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Zerstört Rot-Grün die Phytotherapie?

Düsseldorf, Pressemitteilung vom 21.05.2003 10:33:00

Zerstört Rot-Grün die Phytotherapie?

Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel sollen in Zukunft nicht mehr von den Kassen bezahlt werden Wenn es nach dem Willen der rot-grünen Koalition geht, werden ab 2004 apothekenpflichtige, nicht verschreibungspflichtige Medikamente von den gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr bezahlt. Nach Ansicht von Experten werden Patienten damit erhöhten Risiken ausgesetzt, ohne dabei die gewünschte Kosteneinsparung zu erzielen. Warum das so ist, erläuterte Prof. Michael Habs, Arzt, Arzneimittelforscher und Geschäftsführer von Dr. Willmar Schwabe Arzneimittel, Karlsruhe, auf einer Pressekonferenz am 19. Mai 2003 in Berlin.
 
"In Deutschland sind solche Medikamente verschreibungspflichtig, von denen etwa wegen schwerwiegender Nebenwirkungen oder durch falsche Anwendung ein gewisses Risiko ausgehen kann. Ebenso sind neu entwickelte Wirkstoffe für fünf Jahre verschreibungspflichtig, weil man deren Risiko noch nicht genau kennt." so Prof. Habs." Nebenwirkungsarme und gut verträgliche Arzneimittel mit ausreichendem Erfahrungsschatz, wie alle von den Behörden zugelassenen Pflanzenarzneimittel (Phytopharmaka) sind nicht verschreibungspflichtig. Der Arzt kann sie verordnen, und sie werden von der Krankenkasse bezahlt." Etwa ein Drittel aller heute von den Ärzten in Deutschland verordneten Arzneimittel - davon sind knapp die Hälfte pflanzliche Arzneimittel - müssten die Patienten dann nach dem Willen der Gesundheitsministerin entweder aus der eigenen Tasche bezahlen oder aber der Arzt wäre gezwungen, ein verschreibungspflichtiges Mittel zu verordnen.
 
"Wird aber beispielsweise ein Johanniskraut-Präparat durch ein chemisches Antidepressivum oder ein pflanzliches Grippemittel durch ein Antibiotikum ersetzt, birgt das nicht nur ein erhöhtes Risiko aufgrund von Nebenwirkungen oder Resistenzbildung. Im Durchschnitt sind verschreibungspflichtige Arzneimittel auch dreimal teurer und belasten somit das Gesundheitssystem noch zusätzlich. So liegen die Therapiekosten pro Tag bei einem (nicht verschreibungspflichtigen) Johanniskraut-Präparat bei ca. 36 Cent, während ein verschreibungspflichtiger SSRI-Hemmer mit 1,52 Euro, also mehr als dem Vierfachen, zu Buche schlägt", so Prof. Habs weiter. Fachleute gehen davon aus, dass die Ärzte etwa 80 Prozent ihrer Patienten mit den risikoreicheren und dabei etwa dreifach teureren, verschreibungspflichtigen Arzneimitteln behandeln werden, falls die Regierungsvorschläge Gesetz werden.
 
Bei knapp 250 Millionen Verordnungen von nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln pro Jahr entstehen so rechnerisch Mehrkosten von ca. 5 Milliarden Euro für die ohnehin schon angeschlagenen Krankenkassen. Nicht eingerechnet sind dabei die zusätzlichen Risikokosten durch vermehrte Nebenwirkungen. "Werden die rot-grünen Pläne umgesetzt, werden nicht nur Patienten unnötig gefährdet und mehr Kosten provoziert, sondern auch die wissenschaftlich dokumentierte, wirksame und risikoarme Phytotherapie für Kassenpatienten zerstört", so das Resümee von Prof. Habs.   Presse-Kontakt: Dr. Willmar Schwabe Arzneimittel Kommunikation und Neue Medien Willmar-Schwabe-Str.
 
4 76227 Karlsruhe Otto Ahlmann Leitung Kommunikation und Neue Medien Fax (0721) 4005 - 630 info@schwabe.de Weitere Informationen finden Sie unter http://www.schwabe.de/gmg Karlsruhe - Ver?ntlicht von pressrelations.


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