"Thomas Mann kritisiert die Eskalation religiöser Feindseligkeiten gegenüber der christlichen Minderheit in Pakistan"Menschenrechtsbeauftragter zum Todesurteil gegen Christin in Pakistan
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Frankfurt am Main. Am 10. November soll über den Antrag auf Freispruch der zum Tode verurteilten Asia Bibi entschieden werden. Die 40jährige fünffache Mutter wurde am 8.11.2010 von einem Gericht in der Provinz Punjab wegen angeblicher Beleidigung des Propheten zum Tode verurteilt. Mehrere Organisationen hatten unabhängig von einander berichtet, dass Asia Bibi Opfer persönlicher Rache wurde, ihr im Verfahren ein Verteidiger verwehrt wurde und Aussagen zu ihrem Nachteil abgesprochen worden waren. Die IGFM appellierte an den High Court in Lahore, in der entscheidenden Sitzung in den nächsten Tagen den Mut aufzubringen, dem vorliegenden Antrag auf Freispruch stattzugeben. Weiterhin forderte die IGFM die pakistanische Regierung auf, das Blasphemie-Gesetz abzuschaffen. Es seien Maßnahmen zu treffen, dass die erste Untersuchung von Anzeigen wegen Blasphemie nicht lokalen Behörden obliege, die unter Druck gesetzt werden könnten, sondern unabhängige und erfahrene Beamte beigezogen werden müssten. Die IGFM weist darauf hin, dass nicht nur Christen Opfer von Blasphemie-Anzeigen würden. Allein in der Provinz Punjab seien Mitte dieses Jahres 80 von 94 wegen angeblicher Blasphemie Inhaftierten Muslime gewesen.
Asia Bibi arbeitete Anfang Juni 2009 als Tagelöhnerin auf einem Landgut und hatte Wasser in einem Krug für eine Gruppe von muslimischen Mitarbeiterinnen geholt. Diese forderten Asia Bibi auf, sich zum Islam zu bekennen, da sie ansonsten das Wasser nicht trinken könnten. In dem darauffolgenden Streit soll Asia Bibi geantwortet haben, dass Jesus der wahre Prophet Gottes sei. Wenige Tage danach versuchten Einwohner des Dorfes Asia Bibi in ihre Gewalt zu bringen. Das verhinderte die Polizei durch ihre Verhaftung zum Schutz vor weiteren Übergriffen, wie sie angab. Auf Druck islamischer Geistlicher wurde Anklage gegen Frau Bibi erhoben. Am 14. Oktober 2009 folgte die erste Anhörung, ihre Verurteilung ein Jahr später am 8. November 2010. Obwohl Asia Bibi in einem Sicherheitstrakt des Bezirksgefängnisses in Sheikhupura inhaftiert ist, wurde sie vor kurzem von einer Wärterin tätlich angegriffen.
Im unmittelbarem Zusammenhang mit ihrer Verurteilung steht die Ermordung zweier prominenter Persönlichkeiten: Der Gouverneur der Provinz Punjab Salman Taseer und der christliche Minderheitenminister Shabaz Bhatti hatten sich für ein faires Verfahren bzw. ihre Freilassung eingesetzt und wurden deswegen auf offener Straße ermordet. Asia Bibi wurde im Oktober 2009 von der IGFM als Gefangene des Monats benannt.
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