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Nachrichten aus Wirtschaft und Mittelstand

Aquakultur in Deutschland: Weniger Fisch, deutlich mehr Muscheln

Stand 6. November 2026 Fischerei Mit KI erstellt

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Insgesamt lag die Aquakulturproduktion bei 39.300 Tonnen.
  • Fische und Muscheln machen zusammen 99,6 Prozent davon aus.
  • Lachsforelle ist keine eigene Art, sondern eine Handelsbezeichnung für große, rotfleischige Regenbogenforellen.
  • Beim Karpfen sank die Erzeugung um 3,3 Prozent auf 4.200 Tonnen.

Deutsche Aquakulturbetriebe haben 2025 weniger Fisch und deutlich mehr Muscheln erzeugt. Die Fischproduktion sank um 1,2 Prozent auf rund 16.600 Tonnen, die Muschelernte stieg um 42,1 Prozent auf 22.600 Tonnen, meldet das Statistische Bundesamt. Das klingt nach einem Trend, ist aber vor allem Natur: Die Muschelernte hängt stark von den Bedingungen im Meer ab und schwankt von Jahr zu Jahr. Forellen und ihre Verwandten bleiben mit 9.800 Tonnen die wichtigste Fischgruppe.

Betonbecken mit klarem Wasser in einer Forellenzucht
Symbolbild, mit KI erzeugt.

Was ist Aquakultur?

Aquakultur bedeutet die kontrollierte Aufzucht von Fischen, Muscheln, Krebstieren oder Algen in Teichen, Becken oder Anlagen im Meer. In Deutschland sind das vor allem Forellenteiche, Karpfenteiche und Muschelkulturen an der Küste. Im Gegensatz zum Fang aus dem Meer wird das Tier also gezielt gehalten oder geerntet.

Aquakultur in Deutschland 2025

Quelle: Statistisches Bundesamt, nach Lebensmittelpraxis

Welche Fische in Deutschland gezüchtet werden

FischartMenge 2025Veränderung zu 2024
Forellenartige insgesamt9.800 Tonnenplus 0,8 Prozent
davon Regenbogenforelle5.200 Tonnenminus 4,3 Prozent
davon Lachsforelle2.200 Tonnenplus 12,4 Prozent
davon Elsässer Saibling1.600 Tonnenplus 8,2 Prozent
Karpfenartige insgesamtrund 4.600 Tonnenminus 4,2 Prozent
davon Gemeiner Karpfen4.200 Tonnenminus 3,3 Prozent
Europäischer Aal1.200 Tonnenminus 1,2 Prozent

Quelle: Statistisches Bundesamt, nach Lebensmittelpraxis

Warum die Muschelernte so stark schwankt

Das Bundesamt weist selbst darauf hin: Schwankungen bei Muscheln sind nicht ungewöhnlich, weil die Ernte stark von natürlichen Bedingungen abhängt. Ein Plus von 42,1 Prozent ist also kein Zeichen für einen plötzlichen Boom, sondern kann im nächsten Jahr wieder verschwinden.

Für Einkäufer heißt das, nicht mit dem Rekordwert zu planen.

Miesmuscheln aus dem Wattenmeer: Wie die Zucht funktioniert

Ein großer Teil der deutschen Muschelernte kommt von der Küste. In Schleswig-Holstein wurden bis etwa zur Mitte des vorigen Jahrhunderts ausschließlich natürliche Muschelbänke befischt, danach stellte die Branche schrittweise auf Aquakultur um. Heute überwiegt nach Angaben des Kieler Fischereiministeriums die Zucht.

Die Jungmuscheln wachsen an sogenannten Saatmuschelgewinnungsanlagen vor Büsum und Sylt heran. Später kommen sie in Kulturbezirke und werden nach zwei bis vier Jahren geerntet. Der Erzeugerorganisation gehören sieben aktive Betriebe an, auf sechs Muschelkuttern und zwei Spezialschiffen arbeiten etwa 45 Menschen. Die nutzbare Fläche für Kulturbezirke steigt nach einer Vereinbarung mit Ministerien und Umweltverbänden von 1.700 auf 1.820 Hektar, die Gebiete im Nationalpark schrumpfen dafür von vier auf drei Wattstromeinzugsgebiete.

Muscheln: Wann ist Saison, und was ist mit der R-Regel?

Im Nationalpark Wattenmeer gilt für Miesmuscheln vom 1. April bis zum 15. Juni eine Schonzeit. Die Ernte der konsumreifen Muscheln beginnt deshalb üblicherweise Anfang Juli. Die Saison für deutsche Ware startet also im Sommer, was viele überrascht.

Die alte Faustregel besagt, Muscheln nur in Monaten mit einem R im Namen zu essen. Sie stammt aus Zeiten, in denen Menschen nach warmen Sommermonaten häufiger erkrankten. Sie hat sich nicht überall gehalten: In Italien kennt man laut Verbraucherzentrale Südtirol sogar die umgekehrte Überlieferung. Entscheidend sind heute Frische und Kühlung, nicht der Monatsname.

