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Nachrichten aus Wirtschaft und Mittelstand

Ostsee: Küstenfischer dürfen auch 2027 gezielt Hering fangen, und was sonst gilt

Stand 6. November 2026 Fischerei Mit KI erstellt

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Als Beifang bleiben 437 Tonnen westlicher Hering, 31 Tonnen westlicher und 211 Tonnen östlicher Dorsch erlaubt.
  • Abseits der Ausnahme darf Hering in der westlichen Ostsee seit 2022 nicht mehr gezielt gefischt werden.
  • Bei Hering in der mittleren Ostsee steigt die Menge um 71 Prozent auf rund 165.000 Tonnen, deutlich über dem Kommissionsvorschlag von 49 Prozent.
  • Angler dürfen weiter einen Besatzlachs pro Tag fischen.

Deutsche Küstenfischer dürfen auch 2027 mit kleinen Booten und Stellnetzen gezielt Hering in der westlichen Ostsee fangen. Darauf einigten sich die EU-Fischereiminister Ende Oktober und lehnten damit einen Vorschlag der Kommission ab. Hering und Dorsch dürfen im selben Umfang wie bisher als Beifang angelandet werden. In anderen Gebieten steigen die Mengen sogar deutlich, etwa bei der Sprotte um 44 Prozent. Die förmliche Annahme wurde für November erwartet.

Fischer sortiert Stellnetze in einem kleinen Boot im Ostseehafen
Symbolbild, mit KI erzeugt.

Fangmengen Ostsee 2027

BestandMengeVeränderung
Hering, mittlere Ostseerund 165.000 Tonnenplus 71 Prozent
Hering, Rigaischer Meerbusenrund 28.000 Tonnenplus 11 Prozent
Sprotterund 292.000 Tonnenplus 44 Prozent
Schollerund 11.300 Tonnenplus 3 Prozent
Hering, westliche Ostsee437 Tonnen Beifangwie bisher, plus Ausnahme für kleine Boote
Dorsch, westliche Ostsee31 Tonnen Beifangwie bisher
Dorsch, östliche Ostsee211 Tonnen Beifangwie bisher

Quelle: EU-Staaten, Mitteilung nach dpa bei inFranken, 26.10.2026

Warum die Ausnahme für Küstenfischer wichtig ist

Der Hering war einst der Brotfisch der Ostseefischer. In der westlichen Ostsee darf er seit 2022 eigentlich nicht mehr gezielt gefangen werden. Die Ausnahme für die kleine Küstenfischerei mit passivem Fanggerät wie Stellnetzen ist deshalb für die kleine Küstenfischerei wichtig. Die Kommission wollte hier enger werden. Bundesminister Alois Rainer sagte vor dem Treffen, der Vorschlag gehe gerade beim westlichen Hering zu weit.

Streit um den „einzigen Strohhalm“: Forscher und Naturschützer sind uneins

Konkret geht es um Boote unter zwölf Metern mit passivem Fanggerät wie Stellnetzen. Christopher Zimmermann, Leiter des Rostocker Thünen-Instituts für Ostseefischerei, nannte die Ausnahme im Gespräch mit der dpa den einzigen Strohhalm, den die Küstenfischerei noch habe. Die zuletzt zugelassene Menge habe keinen messbaren Einfluss mehr auf die Bestandsentwicklung.

Der Naturschutzbund sieht das anders. Kim Cornelius Detloff, Leiter Meeresschutz, sagt, angesichts der dramatischen Lage komme es auf jede Tonne laichbereiten Herings an, damit sich die Bestände trotz der Klimakrise erholen könnten. Beide Seiten berufen sich auf denselben schlechten Zustand, ziehen aber entgegengesetzte Schlüsse.

Warum sich der Hering in der westlichen Ostsee nicht erholt

Laut Thünen-Institut wird der Bestand auch unabhängig von der Fischerei nicht mehr so groß wie vor 30 Jahren. Spätere und wärmere Winter lassen die Larven früher schlüpfen, bevor es für sie genug Nahrung gibt. Zimmermann hält deshalb den Referenzwert für zu streng: Selbst bei einer Fischerei von null lasse er sich nicht erreichen. Seine Forderung nach einer Neubewertung setzte sich im Mai aber nicht durch. Die Empfehlung des Internationalen Rates für Meeresforschung lautet weiter auf Schließung.

