Das Wichtigste auf einen Blick
- In den ersten drei Quartalen lag der Primärenergieverbrauch bei 10.356 Petajoule, das sind 2.877 Terawattstunden.
- Der Mineralölverbrauch sank um mehr als zwölf Prozent, Diesel um über neun Prozent, Ottokraftstoff um vier Prozent.
- Erdgas und Steinkohle legten dagegen zu, Braunkohle ging weiter zurück.
- Die energiebedingten CO2-Emissionen sollen im Gesamtjahr um knapp vier Prozent sinken.
- Beim Strom floss in den ersten neun Monaten mehr ins Ausland als von dort kam, der Saldo lag bei 1,9 Terawattstunden.
Der Energieverbrauch in Deutschland wird 2026 laut einer Hochrechnung der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen um knapp drei Prozent sinken. Als Gründe nennen die Fachleute hohe Energiepreise und die schwache Wirtschaft. Besonders deutlich ist es beim Heizöl: Hier lag der Rückgang von Januar bis September bei über 38 Prozent, weil viele ihre Tanks leer heizten und wenig nachkauften. Erneuerbare kommen auf 22,5 Prozent, fossile Energieträger liefern mit 75,5 Prozent weiter den Großteil.
Verbrauch nach Energieträger, Januar bis September 2026
| Energieträger | Veränderung zum Vorjahreszeitraum |
|---|---|
| Heizöl | minus über 38 Prozent |
| Mineralöl insgesamt | minus über 12 Prozent |
| Diesel | minus über 9 Prozent |
| Rohbenzin für die Chemie | minus rund 5 Prozent |
| Ottokraftstoff | minus 4 Prozent |
| Flugkraftstoff | minus 3 Prozent |
| Braunkohle | Rückgang, ohne Zahl in der Quelle |
| Erdgas, Steinkohle | Anstieg, ohne Zahl in der Quelle |
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, nach tagesschau.de vom 04.11.2026
Warum beim Heizöl so viel weniger verkauft wird
Nach dem Angriff der USA und Israels auf Iran schossen die Preise nach oben. Nach Daten des Vergleichsportals Fastenergy stiegen die durchschnittlichen Heizölpreise in Deutschland um knapp 80 Prozent, der Rohölpreis im gleichen Zeitraum um rund 48 Prozent. Verbraucher bauten laut AG Energiebilanzen ihre Bestände ab und kauften nur geringe Mengen nach.
Das bedeutet nicht, dass 38 Prozent weniger geheizt wurde. Gemessen wird der Absatz, und der kann durch leere Tanks im nächsten Jahr wieder steigen. Wer jetzt wenig im Tank hat, sollte das vor dem Winter im Blick behalten.
Energiemix in Deutschland: Anteile am Verbrauch
Hier geht es um den gesamten Energieverbrauch, also auch Wärme und Verkehr. Beim Strom allein liegt der Anteil der Erneuerbaren viel höher: Im ersten Halbjahr deckten sie 58 Prozent des Stromverbrauchs.
| Quelle | Januar bis September 2026 | Vorjahr |
|---|---|---|
| Erneuerbare Energien | 22,5 Prozent | 20,5 Prozent |
| Öl, Erdgas und Kohle zusammen | 75,5 Prozent | keine Angabe in der Quelle |
| Übrige, etwa Strom aus Müllverbrennung | Rest | keine Angabe in der Quelle |
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, nach tagesschau.de
Primärenergie, Endenergie: Was wird eigentlich gemessen?
Der Primärenergieverbrauch zählt die Energie, die dem Land insgesamt zugeführt wird, also auch die Verluste bei der Umwandlung, zum Beispiel im Kraftwerk. Der Endenergieverbrauch misst, was tatsächlich bei Haushalten, Verkehr und Betrieben ankommt. Deshalb kann der Primärenergiewert auch sinken, wenn Kohlekraftwerke durch Windräder ersetzt werden, ohne dass jemand weniger verbraucht.
Politisch zählt vor allem die zweite Zahl. Das Energieeffizienzgesetz sieht laut Umweltbundesamt vor, dass der Endenergieverbrauch bis 2030 gegenüber 2008 um etwa 26,5 Prozent sinkt und bis 2045 um 45 Prozent.
Ein Strom-Export statt Import
Überraschend ist der Stromaustausch. In den ersten neun Monaten floss mehr Strom ins Ausland als von dort bezogen wurde, der Saldo lag bei 1,9 Terawattstunden. In den beiden Vorjahren gab es im gleichen Zeitraum deutliche Importüberschüsse. Die Quelle begründet das nicht näher.
Einordnung
Der Rückgang ist nur zum Teil ein Erfolg der Energiewende. Ein großer Teil ist erzwungen: durch hohe Preise, leere Tanks und schwächere Industrie. Dass Erneuerbare zwei Punkte zulegen, ist echt, doch drei Viertel der Energie sind weiterhin fossil. Für die Politik ist der Wert angenehm, für die Wirtschaft kein gutes Zeichen. Die Zahlen sind eine Hochrechnung, die Endbilanz folgt später.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Energieverbrauch in Deutschland 2026?
In den ersten drei Quartalen lag der Primärenergieverbrauch bei 10.356 Petajoule oder 2.877 Terawattstunden. Für das Gesamtjahr erwartet die AG Energiebilanzen einen Rückgang um knapp drei Prozent.
Warum sinkt der Heizölverbrauch so stark?
Wegen der hohen Preise. Viele Verbraucher bauten ihre Bestände ab und kauften wenig nach. Von Januar bis September ging der Absatz um über 38 Prozent zurück. Das misst den Verkauf, nicht das Heizen.
Wie setzt sich der Energiemix in Deutschland zusammen?
In den ersten neun Monaten 2026 kamen 22,5 Prozent aus erneuerbaren Energien und 75,5 Prozent aus Öl, Erdgas und Kohle. Der Rest entfällt unter anderem auf Strom aus Müllverbrennung.
Was ist Primärenergieverbrauch?
Er umfasst die gesamte eingesetzte Energie, einschließlich Umwandlungsverlusten etwa im Kraftwerk. Der Endenergieverbrauch misst dagegen, was bei Haushalten, Verkehr und Betrieben ankommt.
Quellen
- tagesschau.de: Deutsche verbrauchen 2026 weniger Energie, 04.11.2026
- Umweltbundesamt: Energieverbrauch nach Energieträgern und Sektoren
Stand: 6. November 2026. Redaktion Premiumpresse. Dieser Beitrag wurde mit KI auf Grundlage der genannten Quellen erstellt, der Abschnitt „Einordnung“ ist eine Einschätzung der Redaktion. Er ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung.


