Neues Autorenportal für Tommy JaudBuch-TIPP: Hummeldumm
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Zwei Wochen Namibia – das klingt doch eigentlich nach Traumurlaub in wilder Natur, nach Abenteuer und Freiheit. Doch bei Tommy Jaud wird aus dem Traum, wie kann es anders sein, schnell ein Alptraum und für Matze Klein beginnen am Flughafen von Windhoek „die zwei schlimmsten Wochen meines Lebens.“ Matze wird mit Freundin Sina in einem Kleinbus voller Bekloppter durch Namibia gekarrt – „neun Idioten in alberner Wanderkleidung“ angeführt von ihrem namibischen Tourguide Bahee. Als Matzes Fluchtversuch an der letzten Tankstelle vor der Namibwüste misslingt, ist die Katastrophe vorprogrammiert. Auf seiner Jagd nach Adaptern, Handynetz und Internetzugang taumelt Matze von einer Blamage in die andere und strapaziert seine Beziehung zu Sina bis zum Brechen.
Hummeldumm ist nach Vollidiot (2004), Resturlaub (2006) und Millionär (2007) bereits der vierte Roman von Comedy-Star Tommy Jaud, der die Torturen einer Busrundreise durch Namibia am eigenen Leib erlebt hat. Voller Sprachwitz und Situationskomik skizziert Jaud die neun Trottel der Reisegruppe (zwei Österreicher, ein Franke und Ossi dürfen natürlich nicht fehlen) – allesamt Exemplare der Kategorie „hummeldumm“. Jaud weiß, wie man Pointen setzt, mit Klischees spielt und den Leser bei Laune hält. Dabei trifft er sicherlich nicht jedermanns Humor. Wer aber über die Vorgänger lachen konnte, der wird auch hier gut bedient. Spaßige Lektüre für den kleinen Hunger zwischendurch, extrem unterhaltsam und schnell konsumierbar. -- Alexandra Plath
»Sitzreihe 12 war die letzte, die zwischen Tortellini und Hühnchen wählen durfte. Ich saß in Reihe 13. Schon auf dem Hinflug hätte mir klar sein können, dass der Jahresurlaub zum Albtraum wird.«
Wer an allem schuld ist, ist für Matze sowieso klar: seine Freundin Sina. Während er in endlosen Verhandlungen die neue Eigentumswohnung klargemacht hat, sollte sie einfach nur »irgendwas« buchen. Hat sie auch. Doch musste dieses »irgendwas« ausgerechnet eine zweiwöchige Gruppenreise durch Namibia sein, ein Land, in dem jede hüftkranke Schildkröte schneller ist als das Internet? Was hat er denn verbrochen, dass man ihn nun täglich in einen Kleinbus voller Bekloppter sperrt, um ihn dann zu österreichischen Schlagern über afrikanische Schotterpisten zu rütteln? Und warum stolpert er bei minus zwei Grad in einem albernen Wanderhut über die Dünen der Kalahari, statt auf Mallorca ein Bierchen zu schlürfen? Als Matze dann noch daran erinnert wird, dass die sicher geglaubte Wohnung an andere Käufer geht, wenn er nicht sofort die fünftausend Euro Reservierungsgebühr überweist, hat er gleich noch drei neue Probleme: Das nächste Internetcafé ist fünfhundert Kilometer entfernt, der Handyakku plattgedaddelt und das einzige Ladegerät fest in österreichischer Hand.
»Ich drücke meine Nase ans Busfenster und blicke hinaus ins weite Land. Die Namibier winken uns und lachen. Klar lachen sie, sie sind ja frei. Wir nicht. Wir sind die in Blech gepackte Rache für die deutsche Kolonialzeit.«
Über den Autor
Tommy Jaud lebt als freier Autor in Köln. Er war u.a. Headwriter der Kult-Sendung "Ladykracher" und schrieb das Drehbuch zur TV-Komödie "Zwei Weihnachtsmänner", 2009 ausgezeichnet mit dem Deutschen Comedy-Preis.
