15. Monitoringbericht, Datenbasis 2024

Warum weniger Abfall keine reine Erfolgsmeldung ist

Die Menge sank gegenüber 2022 um 32,7 Millionen Tonnen. Sprecher Berthold Schäfer erklärt das mit der schwachen Baukonjunktur: Das Abbruchmaterial folge den rückläufigen Bauinvestitionen. Steigen sie wieder, steigen Abfall und Bedarf gleichermaßen. Die Ersatzquote bleibe deshalb konstant.

Beim Einsatz gibt es Licht und Schatten. Asphalt und Beton nahmen 4 Prozent mehr Recycling-Baustoffe auf als 2022. Aus dem Tiefbau entstehen rund 17 Prozent mehr Recycling-Baustoffe als 2012, aus dem Hochbau 10 Prozent weniger. Die nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie sieht eine Verdoppelung der Ersatzquote vor. Das lasse sich in diesem Bereich praktisch nicht umsetzen, sagt Schäfer. Das ist die Sicht der Branche, die Initiative ist ein Zusammenschluss von Baustoffindustrie, Bau- und Entsorgungswirtschaft.

Wie es einem der großen Baustoffkonzerne geht, zeigen die Zahlen von Heidelberg Materials.

Ersatzbaustoffverordnung: Was sie regelt

Die Ersatzbaustoffverordnung gehört zur Mantelverordnung und gilt seit 2023. Sie legt fest, welche Anforderungen mineralische Ersatzbaustoffe bei Herstellung und Inverkehrbringen erfüllen müssen und wie sie in technische Bauwerke eingebaut werden dürfen. Der Bericht ist die erste Erhebung auf dieser Grundlage. Einen Einfluss auf die Verwertung sieht die Initiative bisher nicht. Die schwache Konjunktur könne mögliche Effekte überlagern. Von der geplanten Novelle verspricht sie sich Vereinfachungen.

Für asbesthaltige Abfälle gelten eigene Regeln, mehr dazu im Beitrag zur Genehmigungspflicht bei Asbest.

Bauschutt entsorgen: Was wohin gehört

Eine Tonne reinen Bauschutts kostet laut Ratgeber je nach Region und Annahmestelle grob 30 bis 90 Euro. Gemischter Bauabfall kann ein Vielfaches kosten. Die genauen Gebühren legt der örtliche Entsorger fest.

MaterialEinordnungHinweis
Beton, Ziegel, Mörtel, Putz, Estrich, Fliesen, Keramik, Naturstein, Kiesreiner Bauschuttrecycelbar, günstigster Weg
Holz, Gipskarton, Porenbeton, Dämmwolle, Glas, Metall, Kunststoff, Tapete, Folie, Bitumennicht in den Bauschuttmacht daraus teuren Baumischabfall
Erdaushubeigene Abfallartgetrennt halten
Asbesthaltige Platten, alte Mineralwolle, teerhaltige Dachpappegefährlicher Abfallnicht in den normalen Schutt, gesondert anmelden

Quelle: Bürgerservice-Ratgeber, Bauschutt entsorgen

So entsorgen Sie Bauschutt je nach Menge

  1. Ein paar EimerWertstoffhof. Dort wird meist nach Eimer, Sack oder Gewicht abgerechnet, die Annahme ist oft begrenzt. Fragen Sie vorher nach.
  2. Um einen KubikmeterBig Bag: ein Gewebesack, den Anbieter oder Wertstoffhof annehmen. Beachten Sie das maximale Gewicht.
  3. Ab etwa einem KubikmeterContainer oder Direktanlieferung auf der Deponie. Nur reinen Bauschutt einfüllen, sonst wird ein Aufpreis fällig.
  4. Bei AltbauVor dem Abbruch prüfen, ob Asbest im Spiel sein kann. Das geht vor jeder Entsorgung.

Einordnung

Die Quote von über 90 Prozent klingt beeindruckend und ist auch ein Erfolg. Sie sagt aber wenig darüber, wofür verwertet wird, und Recycling-Baustoffe decken nur gut jede achte Tonne des Bedarfs. Die Zahlen stammen von der Branche, stützen sich aber auf amtliche Daten. Wer selbst baut, profitiert am meisten vom Trennen auf der eigenen Baustelle.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Verwertungsquote bei Bauabfällen?

2024 lag sie bei 90,9 Prozent. Von 175,2 Millionen Tonnen mineralischen Abfällen wurden 159,2 Millionen Tonnen verwertet. Das zeigt der 15. Monitoringbericht der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau.

Was kostet es, Bauschutt zu entsorgen?

Eine Tonne reinen Bauschutts kostet je nach Region und Annahmestelle grob 30 bis 90 Euro. Gemischter Bauabfall kann ein Vielfaches kosten. Die Gebühren legt der örtliche Entsorger fest.

Was darf nicht in den Bauschutt?

Unter anderem Holz, Gipskarton, Porenbeton, Dämmwolle, Glas, Metall, Kunststoff, Tapete, Bitumen und Asbest. Auch Erdaushub ist eine eigene Abfallart.

Was regelt die Ersatzbaustoffverordnung?

Sie legt Anforderungen an Herstellung, Inverkehrbringen und Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe in technische Bauwerke fest. Sie gilt seit 2023 als Teil der Mantelverordnung.

Quellen

Stand: 6. November 2026. Redaktion Premiumpresse. Der Abschnitt „Einordnung“ ist eine Einschätzung der Redaktion. Der Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung.

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