Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Zahl der Hersteller stieg auf 72, von 52 im Jahr 2019.
- Das BfR empfiehlt für Vitamin D in Nahrungsergänzungsmitteln höchstens 20 Mikrogramm am Tag.
- Die EFSA nennt für Erwachsene 100 Mikrogramm Vitamin D am Tag als tolerierbare Gesamtzufuhr aus allen Quellen.
- Im Marktcheck lagen 57 Prozent der magnesiumhaltigen Produkte über der empfohlenen Höchstmenge.
- Bei Beschwerden oder Medikamenten ist ärztlicher Rat sinnvoll, statt selbst zu dosieren.
In Deutschland wurden 2025 rund 241.000 Tonnen Nahrungsergänzungsmittel hergestellt, ein neuer Höchststand und 48,4 Prozent mehr als 2019. Der Wert stieg auf gut 2,08 Milliarden Euro und hat sich damit seit 2019 mehr als verdoppelt, meldet das Statistische Bundesamt. Das sagt etwas über die Nachfrage, nicht über den Nutzen. Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass viele dieser Mittel bei normaler Ernährung überflüssig sind und dass es weder eine Zulassung noch gesetzliche Höchstmengen gibt. Einige Produkte liegen weit über den empfohlenen Werten.
Produktion von Nahrungsergänzungsmitteln
Die Statistik erfasst Calcium- und Magnesium-Brausetabletten, Johanniskrautdragees, eiweißhaltige Trinknahrung, Kieselerde und Zink-Hefe-Kapseln. Es handelt sich um die Herstellung in Deutschland, also weder um den Verbrauch noch um Importe.
| Kennzahl | 2019 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|
| Menge | 162.000 Tonnen | 237.000 Tonnen | 241.000 Tonnen |
| Wert | keine Angabe | rund 1,85 Milliarden Euro | gut 2,08 Milliarden Euro |
| Hersteller | 52 | 64 | 72 |
Quelle: Statistisches Bundesamt, Zahl der Woche, 03.11.2026. Betriebe von Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten.
Warum der Wert schneller steigt als die Menge
Die Menge legte zum Vorjahr um 1,6 Prozent zu, der Wert um 12,6 Prozent. Gegenüber 2019 hat sich der Wert um 137,6 Prozent erhöht, die Menge nur um 48,4 Prozent. Der Durchschnittspreis ab Werk ist also deutlich gestiegen. Rechnerisch lag er 2025 bei rund 8,60 Euro je Kilogramm. Woran das liegt, sagt die Statistik nicht. Es können teurere Rohstoffe, andere Produkte oder höhere Margen sein.
Sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?
Für die meisten gesunden Menschen meist nicht. Die Verbraucherzentralen betonen, dass sich viele Nährstoffe über eine ausgewogene Ernährung decken lassen. Es gibt aber begründete Ausnahmen, etwa wenn ein Mangel ärztlich festgestellt wurde oder in bestimmten Lebensphasen. Entscheidend ist, die Einnahme mit Ärztin oder Arzt zu besprechen, statt sie auf Verdacht zu beginnen.
Rechtlich sind Nahrungsergänzungsmittel Lebensmittel und keine Arzneimittel. Laut Verbraucherzentrale Bundesverband unterliegen sie keinem Zulassungsverfahren, und es gibt weder verbindliche Höchstmengen noch Reinheitsanforderungen. Die Verbraucherschützer fordern deshalb gesetzliche Grenzwerte. Der Text auf der Packung ist also keine Prüfaussage einer Behörde.
Vitamin D: Welche Werte genannt werden
Die beiden Werte messen Verschiedenes: Der erste ist eine Empfehlung für ein einzelnes Produkt, der zweite eine Grenze für die Zufuhr aus allen Nahrungsquellen zusammen.
| Wert | Menge pro Tag | Quelle |
|---|---|---|
| Empfohlene Höchstmenge in Nahrungsergänzungsmitteln | 20 Mikrogramm (800 IE) | Bundesinstitut für Risikobewertung |
| Tolerierbare Gesamtzufuhr, ab 11 Jahren | 100 Mikrogramm (4.000 IE) | Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit |
| Tolerierbare Gesamtzufuhr, Kinder bis 10 Jahre | 50 Mikrogramm (2.000 IE) | Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit |
Quelle: Verbraucherzentrale: Kann man Vitamin D überdosieren?
Kann man Vitamin D überdosieren?
