Das Wichtigste auf einen Blick
- In Weser-Ems entstehen jährlich 74.600 Tonnen Ammoniak, mehr als doppelt so viel wie in Schleswig-Holstein.
- Rund 84 Prozent der Methanemissionen in Weser-Ems stammen aus der Rinderhaltung.
- Laut Umweltbundesamt verursacht die Landwirtschaft etwa 93 Prozent des deutschen Ammoniaks.
- Deutschland muss seine Ammoniakemissionen bis 2030 um 29 Prozent gegenüber 2005 senken.
- Rinderbetriebe sind von der Richtlinie bisher ausgenommen, das Thema liegt auf europäischer Ebene zur Prüfung.
Deutschland gehört nach einer neuen Analyse zu den größten Verursachern von Methan und Ammoniak aus der europäischen Viehhaltung: Platz zwei bei Methan mit 1,18 Millionen Tonnen im Jahr, Platz drei bei Ammoniak mit 443.800 Tonnen. Schwerpunkt ist die Region Weser-Ems in Niedersachsen. Die Zahlen stammen von der Deutschen Umwelthilfe, der Universität Oxford und der Changing Markets Foundation. Die Umwelthilfe fordert, auch große Rinderbetriebe unter die EU-Industrieemissionsrichtlinie zu stellen.
Weser-Ems und Schleswig-Holstein im Vergleich
| Emission pro Jahr | Weser-Ems | Schleswig-Holstein |
|---|---|---|
| Ammoniak | 74.600 Tonnen | 34.190 Tonnen |
| Methan aus der Tierhaltung | 149.170 Tonnen | 102.490 Tonnen |
Quelle: Deutsche Umwelthilfe, Universität Oxford, Changing Markets Foundation, 03.11.2026
Warum gerade Weser-Ems?
Die Region im Westen Niedersachsens hat eine hohe Dichte an Rindern, Schweinen und Geflügel. Die Analyse betrachtet Methan und Ammoniak gemeinsam und zeigt Regionen, in denen sich beide Belastungen überschneiden. Weser-Ems liegt bei beiden vorn. DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch spricht von einer Intensivregion, in der sich Millionen Tiere auf engstem Raum konzentrierten.
Die Werte beruhen auf einer Berechnung der Auftraggeber, die Methode lässt sich aus der Mitteilung allein nicht nachprüfen. Die Umwelthilfe ist ein Verband mit klarer Haltung und klagt in diesem Feld auch selbst.
Was machen Methan und Ammoniak?
Methan ist ein Treibhausgas. Über zwanzig Jahre betrachtet erwärmt es die Erde laut der Mitteilung mehr als 80-mal stärker als CO2. Bei Rindern entsteht es vor allem im Verdauungsprozess.
Ammoniak ist vor allem ein Luftschadstoff. Es trägt zur Bildung von Feinstaub bei, der in belasteten Regionen das Risiko für Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Nach Angaben des Umweltbundesamts stammen etwa 93 Prozent des deutschen Ammoniaks aus der Landwirtschaft, rund 70 Prozent aus der Tierhaltung und etwa 25 Prozent aus dem Ausbringen von Mineraldünger und Gärresten.
Welche Regeln gelten für Tierhaltungsbetriebe?
Schweine- und Geflügelbetriebe fallen unter die EU-Industrieemissionsrichtlinie. Für sie sind verbindliche Ammoniak-Grenzwerte und Maßnahmen zur Methanminderung vorgesehen. Die Rinderhaltung bleibt ausgenommen. Das Umweltbundesamt schreibt, es werde derzeit noch geprüft, ob Rinderanlagen einbezogen werden, und hält das aus Umweltsicht für überfällig.
In Deutschland braucht der Bau oder Umbau größerer Tierhaltungsanlagen je nach Tierart und Platzzahl außerdem eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz, teils mit Öffentlichkeitsbeteiligung. Abluftreinigungsanlagen sind laut Umweltbundesamt eine geeignete Maßnahme, um Emissionen aus dem Stall zu mindern. In Deutschland laufen über 1.000, vor allem in der Schweinemast.
Der Rechtsstreit um die Luftreinhaltung
Deutschland muss seine Ammoniakemissionen nach der EU-Richtlinie über nationale Emissionsreduktionen bis 2030 um 29 Prozent gegenüber 2005 senken. Die Umwelthilfe klagte wegen des nationalen Luftreinhalteprogramms und bekam 2024 vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg recht. Die Bundesregierung legte Rechtsmittel ein. Das Bundesverwaltungsgericht hat zentrale Fragen dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt, entschieden ist also noch nichts.
Was Betriebe in der Region im Blick behalten sollten
Gut zu wissen
Rinderhaltung
Beobachten Sie die Prüfung auf EU-Ebene. Eine Einbeziehung würde große Betriebe treffen, wann und ab welcher Größe, ist offen.
Gut zu wissen
Neubau und Umbau
Planen Sie Genehmigungen und mögliche Auflagen zur Abluft früh ein. Fragen Sie die Immissionsschutzbehörde, bevor Sie sich festlegen.
Gut zu wissen
Düngung
Auch beim Ausbringen entsteht Ammoniak. Emissionsarme Technik ist ein Hebel, den Betriebe selbst in der Hand haben.
Einordnung
Dass die Tierhaltung ein großer Ammoniakverursacher ist, bestätigt auch das Umweltbundesamt. Die konkreten Regionalwerte und das scharfe Urteil stammen dagegen von der Umwelthilfe, die politische Ziele verfolgt. Für Betriebe ist die entscheidende Frage nicht die Rangliste, sondern ob die EU die Rinderhaltung einbezieht. Und für die Bundesregierung, wie das offene Verfahren beim Europäischen Gerichtshof ausgeht.
Häufige Fragen
Warum gilt Weser-Ems als Brennpunkt?
In der Region entstehen laut Analyse jährlich 74.600 Tonnen Ammoniak und 149.170 Tonnen Methan aus der Tierhaltung. Das ist bei beiden der höchste Wert in Deutschland. Die Zahlen stammen von der Deutschen Umwelthilfe und der Universität Oxford.
Wie schädlich ist Methan aus der Tierhaltung?
Über zwanzig Jahre betrachtet erwärmt Methan die Erde laut der Analyse mehr als 80-mal stärker als CO2. In Weser-Ems stammen rund 84 Prozent des Methans aus der Tierhaltung von Rindern.
Woher kommt das Ammoniak in Deutschland?
Laut Umweltbundesamt zu etwa 93 Prozent aus der Landwirtschaft, davon der größte Teil aus der Tierhaltung. Ammoniak trägt zur Bildung von Feinstaub bei.
Gelten für Rinderbetriebe strengere Emissionsregeln?
Bisher sind sie von der EU-Industrieemissionsrichtlinie ausgenommen. Das Umweltbundesamt schreibt, eine Einbeziehung werde geprüft. Die Umwelthilfe fordert sie für große Betriebe.
Quellen
Stand: 6. November 2026. Redaktion Premiumpresse. Dieser Beitrag wurde mit KI auf Grundlage der genannten Quellen erstellt, der Abschnitt „Einordnung“ ist eine Einschätzung der Redaktion. Er ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung.


