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Ostseesegeln: Törnstart an der Giftbude

Pressemitteilung vom 30.07.2010 06:31:06

Ostseesegeln: Törnstart an der Giftbude

Die Ostsee ist das ideale Segelrevier, eines der abwechslungsreichsten Seegebiete der Welt.

Von Klaus Bartels. Mit ihren geschützten Buchten und Fjorden sowie ihren frei angeblasenen Seestücken ist die Ostsee sowohl für den Anfänger als auch den fortgeschrittenen Segler die geeignete Ausgangsbasis für einen Segeltörn. Und Schleimünde ist idealer Ausgangshafen in die beschauliche Schlei oder zu einem Ostseetörn.

Das Segelrevier Schleswig-Holstein erfreut sich steigender Beliebtheit auch bei unseren nördlichen Nachbarn, denn für Segler und Motorbootfahrer sind immer wieder neue Reize der fast 400 Kilometer langen Küste mit ihren vielen tiefen Buchten zu entdecken. Auch kulinarisch bietet die Ostseeküste etwas abseits der Yachthäfen auch viel Probierenswertes (www.mediamaritim.de/blog/allgemein/so-kostlich-schmeckt-die-ostsee/more-6723).

Der Abendhimmel über der Schlei färbt sich langsam von zartrosa in ein fast kräftiges Rot und lässt die ersten Lampen im nahen Yachthafen Maasholm aufblinken. Segler sitzen auf der Terrasse der Giftbude, wie die kleine Kneipe von Schleimünde genannt wird, und genießen mit einem frisch gezapften Glas Bier den Abend. Der kleine Hafen von Schleimünde liegt am Ausgang der etwa 40 Kilometer langen, Bucht, die sich von der Ostseeküste Schleswig-Holsteins bis zur Stadt Schleswig erstreckt. Schleimünde ist gleichermaßen Ausgangspunkt für eine gemütliche Segelreise auf der idyllischen Schlei wie für einen ausgedehnten Ostseetörn an der schleswig-holsteinischen Küste entlang (www.mediamaritim.de/blog/reviere/ein-revier-fur-natur-liebende-wassersportler/more-7529).

Die Ostseeküste ist ein wahres Segelparadies mehr als 100 Häfen und Marinas liegen dicht an dicht. Informationen zu den Häfen der Ostseeküste gibt es in dem kostenlosen Hafenführer Sejlerens, der aktuell in der 26. Auflage vorliegt (www.mediamaritim.de/blog/bucher/sejlerens-2010-ist-da/more-7340). Die Vielseitigkeit an abwechslungsreichen Küstenformationen macht den Reiz des Segelgebietes der Ostsee aus, in welche Richtung man auch immer sich wendet, wird man sowohl Vertrautes als auch viel Neues entdecken.

Es gibt viele Namen für das Segelrevier direkt vor unserer Haustür: Ostsee, Baltisches Meer, Mare Balticum, Baltic Sea Deutschland, Polen, Litauen, Lettland, Estland, Russland, Finnland, Schweden und Dänemark mit ihren unzähligen großen und kleinen Inseln, auch die Dänische Südsee genannt, säumen auf mehr als 10.000 Kilometer Küstenlinie die Grenzen dieses Binnenmeeres das mit ca. 350.000 qkm auch das größte Brackwassermeer der Erde ist.

Die Ostsee ist mit ihren geschützten Buchten, Boddengewässern und Fjorden sowie ihren frei angeblasenen Seestücken das ideale Segelrevier und beste Ausgangsbasis für einen Segeltörn sowohl für Anfänger als auch den fortgeschrittene Segler.

Zur seglerischen Ausbildung eignet sich die Ostsee bestens wegen der gut ausgebauten Betonnung und der zahlreichen Häfen mit guter Versorgung. Man ist von Gezeiten unabhängig, lediglich Strömungen (zum Beispiel in den Belten und Sunden), erfordern die besondere Aufmerksamkeit der Schiffsführung. Hier kann die Navigation, die Seemannschaft und die Wetterkunde praxisgerecht geübt werden. Zudem können die Segler fast sicher sein, dass sie während des Segeltörns mäßige bis frische Winde aus West bis Südwest das Schiff voran bringen.

Aber auch anspruchsvolle Segler finden hier alles was das Seglerherz begehrt: von lebhaften Häfen mit hochwertigen Wellness-Destination bis hin zum einfachen, naturnahen Leben an einsamen Orten in ruhigen Buchten maritimes Flair herrscht überall Meist kann man auf seinem Ostseetörn mit ausreichend Wind rechnen, und es bieten sich (je nach Windrichtung) immer interessante Ziele. So können Sie unterwegs auf Ihrem Segeltörn je nach Wind und Wetter entscheiden, welchen Zielhafen Sie ansteuern die zahlreichen Marinas, Yachthäfen und Wasserwander-Rastplätze bieten von Komfort bis Einfachheit und Natürlichkeit alles für die individuellen Bedürfnisse.

Segler haben die Reize der fast 400 Kilometer langen Küste mit ihren vielen tiefen Buchten wieder entdeckt. Die Segelreviere der Ostsee sind aufgrund ihrer relativ einfachen Befahrbarkeit immer wieder sehr beliebt. Insbesondere für Leute, die gerade erst mit dem Segeln anfangen und erste nautische Erfahrungen sammeln möchte, ist die Ostsee ein gutes Segelrevier.