Das hat Folgen für die Betriebe. Die Eigner stillgelegter Schleppnetzkutter an Rügens Küste warten seit Jahren. Wenn es eher zehn bis 15 Jahre dauert als fünf bis sieben, lohne sich das Warten nicht, sagt Zimmermann.

Dorsch und Hering: Zwei frühere Brotfische fehlen

Dorsch und Hering galten einst als Brotfische der Betriebe an der deutschen Küste. Heute darf Dorsch in der westlichen Ostsee nur noch als Beifang angelandet werden. Die Kommission wollte die Menge dort um fast 90 Prozent kürzen und die für Heringsbeifang fast halbieren. Beschlossen wurde dann, dass sie gleich bleiben: 31 Tonnen Dorsch und 437 Tonnen Hering. Das klingt nach einem Erfolg, bleibt für eine ganze Küste aber wenig.

Warum Beifang über die Scholle entscheidet

Beifang sind Fische, die unbeabsichtigt mitgefangen werden. Das Ministerium erklärt: Durch die Mengen für Dorsch bleibt die Fischerei auf Plattfische wie Scholle ohne Einschränkungen möglich, denn dort geht oft Dorsch mit ins Netz. Eine zu kleine Beifangmenge könnte also auch die Schollenfischerei bremsen.

Warum die Minister über dem Vorschlag liegen

Bei Hering in der mittleren Ostsee beschlossen die Minister plus 71 Prozent, die Kommission hatte 49 Prozent vorgeschlagen. Die Staaten begründen das mit den Beständen. Die Kommission erarbeitet ihre Vorschläge auf Basis der Empfehlungen des ICES, um Überfischung zu verhindern. Die Ostsee leidet unter anderem unter Klimawandel und dem Verlust biologischer Vielfalt. Ob die höheren Mengen auf Dauer tragen, lässt sich aus der Meldung nicht beurteilen. Eine Stimme aus der Wissenschaft enthält sie nicht.

Was gilt für Angler?

Die Regelung für die Freizeitfischerei auf Lachs wird fortgeführt: Angler dürfen auch 2027 einen Besatzlachs pro Tag fischen. Weitere Regeln etwa für Dorsch nennt die Quelle nicht. Prüfen Sie vor dem Angeln die Vorgaben für Ihr Bundesland und Gebiet.

Einordnung

Die Minister haben die kleine Küstenfischerei geschützt und sind beim Hering in der Mitte der Ostsee über den Vorschlag hinausgegangen. Für die wenigen verbliebenen Küstenbetriebe ist das eine gute Nachricht, an der schwierigen Lage der westlichen Bestände ändert es nichts. Unsere Grundlage ist eine Agenturmeldung, die vor allem die Sicht der Politik wiedergibt. Stimmen von Fischern und Meeresforschern fehlen darin, deshalb bleibt die Bewertung offen.

Häufige Fragen

Dürfen Ostseefischer 2027 Hering fangen?

Ja, kleine Boote mit passivem Fanggerät wie Stellnetzen dürfen in der westlichen Ostsee weiter gezielt Hering fangen. Sonst ist das seit 2022 verboten. Als Beifang bleiben 437 Tonnen erlaubt.

Wie hoch sind die Fangmengen in der Ostsee 2027?

Hering in der mittleren Ostsee rund 165.000 Tonnen, Sprotte rund 292.000 Tonnen, Scholle rund 11.300 Tonnen, Hering im Rigaischen Meerbusen rund 28.000 Tonnen.

Dürfen Angler Lachs fangen?

Ja, die Regelung wird fortgeführt. Angler dürfen auch 2027 einen Besatzlachs pro Tag fischen.

Warum erholt sich der Hering in der Ostsee nicht?

Laut Thünen-Institut schlüpfen die Larven wegen wärmerer Winter früher, als es genug Nahrung für sie gibt. Der Bestand könne deshalb auch ohne Fischerei nicht mehr so groß werden wie vor 30 Jahren.

Quellen

Stand: 6. November 2026. Redaktion Premiumpresse. Dieser Beitrag wurde mit KI auf Grundlage der genannten Quellen erstellt, der Abschnitt „Einordnung“ ist eine Einschätzung der Redaktion. Er ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung.

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