Ja. Eine regelmäßige tägliche Zufuhr über 100 Mikrogramm kann bei Erwachsenen laut Verbraucherzentrale zu unerwünschten gesundheitlichen Wirkungen führen. Trotzdem gelten hoch dosierte Produkte nicht rechtlich als überdosiert, weil es keine gesetzlichen Höchstmengen gibt. Hohe Dosen können aus medizinischen Gründen verschrieben werden, dann aber als Arzneimittel und unter ärztlicher Kontrolle.
Tropfen und Kapseln sollte man deshalb nicht nach Gefühl nehmen. Rechnen Sie genau nach: Ein Tropfen mit 1.000 IE entspricht 25 Mikrogramm und liegt damit schon über der BfR-Empfehlung für Nahrungsergänzungsmittel.
Magnesium: Oft höher dosiert als empfohlen
Die Verbraucherzentralen haben bei magnesiumhaltigen Produkten eine klare Zahl: 57 Prozent lagen im Marktcheck über der vom BfR empfohlenen Tageshöchstmenge von 250 Milligramm. Bei zu hoher Einnahme können laut Berichten unter anderem Durchfall auftreten. Wer Magnesium bei Krämpfen nimmt, sollte die Ursache ärztlich klären lassen, gerade wenn die Beschwerden wiederkehren.
Woran Sie ein Produkt prüfen können
Premiumpresse
Woran Sie ein Produkt prüfen können
https://www.premiumpresse.de/nahrungsergaenzungsmittel-produktion-hoechststand/ · Stand 6. November 2026
Auf der Packung
Vor dem Kauf
Dient der Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.
Was Hersteller und Handel beachten sollten
Gut zu wissen
Kennzeichnung
Die Nahrungsergänzungsmittelverordnung schreibt zusätzliche Angaben auf der Verpackung vor, etwa die kennzeichnenden Stoffe.
Gut zu wissen
Werbung
Gesundheitsbezogene Aussagen sind eng begrenzt. Lassen Sie Texte vor dem Druck rechtlich prüfen.
Gut zu wissen
Mitbewerber
Mit 72 Herstellern wird der Markt enger. Qualität und nachvollziehbare Dosierung können ein Vorteil sein, wenn Verbraucherschützer weiter genau hinschauen.
Einordnung
Der Rekord zeigt ein gutes Geschäft und ein großes Bedürfnis, etwas für die Gesundheit zu tun. Mit dem tatsächlichen Nutzen hat die Zahl nichts zu tun. Verbraucher sollten deshalb die Lücke im Blick haben: Es gibt keine Zulassung, und die Dosierungen schwanken stark. Die BfR-Werte sind Empfehlungen, nicht Grenzen. Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung, die Marktcheck-Daten der Verbraucherzentralen sind außerdem einige Jahre alt.
Häufige Fragen
Sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?
Für die meisten gesunden Menschen mit ausgewogener Ernährung meist nicht, sagen Verbraucherschützer. Sinnvoll können sie etwa bei einem ärztlich festgestellten Mangel sein. Lassen Sie das im Zweifel abklären.
Wie viel Vitamin D darf man pro Tag nehmen?
Das BfR empfiehlt in Nahrungsergänzungsmitteln höchstens 20 Mikrogramm (800 IE) am Tag. Die EFSA nennt 100 Mikrogramm als tolerierbare Gesamtzufuhr für Erwachsene aus allen Quellen.
Wie viel Magnesium ist empfohlen?
Das BfR empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 250 Milligramm am Tag. Im Marktcheck der Verbraucherzentralen lagen 57 Prozent der Produkte darüber.
Sind Nahrungsergänzungsmittel zugelassen?
Nein. Sie gelten als Lebensmittel und unterliegen keinem Zulassungsverfahren. Verbindliche Höchstmengen gibt es laut Verbraucherzentrale Bundesverband nicht.
Wie viele Nahrungsergänzungsmittel werden hergestellt?
2025 waren es in Deutschland rund 241.000 Tonnen im Wert von gut 2,08 Milliarden Euro, jeweils neue Höchststände seit Beginn der Erfassung 2019.
Quellen
- Statistisches Bundesamt, Zahl der Woche, 03.11.2026
- Verbraucherzentrale: Kann man Vitamin D überdosieren?
- Verbraucherzentrale Bundesverband: Nahrungsergänzungsmittel
- Gesetze im Internet: Nahrungsergänzungsmittelverordnung
Stand: 6. November 2026. Redaktion Premiumpresse. Dieser Beitrag wurde mit KI auf Grundlage der genannten Quellen erstellt, der Abschnitt „Einordnung“ ist eine Einschätzung der Redaktion. Er ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung.


