Das Wichtigste auf einen Blick
- Steuersatz: 26 Cent je Liter ab 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter, 32 Cent ab 8 Gramm.
- Betroffen sind vor allem Limonaden, Eistees, Energydrinks und Fruchtsaftgetränke mit Zuckerzusatz.
- Ausgenommen sind Getränke mit Alkohol, alkoholfreie Biere und Weine, reine Säfte, ungesüßte Schorlen und Zero-Getränke.
- Der Bund rechnet mit 690 Millionen Euro im Jahr 2027 und 925 Millionen Euro im Jahr 2028, das Geld soll die Krankenkassenbeiträge stabilisieren.
- Die CSU will den Start auf den 1. Januar 2028 verschieben, der Bundestag hat noch nicht entschieden.
Die Bundesregierung will ab dem 1. Juli 2027 eine Steuer auf gezuckerte Getränke einführen. Geplant sind 26 Cent je Liter ab 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter und 32 Cent ab 8 Gramm. Das Kabinett hat dafür am 14. Oktober 2026 einen Vorschlag für die Koalitionsfraktionen beschlossen. Beschlossen ist die Steuer damit noch nicht: Der Bundestag muss zustimmen, und in der Union gibt es Widerstand gegen den Starttermin.
Wie hoch ist die Zuckersteuer?
Die Steuer ist in zwei Stufen geplant und richtet sich nach dem Gesamtzuckergehalt. Die Beträge je Flasche sind unsere eigene Rechnung auf Basis der Sätze. Was davon im Laden ankommt, entscheiden Hersteller und Handel.
| Zuckergehalt je 100 Milliliter | Steuer je Liter | Je 0,5-Liter-Flasche | Je 1,5-Liter-Flasche |
|---|---|---|---|
| unter 5 Gramm | keine | keine | keine |
| 5 bis unter 8 Gramm | 26 Cent | 13 Cent | 39 Cent |
| ab 8 Gramm | 32 Cent | 16 Cent | 48 Cent |
Quelle: Formulierungshilfe laut dpa, Volksstimme 13.10.2026; Flaschenwerte eigene Rechnung
Was die Zuckersteuer je Flasche ausmachen würde
Unsere Beispielrechnung mit den geplanten Sätzen, ohne Umsatzsteuer. Ob und wie weit Hersteller und Handel die Steuer an der Kasse weitergeben, steht nicht fest.
| Gebinde | ab 5 Gramm Zucker (26 Cent je Liter) | ab 8 Gramm Zucker (32 Cent je Liter) |
|---|---|---|
| Dose, 0,33 Liter | rund 9 Cent | rund 11 Cent |
| Flasche, 0,5 Liter | 13 Cent | 16 Cent |
| Flasche, 1,5 Liter | 39 Cent | 48 Cent |
Quelle: Eigene Rechnung auf Grundlage der geplanten Steuersätze
Welche Getränke sind betroffen?
Besteuert werden sollen gezuckerte Getränke ab einem Gesamtzuckergehalt von 5 Gramm pro 100 Milliliter. Das Finanzministerium nennt als Beispiele Limonaden, Eistees, Energydrinks und Fruchtsaftgetränke mit Zuckerzusatz.
Nicht betroffen sind Getränke mit Alkohol sowie alkoholfreie Biere, Weine und Cocktails. Auch reine Frucht- und Gemüsesäfte und ungesüßte Schorlen bleiben außen vor. Das gilt ebenso für Zero-Getränke mit Süßungsmitteln, deren Besteuerung zwischenzeitlich erwogen, aber fallen gelassen wurde.
Wann kommt die Zuckersteuer? Der aktuelle Stand
Geplant ist der 1. Juli 2027, doch der Termin ist umstritten. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte seinen Entwurf Ende September an die Ministerien geschickt, am 1. Oktober stoppte ihn das Kanzleramt. Er weiche vom Vorschlag der Finanzkommission Gesundheit ab und sei „in dieser Form in der Regierung nicht mehrheitsfähig“, hieß es aus Regierungskreisen. Am 13. Oktober meldete das Finanzministerium eine Einigung, einen Tag später folgte das Kabinett.
Damit ist das Thema aber nicht erledigt. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann nennt den 1. Januar 2028 als Wunschtermin, Unionsfraktionschef Thorsten Frei verlangt längere Übergangsfristen für die Hersteller. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein sprach von einer „Teuer-Steuer“. Die Getränke Zeitung berichtete unter Berufung auf die Bild-Zeitung sogar, eine Mehrheit im Parlament gelte derzeit als ausgeschlossen. Ein Termin für die Abstimmung im Bundestag ist uns nicht bekannt.