Miesmuscheln zubereiten: Was Sie beachten sollten

Verarbeiten Sie nur lebende Muscheln. Spülen Sie sie in kaltem Wasser, bis kein Sand mehr austritt, und entfernen Sie den sogenannten Muschelbart. Sortieren Sie beschädigte und weit geöffnete Muscheln aus. Ein leicht geöffnetes Exemplar sollte sich beim Antippen schließen. Im Sud garen Muscheln etwa fünf bis sieben Minuten, gar sind sie, wenn sie sich geöffnet haben. Für vier Personen nennt ein Rezept zwei Kilogramm. Bleibt eine Muschel nach dem Garen geschlossen, werfen Sie sie weg.

ASC oder MSC: Welches Siegel steht wofür?

SiegelGilt fürHinweis
ASCZucht, auch MuschelnStandard für Aquakultur
MSCwildgefangenen Fisch und FischereienKein reines Zuchtsiegel; die Miesmuschelfischerei in Schleswig-Holstein erhielt es 2016 nach einer Einigung mit Naturschützern

Quelle: Eigene Übersicht, unter anderem nach Schutzstation Wattenmeer. Beide Siegel sind private Programme, keine staatliche Prüfung.

Lachsforelle: Was steckt dahinter?

Lachsforelle ist keine eigene Fischart, sondern eine Handelsbezeichnung für besonders große, rotfleischige Regenbogenforellen. Ein Teil des Rückgangs bei Regenbogenforellen erklärt sich laut Bundesamt durch den Zuwachs bei den Lachsforellen. Wer die Zahlen vergleicht, sollte beide Gruppen zusammen ansehen: In der Summe aller Forellenartigen gab es ein leichtes Plus.

Fisch in Deutschland: Was tatsächlich gegessen wird

Die deutsche Aquakultur ist im Vergleich zum Verbrauch klein. Der größte Teil dessen, was hier auf den Tisch kommt, stammt nicht aus heimischer Zucht.

Kennzahl2025
Verbrauch pro Kopf, Fanggewicht13,9 Kilogramm, plus 1,6 Kilogramm
Einkäufe der Haushaltefast 425.000 Tonnen
Ausgabenmehr als 5,1 Milliarden Euro
Beliebteste ArtenLachs, Alaska-Seelachs, Thunfisch, Hering, Garnelen
Höchster Verbrauch nach LandBremen, 6,2 Kilogramm Produktgewicht ohne Außer-Haus
Fischpreisindex (2020 = 100)130,2, allgemeiner Lebensmittelindex 135,9

Quelle: Fisch-Informationszentrum, nach Lebensmittelpraxis vom 11.09.2026

Einordnung

Die Zahlen zeigen ein kleines, stabiles Geschäft: 39.300 Tonnen sind wenig für ein Land dieser Größe. Der große Muschelzuwachs ist vor allem Schwankung. Dieser Beitrag beruht auf einem Bericht über die Mitteilung des Bundesamts vom Juni und damit auf den neuesten verfügbaren Jahreszahlen. Zu Betriebszahlen, Preisen und Importen enthält er keine Angaben, deshalb bleibt er kürzer.

Häufige Fragen

Was ist Aquakultur?

Die kontrollierte Aufzucht von Fischen, Muscheln, Krebstieren oder Algen in Teichen, Becken oder Anlagen im Meer. In Deutschland betrifft das vor allem Forellen, Karpfen und Muscheln.

Wie viel Fisch kommt aus deutscher Aquakultur?

2025 waren es rund 16.600 Tonnen, 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Mehr als die Hälfte waren Forellen, Saiblinge und andere forellenartige Fische.

Ist Lachsforelle ein Lachs?

Nein. Lachsforelle ist eine Handelsbezeichnung für besonders große, rotfleischige Regenbogenforellen und keine eigene Art.

Wann haben Muscheln Saison?

Für Miesmuscheln aus dem Wattenmeer gilt vom 1. April bis zum 15. Juni eine Schonzeit, die Ernte beginnt üblicherweise Anfang Juli. Die alte R-Regel stammt aus Zeiten schlechterer Kühlung.

Woran erkenne ich frische Miesmuscheln?

Sie sind geschlossen oder schließen sich beim Antippen. Beschädigte und weit geöffnete Muscheln gehören aussortiert, ebenso solche, die nach dem Garen geschlossen bleiben.

Quellen

Stand: 6. November 2026. Redaktion Premiumpresse. Dieser Beitrag wurde mit KI auf Grundlage der genannten Quellen erstellt, der Abschnitt „Einordnung“ ist eine Einschätzung der Redaktion. Er ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung.

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