Das Wichtigste auf einen Blick
- Gegründet haben Solid Labs Patrick Prokesch und Christoph Schütte, die zuvor bei einem an Canva verkauften Unternehmen und bei Google arbeiteten.
- Solid wirbt mit echtem Material statt rein KI-generierten Bildern.
- Laut Anbieter nutzen unter anderem HOLY, Ahead, Too Good To Go, TEVEO und die Dr. Wolff Group das Werkzeug.
- Bei Verstößen gegen die Transparenzpflichten nennen Fachkanzleien Bußgelder bis 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des Jahresumsatzes.
Das Berliner Start-up Solid Labs öffnet seine KI-Plattform für Videoanzeigen ab sofort für alle Marken und Agenturen. Ein Software-Agent soll aus vorhandenem Material laufend neue Anzeigen für Meta, TikTok und YouTube erstellen, vom Skript bis zur Sprachversion. Die Zahlen dazu stammen vom Anbieter und sind nicht unabhängig geprüft. Wer KI-Videos einsetzt, muss außerdem das EU-Recht beachten: Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des AI Act, etwa die Kennzeichnung täuschend echter Inhalte.
Was Solid anbietet
Solid versteht sich laut Mitteilung nicht als weiterer KI-Videogenerator, sondern als Werkzeug, das aus echten Aufnahmen neue Varianten baut. Der Solid Agent übernimmt in einer Unterhaltung Skript, Stimme, Szenenauswahl und Schnitt. Dazu kommen andere Einstiege, Formate und Sprachen. Tonfall und Regeln der Marke lernt das System in einem Bereich namens Brand Hub. Skript, Stimme und Video lassen sich von Hand ändern.
Der Zeitpunkt ist gewählt: Black Friday, Cyber Monday und Weihnachten sind für Konsumgütermarken die wichtigste Zeit. Manche erzielen laut Solid im vierten Quartal bis zu 40 Prozent ihres Jahresumsatzes.
Was Solid als Ergebnisse nennt
| Kunde | Angabe des Anbieters |
|---|---|
| Too Good To Go | Länderteams lokalisieren Anzeigen in 21 Märkten selbst, Kosten pro Erstkauf unter denen externer Agenturen |
| HOLY | Anzeigen viermal schneller, Kampagnen in neuen Märkten binnen 24 Stunden |
| TEVEO | über 200 finale Videos aus einem Shoot in einer Woche |
Quelle: Solid Labs, Mitteilung vom 05.11.2026. Keine unabhängige Prüfung.
Warum das Thema Marken beschäftigt
Laut Solid verlieren Anzeigen auf Plattformen wie TikTok und Instagram oft schon nach Wochen oder Tagen ihre Wirkung, und rund 90 Prozent der Video-Anzeigen funktionierten gar nicht erst. Diese Zahl nennt der Anbieter ohne Beleg, sie sollte man also als Verkaufsargument lesen. Die Grundidee ist aber nachvollziehbar: Wer viele Varianten testet, findet eher eine, die wirkt, und braucht dafür weniger Drehtage.
Der Gegenpunkt: Mehr Varianten ersetzen keine gute Idee, und jede Anzeige braucht Freigabe, Prüfung und Budget zum Testen. Solid nennt echte Menschen und Produkte als Stärke, weil Anzeigen mit echtem Material glaubwürdiger wirkten als rein KI-generierte. Auch das ist die Sicht des Anbieters.
KI-Kennzeichnungspflicht: Was seit August 2026 gilt
Artikel 50 des AI Act gilt seit dem 2. August 2026. Er enthält mehrere Pflichten. Anbieter von Chatbots müssen mitteilen, dass Nutzer mit einer KI sprechen. Anbieter generativer Systeme müssen ihre Ausgaben maschinenlesbar kennzeichnen, bestehende Systeme haben dafür laut Digital Omnibus bis zum 2. Dezember 2026 Zeit. Für Unternehmen, die solche Inhalte verbreiten, ist Absatz 4 wichtig: Bild-, Ton- und Videoinhalte, die real wirken und täuschen könnten, müssen klar als künstlich erzeugt oder verändert erkennbar sein.
