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Erfolgsebook- In weniger als 80 Tagen um die Welt

Mechernich, Pressemitteilung vom 18.01.2009 15:16:50

Erfolgsebook- In weniger als 80 Tagen um die Welt

Sydney - Um von Zürich nach Sydney zu gelangen bedarf es in der Regel 20 Stunden und einem Zwischenstopp. Es sei denn, man folgt der Route des Schweizer Architekten und Fotografen Nicolas Perren und seines Vaters, dem Arzt Stephan Perren. Die beiden Privatpiloten, die 20 beziehungsweise 53 Jahre Flugerfahrung haben, umrundeten den halben Erdball in ihrem viersitzrigen einmotorigen Mooney Flugzeug.

Die Idee zu dieser außergewöhnlichen Reise entstand, als beide zufällig zur gleichen Zeit Stellenangebote in Australien erhielten: Nicolas als Architekt bei der Firma Turner - Associates Architects in Sydney, Stephan als Professor an der University of Technology in Queensland, wo er etwa ein bis zwei Monate im Jahr beschäftigt ist. Stephan ist Wissenschaftler, der auf den Bereich Unfallchirurgie spezialisiert ist. Er leitete 30 Jahre lang die international rennomierte AO Foundation und ist pensionierter Professor für Chirurgie der Universität Basel/Schweiz, und der Universität Guelph/Kanada.

Sein Sohn arbeitete in Davos, Zürich, San Francisco und zuletzt zehn Jahre in Berlin, wo er an der Umgestaltung der neuen Architektur in der Stadt beteiligt war. Er lebt nun mit seiner Frau Claudia und seiner siebenjährigen Tochter Lara sowie seinem einjährigen Sohn Paul in Sydney.

Nachdem die Jobangebote in der für sie neuen fremden Welt eintrafen, überlegten die beiden Instrumentenflugpiloten, dass ihr Flugzeug das ideale Gefährt sei, um die Strecke zwischen Brisbane und Sydney zurückzulegen.

-Als wir daher darüber nachdachten, es mitzunehmen, brachte mein Vater die Schnappsidee hervor, dann sollten wir doch einmal um die ganze Erde fliegen-, berichtet Nicolas lachend. -Wir haben fast jedes Jahr eine gemeinsame Flugreise unternommen. Unser Ziel war meist das Nordkap, das wir jedoch nie ganz erreichten.- Ihr neues Ziel sollte eine weitaus größere Herausforderung darstellen.

Nach einer einjährigen Vorbereitungszeit startete das Vater-Sohn-Team am 27. September 2005 von Zürich. Mit 23 Zwischenstopps auf der sechswöchigen Hinreise gelangten sie über die Türkei, Iran, Indien, Nepal, Myanmar (Burma), Thailand, Kambodschia, Malaysien, Singapur und Indonesien am 4. November in Sydney.

Nach einem etwa sechsmonatigem Aufenthalt in Australien führte sie der Rückweg, der am 19. Juni 2006 begann, über die Philippinen, Hong Kong, Taiwan, Japan, Russland, USA, Kanada, Grönland, Island und England. Nicolas musste sich in Kanada aus beruflichen Gründen verabschieden und zurück nach Sydney fliegen. Stephan setzte die restliche Rückreise mit Heinz Allenspach, einem Freund, fort und sie erreichten Ende Juli wieder seine Heimat.

Während ihrer Flüge wurde auf ihrer Homepage www.spirit-of-davos.ch über Satellitenbild alle fünfzehn Minuten ihr aktueller Aufenthaltsort übertragen. Etwa ein Fünftel der Reise wurde von Firmen gesponsert, unter anderem von Canon und ZDF Wetter, für die sie das Wetter übertrugen, die restlichen Kosten übernahmen sie selbst. Sie legten etwa 53.000 Kilometer zurück.

Stephan beschloss, die Route mit seinem Beruf zu verbinden und organisierte Vorträge mit Medizinern in anderen Ländern, um mit ihnen die Behandlungsmethoden von Osteoporose bei Knochenbruchpatienten zu diskutieren und sich auszutauschen. So traf er sich mit Kollegen in der Türkei, Iran, Neu Dehli und anderen Ländern und hielt dort außerdem Vorträge, in denen er seine Stiftung und seine medizinische Arbeit vorstellte.