Nach dem Roman-Erfolgsdebüt "Vollidiot" (2004) kletterte "Resturlaub. Das Zweitbuch" 2006 auf Platz 2 der Jahresbestsellerliste Belletristik, die "Vollidiot"-Fortsetzung "Millionär" erreichte 2007 aus dem Stand Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste.
Interview mit dem Autor
Was heißt denn überhaupt "hummeldumm"?
Wie man eventuell schon ahnt, heißt das "dumm wie eine Hummel". Ob Hummeln wirklich dumm sind, weiß ich übrigens gar nicht. Ich finde aber, dass sie so aussehen, wenn sie fliegen.
Wie kann man die Hauptfigur von Hummeldumm, Matze Klein, in einem Satz charakterisieren?
Gar nicht. Ich bräuchte da mindestens zwei Sätze. Obwohl ... ich versuch das jetzt einfach mal: Matze Klein ist eigentlich ein ganz liebenswürdiger End-Dreißiger - was sich nur ändert, wenn man ihn in einen Kleinbus mit Vollspackos setzt und acht Stunden am Tag durch die Wüste rumpelt.
Und seine Freundin Sina?
Das Gegenteil. Sie bleibt liebenswürdig. Na ja ... fast.
In Resturlaub ging’s ja auch um eine große Reise; man muss aber schon längere Zeit in Buenos Aires bzw. Namibia gewesen sein, um so darüber schreiben zu können, oder?
Die Rundreise durch Namibia hab ich tatsächlich gemacht. Und schon nach einem Kilometer im Bus wusste ich: Entweder du schlägst die Scheibe ein und rennst zurück zum Flughafen oder du holst dein Notizbuch raus, schreibst alles auf und machst einen Roman draus.
Und während der Arbeit an Hummeldumm lag dann eine Afrikakarte daneben?
Das ist jetzt aber lustig, dass Sie das fragen. Es lag tatsächlich eine Afrika-Karte daneben. Genau genommen eine von Namibia, weil ganz Afrika niemals auf meinen Schreibtisch gepasst hätte.
Ist eigentlich jeder Urlaub zu zweit ein Belastungstest für eine Beziehung?
Auf alle Fälle. Die meisten Paare sehen sich im Urlaub schließlich so oft wie sonst nie, die Fluchtmöglichkeiten sind begrenzt. Wenn man dann auch noch gezwungen ist, mit anderen Menschen auszukommen und sich nicht aussprechen kann, dann knallt’s mit Sicherheit.
Wenn man viele Ideen für das jeweils nächste Buch hat, wann und wie fällt die Entscheidung für die Geschichte?
Da hab ich recht großes Glück, weil ich so viele Ideen nie habe. Das nächste Buch hat immer schon recht frühzeitig von innen an meine Schädeldecke geklopft und gerufen: "Ich! Ich! Ich!"
Wann ist es besonders einfach oder schwierig, lustig zu schreiben?
Genau jetzt!
Denkt man beim immerhin vierten Roman auch bei jeder Szene schon an die mögliche Verfilmung?
Schon beim Schreiben denke ich dran, ich benutze auch Software, mit der man eigentlich Filmszenen organisiert und ordnet. Ich mache das natürlich nicht, weil ich eigentlich gleich einen Film machen möchte, sondern weil ich finde, dass diese strukturierte Arbeit dem Buch gut tut. Einfach losschreiben kann ich nicht, da schreib ich jeden Stoff binnen fünfzig Seiten gegen die Wand.
Kommt als nächstes wieder ein Köln-Roman? Bzw. eine "Vollidiot"-Geschichte?
Also, irgendwie juckt es natürlich schon wieder. Und wenn ich mich nicht täusche, klopft es da auch schon wieder – und hat da nicht gerade jemand "Ich!" gerufen?
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