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Nachrichten aus Wirtschaft und Mittelstand

Arbeitskosten: 49,41 Euro je Stunde in Hamburg, 36,40 Euro in Mecklenburg-Vorpommern

Stand 6. November 2026 Karriere Mit KI erstellt

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In den ostdeutschen Flächenländern und Schleswig-Holstein liegen die Kosten unter 40 Euro je Stunde.
  • Die Spitzengruppe bilden Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und die Stadtstaaten.
  • Für Entgeltfortzahlung zahlten Arbeitgeber 2024 durchschnittlich 2.677 Euro je Vollzeitkraft, 2008 waren es 1.262 Euro.
  • Die Daten sind die jüngsten verfügbaren und beziehen sich auf 2024, nicht auf heute.

Eine geleistete Arbeitsstunde kostete Arbeitgeber in Deutschland 2024 im Schnitt 44,32 Euro. Am teuersten war sie in Hamburg mit 49,41 Euro, am günstigsten in Mecklenburg-Vorpommern mit 36,40 Euro, meldet das Statistische Bundesamt. Der Unterschied zwischen den Branchen ist noch größer: In der Gastronomie 25,73 Euro, in der Personenbeförderung per Flugzeug 83,78 Euro. Gut drei Viertel der Kosten sind Bruttoverdienste, 22,6 Prozent Sozialbeiträge der Arbeitgeber. Die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall hat sich je Vollzeitkraft seit 2008 mehr als verdoppelt.

Beschäftigte in Arbeitskleidung gehen zum Schichtwechsel durch ein Werkstor
Symbolbild, mit KI erzeugt.

Arbeitskosten je geleisteter Stunde, 2024

Quelle: Statistisches Bundesamt, 05.11.2026; Auswahl

Warum die Unterschiede zwischen den Ländern so groß sind

Das Bundesamt beschreibt drei Gruppen: die östlichen Flächenländer und Schleswig-Holstein unter 40 Euro, eine Mitte aus Saarland, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz von 42,53 bis 44,15 Euro und die Spitze mit Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und den Stadtstaaten. Die Mitteilung nennt dafür keine einzelnen Gründe. Eine Rolle spielt vermutlich, welche Branchen und Betriebsgrößen in einem Land stark sind, denn ein Land mit vielen Banken und Konzernzentralen kostet je Stunde mehr als eines mit viel Gastgewerbe. Das ist unsere Einordnung, keine Aussage der Statistik.

Für Betriebe heißt das: Der Standort allein erklärt die Kosten nicht. Innerhalb einer Branche sind die Unterschiede meist kleiner als der Länderdurchschnitt nahelegt.

Arbeitskosten nach Branche

WirtschaftszweigEuro je Stunde
Personenbeförderung in der Luftfahrt83,78
Tabakverarbeitung75,82
Kokerei und Mineralölverarbeitung74,40
Kohlebergbau73,75
Durchschnitt44,32
Gebäudebetreuung, Garten- und Landschaftsbau27,34
Beherbergung26,68
Gastronomie25,73

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2024; oberes und unteres Ende der Verteilung

Was gehört zu den Arbeitskosten?

Arbeitskosten sind alles, was ein Arbeitgeber für Beschäftigung aufwendet, der Lohn ist nur der größte Teil. Sie bestehen aus Bruttoverdiensten und Lohnnebenkosten. Zu den Bruttoverdiensten gehören das Entgelt für geleistete Arbeitszeit, Sonderzahlungen, vermögenswirksame Leistungen und die Vergütung für nicht gearbeitete Tage, also Urlaub und Feiertage.

Lohnnebenkosten sind vor allem die Sozialbeiträge der Arbeitgeber und die Aufwendungen für Aus- und Weiterbildung. Gemessen wird je tatsächlich geleisteter Stunde. Urlaub und Krankheit erhöhen also den Preis jeder gearbeiteten Stunde.