So hat sich der Plan verändert
| Fassung | Steuerstufen je Liter | Erwartete Einnahmen |
|---|---|---|
| Finanzkommission Gesundheit | 26 Cent ab 5 Gramm, 32 Cent ab 8 Gramm | rund 450 Millionen Euro im Jahr |
| Entwurf Klingbeil, Ende September | 26 Cent ab 5 Gramm, 32 Cent ab 7 Gramm, 38 Cent ab 10 Gramm | rund 1 Milliarde Euro im Jahr, je nach Bericht unterschiedlich |
| Kabinett, 14. Oktober | 26 Cent ab 5 Gramm, 32 Cent ab 8 Gramm | 690 Millionen Euro 2027, 925 Millionen Euro 2028, danach 875 bis 890 Millionen Euro |
Quelle: Deutsches Ärzteblatt, AOK-Bundesverband, Tageskarte
Wie viel Zucker am Tag ist empfohlen, und wie viel steckt in der Cola?
Nach der Weltgesundheitsorganisation und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollen freie Zucker weniger als 10 Prozent der täglichen Energie liefern, besser weniger als 5 Prozent. Bei 2.000 Kilokalorien sind das höchstens 50 Gramm am Tag, besser 25 Gramm. Für Kinder von vier bis sechs Jahren nennt die Verbraucherzentrale NRW höchstens 35 Gramm.
| Getränk | Menge | Zuckerwürfel |
|---|---|---|
| Cola (höchster Wert der Auswertung) | 330 ml | 12,1 |
| Orangina | 330 ml | 11 |
| Bluna | 330 ml | 10,6 |
| Paulaner Spezi | 330 ml | 10,1 |
| Almdudler | 330 ml | 8,7 |
| Fanta | 330 ml | 8,4 |
| Bionade | 330 ml | 5,5 |
| Capri-Sonne | 200 ml | 5,5 |
| Durstlöscher Eistee | 500 ml | 14,6 |
Quelle: Verbraucherzentrale NRW, wiedergegeben von aponet.de, 03.08.2026
Was als freier Zucker zählt
Gemeint ist zugesetzter Zucker, dazu der Zucker in Honig, Sirup und Fruchtsaft. Nicht dazu zählt der Zucker in ganzem Obst und Gemüse und in Milchprodukten ohne Zusatz. Deshalb steckt in der geplanten Steuer auch ein Bruch: Ein Glas Saft bleibt steuerfrei, obwohl sein Zucker in die Empfehlung eingerechnet wird.
Eine Dose Cola bringt mit rund 36 Gramm schon mehr als die strengere Grenze von 25 Gramm. Ein 500-Milliliter-Eistee liegt nach den Zahlen der Verbraucherzentrale noch darüber. Die Verbraucherschützer raten zu Wasser oder stark verdünnter Saftschorle aus drei Teilen Wasser und einem Teil Saft.
Wofür ist die Zuckersteuer gedacht?
Die Steuer soll zwei Dinge leisten. Die Einnahmen sollen helfen, die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung stabil zu halten. Und sie soll Hersteller dazu bringen, weniger Zucker zu verwenden. Klingbeil nennt sie eine Lenkungssteuer zur Prävention.
Beides zusammen geht nur begrenzt auf: Je stärker die Hersteller den Zucker senken, desto weniger Geld kommt herein. In Großbritannien haben Hersteller nach Einführung einer solchen Steuer ihre Rezepte geändert. Deshalb wurden früh Zweifel an den hohen Einnahmeprognosen laut. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gab es 2024 in 116 Staaten eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke, darunter Frankreich und Polen.
Zuckersteuer in Großbritannien: Was sie gebracht hat
Der bekannteste Vergleich ist die britische Abgabe, angekündigt 2016 und eingeführt 2018. Sie setzt ebenfalls bei 5 Gramm Zucker je 100 Milliliter an und nimmt Fruchtsäfte aus. Ihr Ziel war von Anfang an, dass Hersteller die Rezepte ändern, um die Abgabe zu vermeiden.
Eine Studie der Universität Cambridge, über die die Zahnärztlichen Mitteilungen berichten, wertete Ernährungsdaten aus. Danach sank die tägliche Zuckeraufnahme aus Softdrinks bei Minderjährigen von 22 auf 12 Gramm und bei Erwachsenen von 15,3 auf 10 Gramm. Aus der gesamten Ernährung ging sie bei Minderjährigen von 62,4 auf 47,8 Gramm zurück.
Ganz so eindeutig, wie die Überschrift der Meldung klingt, ist es aber nicht. Der Anteil des Zuckers an der gesamten Energie änderte sich gegenüber der Vergleichsrechnung nicht, schreiben die Autoren. Das könnte daran liegen, dass insgesamt weniger gegessen wurde. Die Studie zeigt also einen Rückgang, aber keinen Beweis für weniger Übergewicht.
Wie viel Getränke in Deutschland produziert werden
Quelle: Statistisches Bundesamt, Produktion 2025, Betriebe ab 20 Beschäftigten
Der Markt bewegt sich schon vor der Steuer
Die Getränkeindustrie hat 2025 mit 7,42 Milliarden Litern 4,1 Prozent weniger zuckerhaltige Erfrischungsgetränke hergestellt als im Vorjahr. Das sind rund 89 Liter je Einwohner nach knapp 93 Litern. Light-Getränke legten um 5,1 Prozent zu, Mineralwasser um 2,7 Prozent.