Um die Reise ohne Komplikationen durchführen zu können, beauftragten sie die Firma -Flight Service International-, die ihnen die Überfluggenehmigungen und Landeerlaubnisse organisierte. -Auf einem großen Flugplatz ist ein kleiner Flieger wie der unsere schnell verloren-, erläutern Nicolas und Stephan. Daher sei eine gute Organisation sehr wichtig, fügt Stephan hinzu. Dennoch kann es unerwartete Probleme geben. Das mussten sie zu ihrer Überraschung zum Beispiel in Australien feststellen. Als sie in Darwin Richtung Timor wieder starten wollten, hieß es, sie hätten sich 24 Stunden vorher anmelden müssen. Es bedurfte langer Diskussionen, bis ihnen schließlich doch die Starterlaubnis erteilt wurde.

Dass nicht alles geplant werden konnte, war bereits vor der Reise abzusehen. Es gab sowohl positive als auch negative Überraschungen. Positiver Art waren vor allem ihre Eindrücke im Iran. -Die Menschen hier waren sehr faszinierend-, so Nicolas. -Dass man uns in diesem Land, das in den Medien einzig als Kriegsland präsentiert wird, so freundlich begegnet, hat uns sehr überrascht-, erläutert Stephan.

Unangenehm empfanden sie den Flug durch Russland. -Wenn hier etwas passiert wäre, hätten wir eventuell keine Hilfe bekommen beziehungsweise lange warten müssen-, so die beiden Privatpiloten.

Die Wetterbedingungen und die langen Flugzeiten brachten manchmal unangenehme Situationen mit sich. -Wir werden in solchen Momenten beide sehr still.-, berichtet Nicolas, -so haben wir beispielsweise einmal ein merkwürdiges Geräusch im Flugzeug wahrgenommen. Wir überprüften, woher es kommt, um den Flug sicherzustellen, aber erst nach der Landung haben wir ausführlich darüber geredet.-

Die Flugstunden betrugen zeitlich nicht mehr als auf ihren vorherigen Reisen - meist flogen sie an einem Tag vier bis sechs Stunden. Ihr Plan, früh morgens zu starten, um der unangenehmen Hitze zu entgehen, wurde häufig durch Verzögerungen am Flughafen zunicht gemacht. Das Wetter beeinflusste die Flugzeiten erheblich. Den Flug von Bali nach Darwin ließ ein starker Gegenwind neuneinhalb Stunden andauern. Nach den Flügen stiegen sie meist ermüdet aus ihrer Maschine. -Hoch oben in der Luft muss sparsam mit dem Sauerstoff umgegangen werden und wenn man nach einer solch strapaziösen Fahrt aus dem Flugzeug steigt, ist sehr erschöpft-, berichtet Nicolas.

Nachdem Nicolas und Stephan Perren nach ihrer dreimonatigen Reise wieder in der Schweiz gelandet waren, entstand die Idee, ein Buch zu verfassen. Zwei Jahre lang arbeiteten sie an diesem Projekt, bis dieses 2008 in der Schweiz und in Australien erschien. Es ist eine außergewöhnliche Mischung aus einem 60 Seiten umfassenden medizinischen Bericht über Osteoporose und Knochenbruchbehandlungen, einer Menge eindrucksvoller Fotografien und einer Art Reisetagebuch.

-Es war schön, auf diese Weise, die Reise nachzuarbeiten. Ohne das Buch wäre sie nicht wirklich abgeschlossen worden.-, so Nicolas.

Der Fotograf stellt zudem seine Luftaufnahmen unter dem Thema Mass-stab-los in der Dominik Mersch Gallery in Sydney aus. Sein Hauptanliegen dieser Fotografien ist, Landschaften aus einer Perspektive festzuhalten, die für den Betrachter auf den ersten Blick völlig neu, fremd und unbekannt wirken, so beispielsweise eine Straße im Outback Australiens, die zunächst wie eine menschliche Ader aussieht.

Auch wenn es mal die eine oder andere Meinungsverschiedenheit gab, sind sich Vater und Sohn Perren einig, sollte sich irgendwann noch einmal die Möglichkeit zu einer solchen Reise bieten, würden sie ohne zu zögern erneut die Chance dazu ergreifen. Diesmal vielleicht mit anderen Stationen. Das Buch erschien im englischen unter dem Titel -GREAT CIRCLE THE WORLD EASTBOUND- (ISBN 978-3-9523079-9-1) und im deutschen unter -GROSSKREIS DIE WELT OSTWÄRTS- (ISBN 978-3-9523079-8-4). (www.dominikmerschgallery.com) Nadine Halberkann

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