Das Wichtigste auf einen Blick
- Neue Minen brauchen laut Analyse im Schnitt fast 20 Jahre bis zur Förderung, weniger als ein Prozent aller Explorationsprojekte kommt so weit.
- Indonesien steht für 67 Prozent der weltweiten Nickelerzförderung.
- China kontrolliert bei mehreren Metallen mehr als die Hälfte der Raffineriekapazitäten.
- Bei Aluminium ist laut Coface weniger der Rohstoff das Problem als Investitionen und günstige Energie.
Der Ausbau von Stromnetzen und Rechenzentren könnte Kupfer, Nickel und Aluminium bis 2035 deutlich knapper machen. Zu diesem Schluss kommt der Kreditversicherer Coface in einer Analyse. Bei Nickel könnten rund 6,5 Millionen Tonnen fehlen, das wären etwa 35 Prozent der erwarteten Nachfrage. Bei Kupfer rechnet Coface mit einer Lücke von 1,5 bis 6,5 Millionen Tonnen. Die Preise für Kupfer und Nickel könnten sich bis 2035 nahezu verdoppeln. Das ist eine Prognose eines Unternehmens, keine feststehende Entwicklung.
Erwartete Lücken bis 2035
| Metall | Mögliche Lücke | Preis laut Coface | Treiber |
|---|---|---|---|
| Nickel | rund 6,5 Millionen Tonnen, etwa 35 Prozent der Nachfrage | nahezu Verdopplung | Batterien und Elektromobilität |
| Kupfer | 1,5 bis 6,5 Millionen Tonnen, im Hochszenario bis 17 Prozent | nahezu Verdopplung | Stromnetze, Elektrifizierung, Rechenzentren |
| Aluminium | 5 bis 15 Millionen Tonnen | deutliche Steigerung | fehlende Kapazität, Energiekosten |
Quelle: Coface, 05.11.2026
Warum wird Kupfer knapp?
Nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur, auf die Coface verweist, könnten saubere Technologien bis 2035 rund 35 Prozent der weltweiten Nachfrage nach Kupfer und Nickel ausmachen. Dazu kommen die alten Treiber: wachsende Städte, Infrastruktur und Schwellenländer. Zusätzlichen Druck erzeugt laut Analyst Simon Lacoume der Ausbau von Rechenzentren.
Das Angebot wächst langsam. Weniger als ein Prozent aller Explorationsprojekte erreicht die Produktion, bis zur Förderung vergehen im Schnitt fast 20 Jahre. Sinkende Erzgehalte, steigende Kosten und geringe Renditen bremsen zusätzlich.
Abhängigkeit: Indonesien und China
Förderung und Weiterverarbeitung konzentrieren sich auf wenige Länder. Indonesien steht für 67 Prozent der weltweiten Nickelerzförderung. China kontrolliert bei mehreren Metallen mehr als die Hälfte der globalen Raffineriekapazitäten und hat damit eine Schlüsselrolle in vielen Lieferketten. Für europäische Abnehmer heißt das: Zum Preisrisiko kommt das Risiko der Verfügbarkeit, wenn einzelne Länder ausfallen oder Exporte begrenzen.
Was bedeutet das für den Kupferpreis?
Coface erwartet, dass sich die Preise für Kupfer und Nickel bis 2035 nahezu verdoppeln könnten. Einen konkreten Zielpreis in Dollar je Tonne nennt die Mitteilung nicht. Wer aktuelle Kurse sucht, findet sie an der Metallbörse LME. Eine Prognose über fast zehn Jahre sagt wenig über das nächste Quartal: Rohstoffpreise schwanken stark, unter anderem mit Konjunktur und Politik.
Auch die Annahmen können sich ändern. Mehr Recycling, andere Batterietechnik oder Einsparungen beim Materialeinsatz würden die Lücke verkleinern. Eine schwächere Weltwirtschaft ebenso.
Was Unternehmen jetzt prüfen sollten
Gut zu wissen
Einkauf
Prüfen Sie, wie viel Kupfer, Nickel und Aluminium in Ihren Produkten steckt und wie Preissprünge weitergegeben werden können. Preisgleitklauseln gehören in lange Verträge.
Gut zu wissen
Lieferanten
Fragen Sie nach, woher das Metall stammt und wie abhängig die Kette von einzelnen Ländern ist. Laut Coface wird der Zugang zu kritischen Metallen zum strategischen Wettbewerbsfaktor.
Gut zu wissen
Bau und Energie
Wer Netzanschlüsse, Kabel oder Anlagen langfristig plant, sollte die Materialkosten getrennt ausweisen und nicht als Festpreis über viele Jahre zusagen.
Gut zu wissen
Recycling
Schrotte und Reststoffe sind Geld wert. Prüfen Sie, ob sich getrennte Sammlung im Betrieb lohnt.
Einordnung
Dass Metalle für die Energiewende gebraucht werden und Minen lange dauern, bestreitet niemand. Die Größe der Lücke ist aber eine Modellrechnung, und sie stammt von einem Kreditversicherer, der Unternehmen gegen Risiken absichert. Die Spannweite von 1,5 bis 6,5 Millionen Tonnen bei Kupfer zeigt, wie unsicher das ist. Für Betriebe zählt die Richtung: Rohstoffe werden eher teurer, und Abhängigkeit von wenigen Ländern ist das größere Risiko als der Preis von morgen.
Häufige Fragen
Warum wird Kupfer teurer?
Laut Coface steigt die Nachfrage durch Stromnetze, Elektrifizierung und Rechenzentren schneller als das Angebot. Neue Minen brauchen im Schnitt fast 20 Jahre. Bis 2035 könnte sich der Preis nahezu verdoppeln, so die Prognose.
Wie groß ist die Nickel-Lücke?
Coface rechnet bis 2035 mit einem Defizit von rund 6,5 Millionen Tonnen, etwa 35 Prozent der erwarteten Nachfrage. Treiber sind vor allem Batterien und Elektromobilität.
Woher kommt das meiste Nickel?
Laut Coface steht Indonesien für 67 Prozent der weltweiten Nickelerzförderung. China kontrolliert bei mehreren Metallen mehr als die Hälfte der Raffineriekapazitäten.
Quellen
Stand: 6. November 2026. Redaktion Premiumpresse. Dieser Beitrag wurde mit KI auf Grundlage der genannten Quellen erstellt, der Abschnitt „Einordnung“ ist eine Einschätzung der Redaktion. Er ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung.