Struktur der Arbeitskosten 2024

Quelle: Statistisches Bundesamt. Teilbeträge, nicht alle Posten dargestellt; die Entgeltfortzahlung ist Teil der Sozialbeiträge.

Krankheitskosten: Warum dieser Posten wächst

Die Entgeltfortzahlung macht nur einen kleinen Teil aus, ihr Anteil stieg aber von 2,7 Prozent im Jahr 2008 auf 3,6 Prozent 2024. In Euro hat sich der Betrag mehr als verdoppelt, von durchschnittlich 1.262 auf 2.677 Euro je Vollzeitkraft. Ursachen nennt die Mitteilung nicht. Die Struktur insgesamt blieb seit 2008 nahezu unverändert. Der höhere Anteil der Sonderzahlungen kann laut Bundesamt mit den bis Ende 2024 auszahlbaren Inflationsausgleichsprämien zusammenhängen.

Arbeitgeberkosten berechnen: Eine Faustrechnung

Wer einen Mitarbeiter einstellt, sollte mehr als den Bruttolohn einplanen.

Bruttomonatslohnplus rund 30 Prozent ZusatzkostenKosten im Jahr
3.000 Euro3.900 Euro46.800 Euro
4.000 Euro5.200 Euro62.400 Euro
5.000 Euro6.500 Euro78.000 Euro

Quelle: Eigene Überschlagsrechnung, kein amtlicher Wert. Der tatsächliche Aufschlag hängt von Beiträgen, Umlagen und Sonderzahlungen ab.

Was Betriebe damit anfangen können

Gut zu wissen

Angebote kalkulieren

Rechnen Sie Ihren Stundensatz von den Gesamtkosten aus, einschließlich Urlaub, Krankheit und unproduktiver Zeit. Andernfalls ist er oft zu niedrig.

Gut zu wissen

Standortvergleich

Vergleichen Sie Löhne in Ihrer Branche, nicht den Länderschnitt. Ein Wert aus Hamburg hängt auch an den dortigen Branchen.

Gut zu wissen

Krankenstand

Prüfen Sie, was Ausfälle im eigenen Betrieb kosten. Gesundheitsangebote lassen sich so besser einordnen.

Einordnung

Die Zahlen eignen sich gut, um Größenordnungen zu verstehen, und schlecht für politische Schlagworte. Der Abstand zwischen Hamburg und dem Nordosten ist groß, er erklärt sich aber zum Teil aus der Wirtschaftsstruktur. Auffällig ist der Anstieg bei der Entgeltfortzahlung, über dessen Ursachen die Mitteilung nichts sagt. Vergleichswerte aus anderen EU-Staaten enthält sie nicht, sie wären einen eigenen Blick wert.

Häufige Fragen

Was kostet eine Arbeitsstunde in Deutschland?

2024 im Schnitt 44,32 Euro je geleisteter Stunde. Am höchsten waren die Kosten in Hamburg mit 49,41 Euro, am niedrigsten in Mecklenburg-Vorpommern mit 36,40 Euro.

Was gehört zu den Arbeitskosten?

Bruttoverdienste, Sonderzahlungen, Vergütung für nicht gearbeitete Tage, Sozialbeiträge der Arbeitgeber und Kosten für Aus- und Weiterbildung. Gemessen wird je tatsächlich geleisteter Stunde.

Welche Branche hat die höchsten Arbeitskosten?

Die Personenbeförderung in der Luftfahrt mit 83,78 Euro je Stunde. Am niedrigsten waren die Kosten in der Gastronomie mit 25,73 Euro.

Wie viel kostet Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung?

2024 durchschnittlich 2.677 Euro je Vollzeitkraft, 2008 waren es 1.262 Euro. Der Anteil an den Arbeitskosten stieg von 2,7 auf 3,6 Prozent.

Quellen

Stand: 6. November 2026. Redaktion Premiumpresse. Dieser Beitrag wurde mit KI auf Grundlage der genannten Quellen erstellt, der Abschnitt „Einordnung“ ist eine Einschätzung der Redaktion. Er ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung.

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