Das Wichtigste auf einen Blick
- Geprüft werden Aufstiege, Haltegriffe, Geländer und der sichere Weg zum hochgelegenen Arbeitsplatz.
- Vereiste oder stark verschmutzte Aufstiege und Standflächen müssen vor dem Betreten gereinigt werden.
- Möglichst alle Arbeitsschritte sollen vom Boden aus geplant werden.
- Technische und kollektive Schutzmaßnahmen haben Vorrang vor persönlichen Lösungen.
Baubetriebe müssen sich in der Woche vom 9. bis 13. November 2026 auf Kontrollen einstellen. Aufsichtspersonen der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft prüfen, ob Beschäftigte an Fahrzeugen und Laderampen ausreichend gegen Absturz geschützt sind, und beraten zugleich. Im Blick stehen Lkw-Ladeflächen, das Be- und Entladen, das Aufstellen von Containern, Kranen und Spezialtiefbaumaschinen sowie Wartungsarbeiten. Es ist die dritte bundesweite Aktionswoche im Experimentierjahr der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie zum Thema Absturz.
Was die BG BAU in der Aktionswoche prüft
Im Fokus stehen Arbeiten auf Lkw-Ladeflächen sowie das Be- und Entladen von Material und Maschinen. Dazu kommen die Montage und das Aufstellen von Baucontainern, Kranen und Spezialtiefbaumaschinen und die Wartung von Fahrzeugen und Baumaschinen.
Präventionsleiter Björn Kass sagt: Schutz vor Absturz beginne nicht erst in großer Höhe. Auch auf Ladeflächen seien sichere Zugänge, geeignete Arbeitsplätze und gut geplante Abläufe entscheidend.
Absturzsicherung: Ab welcher Höhe gilt die Pflicht?
Nach der Arbeitsstättenverordnung besteht eine Gefährdung durch Absturz ab mehr als einem Meter Höhe. Viele nennen zwei Meter, das ist aber nur ein Teil der Wahrheit: Die Technische Regel ASR A2.1 verwendet zwei Meter auch für den Abstand zur Absturzkante, ab dem ein Bereich als gefährdet gilt, und das wird leicht verwechselt. Für Ihren Betrieb entscheidend ist die Gefährdungsbeurteilung, denn auch bei geringer Höhe können Untergrund, Nässe oder Art der Arbeit eine Sicherung verlangen.
Genau deshalb passt die Ladefläche so gut in diese Aktionswoche. Der Sturz von einem Lkw geschieht aus einer Höhe, die harmlos wirkt. Abstürze gehören laut einem Fachbeitrag des Forum Verlags zu den häufigsten Ursachen schwerer und tödlicher Arbeitsunfälle.
Checkliste: Darauf achten die Aufsichtspersonen
Premiumpresse
Checkliste: Darauf achten die Aufsichtspersonen
https://www.premiumpresse.de/bg-bau-prueft-absturzgefahren-fahrzeuge-rampen/ · Stand 6. November 2026
Aufstiege und Standflächen
Baumaschinen
Organisation
Dient der Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.
Was in die Gefährdungsbeurteilung gehört
Vor jeder Schutzmaßnahme steht die Gefährdungsbeurteilung. Sie muss das Zusammenspiel mehrerer Punkte berücksichtigen, nicht allein die Höhe.
| Faktor | Beispiel auf der Baustelle |
|---|---|
| Absturzhöhe | Ladefläche, Container, Maschinenaufstieg |
| Abstand zur Kante | Arbeiten am Rand einer Ladefläche |
| Art und Dauer der Tätigkeit | kurzes Anschlagen oder stundenlange Montage |
| Standfläche | Neigung, Nässe, Eis, Schmutz |
| Aufprallfläche | Beton, Stahlteile, herumliegendes Material |
| Umgebung | Wetter, Licht, Vibrationen |
| Person | körperliche und psychische Voraussetzungen |
Quelle: Forum Verlag, Fachbeitrag Absturzsicherung; Beispiele eigene Ergänzung
Welche Vorschriften gelten?
Das Thema verteilt sich auf mehrere Regelwerke. Die Arbeitsstättenverordnung fordert im Anhang eine Absturzsicherung dort, wo Arbeitsplätze und Verkehrswege absturzgefährdet sind, und enthält eigene Vorgaben für Baustellen. Die ASR A2.1 konkretisiert das. Die Betriebssicherheitsverordnung und die TRBS 2121 gelten, wenn der Arbeitsplatz Teil eines Arbeitsmittels ist, zum Beispiel ein hoch gelegener Bedienplatz oder eine Leiter zur Anlage. Dazu kommen das Baurecht und die Unfallverhütungsvorschriften. Welche Regel im Einzelfall greift, sollten Sie mit Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit klären.