Auch die Kundschaft dürfte reagieren. In einer Befragung des Beratungsunternehmens Deloitte unter 1.000 Personen im Oktober wollen 77 Prozent ihren Konsum senken oder die betroffenen Getränke ganz meiden. 37 Prozent würden zu Zero-Getränken wechseln, 27 Prozent zu zuckerreduzierten Produkten. Solche Absichten fallen in Umfragen oft höher aus als das tatsächliche Verhalten.
Was Hersteller, Handel und Gastronomie jetzt prüfen sollten
Achtung
Rezepturen
Die Grenzen bei 5 und 8 Gramm machen es attraktiv, knapp darunter zu bleiben. Die Union fordert mehr Zeit dafür, ein längerer Vorlauf ist aber nicht beschlossen. Planen Sie zunächst mit dem 1. Juli 2027.
Gut zu wissen
Kleine Hersteller
Befreit werden sollen Betriebe mit höchstens einer Million Liter im Jahr. Die genaue Grenze ist offen und muss von der EU-Kommission genehmigt werden. Rechnen Sie also noch nicht fest damit.
Gut zu wissen
Sortiment und Preise
Laut Deloitte erwartet fast jeder Zweite vom Handel mehr zuckerfreie und zuckerreduzierte Getränke. Prüfen Sie, welcher Anteil Ihres Absatzes über den Grenzen liegt.
Achtung
Bürokratie
Wie die Steuer genau erhoben und nachgewiesen wird, steht erst im endgültigen Gesetz. Unionsfraktionschef Frei verlangt eine bürokratiearme Umsetzung.
Kritik und Zustimmung
Die Ernährungs- und Getränkeverbände lehnen den Beschluss ab. Christoph Minhoff von der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie spricht von einer „Lose-Lose-Situation“. Neun Agrar- und Verbraucherschutzminister der Union aus den Ländern schrieben an Kanzler Merz, die Steuer belaste den Kauf bestimmter Lebensmittel unnötig.
Gesundheitsverbände sehen das anders. Der AOK-Bundesverband und der Marburger Bund drängen auf die Einführung, Foodwatch kritisierte den Stopp durch das Kanzleramt. Der Hintergrund aus der Statistik: 2024 waren in Deutschland laut WHO 60,6 Prozent der Erwachsenen und 25,1 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig.
Einordnung
Für die Kundschaft geht es um überschaubare Beträge je Flasche, für die Hersteller um mehr: Sie müssen entscheiden, ob sie Rezepte umstellen oder die Steuer in den Preis nehmen. Der Streit um den Starttermin ist deshalb kein Detail. Wer Rezepturen ändert, braucht Vorlauf. Unternehmen sollten mit dem Juli 2027 planen und zugleich damit rechnen, dass sich Termin und Einzelheiten im Bundestag noch ändern können.
Häufige Fragen
Wann kommt die Zuckersteuer?
Geplant ist der 1. Juli 2027. Das Kabinett hat am 14. Oktober 2026 einen Vorschlag beschlossen, der Bundestag muss noch zustimmen. Die CSU wünscht sich den 1. Januar 2028 als Start.
Wie hoch ist die Zuckersteuer?
Geplant sind 26 Cent je Liter bei Getränken ab 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter und 32 Cent ab 8 Gramm. Bei einer 0,5-Liter-Flasche wären das rechnerisch 13 oder 16 Cent.
Welche Getränke sind von der Zuckersteuer betroffen?
Vor allem Limonaden, Eistees, Energydrinks und Fruchtsaftgetränke mit Zuckerzusatz, sofern sie mindestens 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter enthalten.
Gilt die Zuckersteuer auch für Cola Zero und Saft?
Nein. Zero-Getränke mit Süßungsmitteln sind nach den aktuellen Plänen ausgenommen, ebenso reine Frucht- und Gemüsesäfte, ungesüßte Schorlen, Getränke mit Alkohol sowie alkoholfreie Biere und Weine.
Wie viel Zucker am Tag ist empfohlen?
Weltgesundheitsorganisation und Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennen weniger als 10 Prozent der täglichen Energie, bei 2.000 Kilokalorien also höchstens 50 Gramm freien Zucker. Besser wären weniger als 5 Prozent, das sind 25 Gramm.
Quellen
- Volksstimme (dpa): Koalition legt Streit über Zuckersteuer bei, 13.10.2026
- Tageskarte: Kabinett beschließt Zuckersteuer
- AOK-Bundesverband: Zuckersteuer
- Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung N075 vom 03.11.2026
- aponet.de: Zuckerwürfel in Softdrinks, 03.08.2026
Stand: 6. November 2026. Redaktion Premiumpresse. Dieser Beitrag wurde mit KI auf Grundlage der genannten Quellen erstellt, der Abschnitt „Einordnung“ ist eine Einschätzung der Redaktion. Er ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung.