Ob das für einen konkreten Spot gilt, hängt vom Inhalt ab. Eine erfundene Sprecherin, die wie eine echte Kundin aussieht, ist etwas anderes als ein Text über Produktbildern. Unsere Quellen behandeln Werbung nicht gesondert, und die Kommission hat Leitlinien angekündigt. Bei offenkundig künstlerischen oder fiktionalen Werken ist die Pflicht begrenzt. Hinzu kommt das Wettbewerbsrecht: Falsche Kundenstimmen sind auch ohne KI irreführend.
Was bei KI-Anzeigen zu prüfen ist
| Frage | Warum es wichtig ist |
|---|---|
| Wirkt die Person oder Szene echt, ist aber erzeugt? | Kennzeichnung nach Artikel 50 Absatz 4 möglich |
| Wurde eine echte Person verändert? | Persönlichkeitsrecht, Einwilligung und Kennzeichnung prüfen |
| Woher stammen Musik, Stimme und Footage? | Urheber- und Lizenzrechte bleiben bestehen |
| Macht die Anzeige Aussagen zu Wirkung und Preis? | Irreführungsverbot gilt auch für automatisch erzeugte Texte |
| Werden Kundendaten hochgeladen? | Datenschutz und Auftragsverarbeitung klären |
Quelle: Eigene Übersicht nach McCann FitzGerald und Baker Botts; keine Rechtsberatung
Worauf Marken bei KI-Video-Werkzeugen achten sollten
Premiumpresse
Worauf Marken bei KI-Video-Werkzeugen achten sollten
https://www.premiumpresse.de/start-up-solid-ki-plattform-videoanzeigen/ · Stand 6. November 2026
Vor dem Vertrag
Im Betrieb
Dient der Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.
Einordnung
Dass ein Start-up sein Produkt öffnet, ist für sich kaum eine Nachricht. Interessant ist die Richtung: Immer mehr Werbung entsteht in Masse aus wenig Rohmaterial, und damit steigt auch der Prüfaufwand. Alle Leistungszahlen stammen von Solid, Vergleichswerte zu Wettbewerbern liegen uns nicht vor. Die rechtliche Einordnung beruht auf Kanzleibeiträgen, da die Leitlinien der Kommission noch ausstehen. Lassen Sie Kampagnen mit täuschend echten Personen im Zweifel juristisch prüfen.
Häufige Fragen
Muss KI-generierte Werbung gekennzeichnet werden?
Täuschend echte Bild-, Ton- und Videoinhalte müssen nach Artikel 50 Absatz 4 des AI Act klar als künstlich erkennbar sein. Ob das eine Anzeige trifft, hängt vom Inhalt ab. Leitlinien der Kommission stehen noch aus.
Seit wann gilt die KI-Kennzeichnungspflicht?
Die Transparenzpflichten aus Artikel 50 gelten seit dem 2. August 2026. Für die maschinenlesbare Kennzeichnung bestehender Systeme gibt es eine Frist bis zum 2. Dezember 2026.
Welche Strafen drohen bei Verstößen?
Fachkanzleien nennen Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes, je nachdem, was höher ist.
Was macht Solid?
Das Berliner Start-up bietet ein Werkzeug, das aus vorhandenem Videomaterial neue Anzeigen für Meta, TikTok und YouTube erstellt, einschließlich Skript, Stimme und Sprachversionen. Die Leistungsangaben stammen vom Anbieter.
Quellen
- Solid Labs, Mitteilung vom 05.11.2026
- McCann FitzGerald: EU AI Act Transparency Compliance
- Baker Botts: Article 50 Transparency Obligations
Stand: 6. November 2026. Redaktion Premiumpresse. Dieser Beitrag wurde mit KI auf Grundlage der genannten Quellen erstellt, der Abschnitt „Einordnung“ ist eine Einschätzung der Redaktion. Er ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung.