Be- und Entladen: Welche Schutzmaßnahme hat Vorrang?
Entscheidend ist laut BG BAU die Planung. Die Arbeitsabläufe sollen so gestaltet sein, dass Beschäftigte möglichst alle Schritte vom Boden aus erledigen können. Lassen sich Arbeiten in der Höhe nicht vermeiden, gehen technische und kollektive Maßnahmen, also etwa Geländer und Bühnen, vor persönlichen Lösungen wie der Sicherung jedes Einzelnen.
Das ist die bekannte Rangfolge im Arbeitsschutz, und sie entscheidet oft über die Kosten: Wer erst auf der Baustelle über Absturzsicherung nachdenkt, kommt meist bei der schlechteren Lösung heraus.
Absturzsicherung nach dem TOP-Prinzip
| Stufe | Maßnahme | Hinweis |
|---|---|---|
| T wie technisch | Umwehrungen, Geländer, Abdeckungen | hat Vorrang |
| O wie organisatorisch und auffangend | Schutznetze, Schutzwände, Schutzgerüste | wenn Absturzsicherungen aus betrieblichen Gründen nicht gehen |
| P wie persönlich | Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) | letzte Stufe, mit Unterweisung |
Quelle: Forum Verlag, Fachbeitrag Absturzsicherung
PSAgA: Was bei Gurt und Seil zu beachten ist
PSAgA steht für Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz, also Gurt, Verbindungsmittel und Anschlagpunkt. Welche Ausrüstung passt, muss der Arbeitgeber aus der Gefährdungsbeurteilung ableiten. Trotz Ausrüstung passieren häufig Unfälle, weil Beschäftigte falsch damit umgehen. Arbeitgeber müssen deshalb gezielt unterweisen. Ein Gurt ohne geeigneten Anschlagpunkt schützt nicht. Prüfen Sie das auch am Fahrzeug, bevor Sie die Ausrüstung als Lösung einplanen.
Was hinter der GDA-Aktionswoche steckt
Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie wird von Bund, Ländern und gesetzlicher Unfallversicherung getragen. Das Experimentierjahr zum Thema Absturz soll typische Unfallrisiken sichtbar machen. Zur BG BAU gehören mehr als drei Millionen Versicherte und rund 614.000 gewerbsmäßige Unternehmen. Die Mitteilung selbst nennt keine Unfallzahlen und keine Sanktionen für diese Woche.
Einordnung
Eine angekündigte Kontrolle ist die günstigste Art, Mängel zu finden. Die Mitteilung betont Beratung neben Prüfung, und das passt zur Aufgabe einer Berufsgenossenschaft. Für Betriebe lohnt die Woche, weil hier die unspektakulären Punkte zählen: der niedrige Sturz von der Ladefläche und die vereiste Stufe. Unfallzahlen zur Aktionswoche nennt die BG BAU nicht, die rechtlichen Hinweise ersetzen keine Beratung durch Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Häufige Fragen
Wann prüft die BG BAU Absturzgefahren?
In der GDA-Aktionswoche vom 9. bis 13. November 2026. Die Aufsichtspersonen kontrollieren an Fahrzeugen und Laderampen und beraten die Betriebe zu Schutzmaßnahmen.
Was wird bei der Aktionswoche kontrolliert?
Unter anderem Aufstiege, Haltegriffe, Geländer, der sichere Zugang zu hochgelegenen Arbeitsplätzen und der betriebssichere Zustand von Maschinen und Fahrzeugen. Auch das Auf- und Absteigen bei Erdbaumaschinen zählt dazu.
Welche Schutzmaßnahme hat Vorrang?
Arbeiten möglichst vom Boden aus planen. Sind Arbeiten in der Höhe nötig, gehen technische und kollektive Maßnahmen vor persönlichen Lösungen.
Ab welcher Höhe braucht man eine Absturzsicherung?
Nach der Arbeitsstättenverordnung besteht eine Gefährdung ab mehr als einem Meter Absturzhöhe. Auch darunter kann die Gefährdungsbeurteilung Maßnahmen verlangen. Zwei Meter sind keine allgemeine Untergrenze.
Was ist PSAgA?
Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz, etwa Gurt und Verbindungsmittel. Sie ist die letzte Stufe nach technischen und organisatorischen Maßnahmen. Arbeitgeber müssen im Umgang damit unterweisen.
Quellen
- BG BAU, Mitteilung vom 05.11.2026
- Forum Verlag: Absturzsicherung im Betrieb und auf Baustellen
- KomNet NRW: Abstand zur Absturzkante
Stand: 6. November 2026. Redaktion Premiumpresse. Dieser Beitrag wurde mit KI auf Grundlage der genannten Quellen erstellt, der Abschnitt „Einordnung“ ist eine Einschätzung der Redaktion. Er ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung.


