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(premiumpresse) - 25.08.2009 12:05 - Schon 1983 wussten die Behörden, dass der Gorlebener Salzstock als Atommüllendlager nicht geeignet ist. In ihrem Gutachten fielen alle Zweifel unter den Tisch - die damalige CDU-Regierung unter Helmut Kohl hatte interveniert. Drei Jahre später begann der Ausbau des Salzstocks zum Endlager.
Details zu diesem Bild anzeigenArbeiter bei Abteufarbeiten auf der Schacht-Sohle im geplanten niedersaechsischen Endlager Gorleben. Befunde unabhaengiger Wissenschaftler belegen, dass der Salzstock Kontakt mit...Grundlage für den Ausbau in industriellem Maßstab war ein Zwischenbericht der BfS-Vorläuferbehörde PTB, der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, vom Mai 1983. Er beruhte auf den Tiefbohrungen zur Voruntersuchung des Salzstocks. Danach seien die Aussagen über seine Eignungshöffigkeit für die Endlagerung der vorgesehenen radioaktiven Abfälle voll bestätigt.
In ihrer Ausgabe vom 25. August 2009 deckt die Frankfurter Rundschau auf, dass dieser Bericht das Ergebnis einer Expertenbesprechung vom 5. Mai 1983 war. Zu dem Treffen waren unerwartet auch Mitglieder der Kohl-Regierung erschienen. Sie forderten die PTB auf, ihr Gutachten umzuschreiben. Gorleben wurde auf Weisung von oben schöngeredet.
Der Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, Wolfgang Ehmke, hat kürzlich nach langem Drängen im Bundesamt für Strahlenschutz die verschiedenen Entwürfe zu dem Zwischenbericht einsehen können. Er stellte fest, dass in den Vorentwürfen keinerlei Bestätigung der Eignungshöffigkeit zu finden ist. Es finden sich im Gegenteil Beweise dafür, dass die Experten den Salzstock schon damals für ungeeignet hielten.
Wörtlich heißt es in den Papieren, es sei festzustellen, daß die über den zentralen Bereichen des Salzstocks Gorleben vorkommenden tonigen Sedimente keine solche Mächtigkeit und durchgehende Verbreitung haben, daß sie in der Lage wären, Kontaminationen auf Dauer von der Biosphäre fernzuhalten.
Die Wissenschaftler betonen, dass mit radioaktiven Verseuchungen des Grundwassers nach 600 - 1170 Jahren gerechnet werden müsse. Heute fordern Regierung und Wissenschaft in den Sicherheitsanforderungen für ein Endlager, dass die Abfälle für eine Million Jahre wirksam von der Biosphäre abgeschlossen sein müssen.
Vor dem Hintergrund des heutigen FR-Artikels fordert Greenpeace die Einrichtung eines Bundestagsuntersuchungsausschusses. Die dubiosen Vorgänge, die zur Festlegung auf den Salzstock Gorleben als Atomendlager geführt haben, müssen aufgeklärt werden.
Es muss offengelegt werden, wer die Vertreter des Bundeskanzleramtes waren, die nach der Bundestagswahl 1983 Druck auf jene Wissenschaftler ausgeübt haben, fordert Atomexperte Tobias Münchmeyer von Greenpeace. War es Wolfgang Schäuble? War es Horst Teltschik? War es Philipp Jenninger? In jedem Fall trägt der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl die politische Verantwortung.
Das Lügengebäude sei zusammengekracht, sagt Münchmeyer. Merkels CDU hat sich mit ihrer Gorleben-Fixierung vollkommen verrannt und muss nun endlich den Weg frei machen für eine ergebnisoffene Endlagersuche - ohne Gorleben.
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