In den 37 ausgewiesenen Sportboothäfen dieses Küstenabschnitts erfreut man sich seit wenigen Jahren über eine Zunahme von Gästebooten. Die Jahre, in denen eine große Zahl von Crews zum Sommertörn den Bug gen Osten richteten, um die nach der Wiedervereinigung unbekannte Küste Mecklenburg-Vorpommerns zu entdecken, scheint beendet.

Yachthäfen sind wichtige Wirtschaftsfaktoren und Grundlage zahlreicher Arbeitsplätze, sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dietrich Austermann am vergangenen Freitag auf einer Fachtagung und rief die Hafenbetreiber auf, sich an der Klassifizierung der Sportboothäfen durch den Deutschen Tourismus Verband zu beteiligen. Aber auch ohne die öffentliche Darstellung der Hafenqualität wie sie bereits im Hotelgewerbe durch Sterne üblich ist, bemüht man sich an der Küste darum, dass sich Gäste in den Häfen wohl fühlen können. Mit fast 40 ausgewiesenen Sportboothäfen und vielen Ankermöglichkeiten in den Buchten ist der Konkurrenzdruck groß. So gibt es keine Marina ohne moderne Sanitäreinrichtungen samt Duschen und immer öfter steht den Gastliegern sogar ein Aufenthaltsraum zur Verfügung.

Segler aus anderen Bundesländern und dem Ausland steuern die Ostseeküste Schleswig-Holsteins allerdings hauptsächlich aufgrund ihrer landschaftlichen Vielfalt und den kulturellen Möglichkeiten, die in alten Hafenstädten geboten werden, an.

Crews, die beispielsweise nach einer Nacht in dem urigen Hafen von Schleimünde Kurs Westen auf die Schlei nehmen, glauben durch eine Flusslandschaft zu segeln. Der manchmal nur gut 130 Meter breite Meeresarm, dessen breite Teile sich weitläufig bis zu vier Kilometern erstrecken, wird von Wiesen und Wäldern eingerahmt und bietet jede Menge guter Ankerplätze mitten in der Natur sowie kleine historische Städte und Fischerdörfer mit Anlegemöglichkeiten. Allerdings sollte der Wind beim Start in die Schlei nicht direkt aus Westen wehen, denn dann wird das Aufkreuzen in dem hier besonders engen Fahrwasser mühsam.

Dann nehmen die meisten Segler Kurs auf die freie Ostsee, die hier als Kieler Bucht bezeichnet wird. Beim Blick auf die Seekarte erscheint dieser Teil der deutschen Ostsee wie ein großer See mit einem südlichem Ausgang bei der Insel Fehmarn und einem nördlichen an der dänischen Insel Alsen. Man sollte sich jedoch nicht täuschen lassen. Die Kieler Bucht ist fast fünfmal so groß wie der Bodensee und schon ein richtiges Meer. Wer die hohen Wellen gesehen hat, die bei stärkeren Ostwinden laut brausend an den Strände auflaufen, erkennt es sofort. Außerdem ist das Ostseewasser salzig wie jedes Meer.

Nach Norden oder nach Süden lautet die Frage, wenn der Kurs von der Schlei auf die Kieler Bucht führt. Beide Kurse bieten lohneswerte Ziele. Immer an der Küste entlang, führt der Weg gen Norden in die Flensburger Förde. Erst einmal gleitet die Yacht aber an den langen Stränden des Landesteiles Angeln vorbei, aus dem sich während der Zeit der Völkerwanderung ein Teil der Bevölkerung in Richtung England auf den Weg machte und dort angelsächsisch wurde.

Mit der Flensburger Förde, für deren Ansteuerung der mitten im Wasser stehende Leuchtturm von Kalkgrund gerundet werden muss, erreicht man ein zweites von viel Natur eingerahmtes und von allen Seiten geschütztes Segelrevier. Das Land im Norden ist dänisch. Es unterscheidet sich jedoch weder von der Landschaft noch von der Bebauung vom deutschen Ufer. Allerdings gehören die kleinen Ochseninseln, die Segler gerne besuchen, um echte dänische Hotdogs zu essen, bereits zum dänischen Königreich.

Flensburg, Deutschlands nördlichste Stadt, lockt mit einem modernen Segelhafen mitten in der City und verbreitet mit vielen Restaurants und Cafes unter freiem Himmel an Sommertagen ein mediterranes Flair. Sehenswert ist der große Museumshafen am Nordufer der Stadt.

Kaum eine Segelcrew lässt es sich nehmen, beim Törn nach Flensburg die dänische Stadt Sonderburg auf der nahen Insel Alsen anzulaufen. Diese typische dänische Kleinstadt bietet neben einer großen Marina auch einen quirligen Stadthafen. Wer hier eine Hafenkneipe besucht, sitzt fast neben seinem Boot.

Der Kurs aus der Schlei heraus in Richtung Süden bietet echtes Hochseesegelgefühl. Jedenfalls dann, wenn die Crew sich vorgenommen hat, direkt die Insel Fehmarn anzusteuern. Es gilt 40 Seemeilen oder rund 75 Kilometer abzusegeln und der Kurs führt mitten über die Kieler Bucht, meilenweit vom Land entfernt. Fehmarn, durch eine Hochbrücke mit dem Festland verbunden, ist ein Charterzentrum. Hier und im benachbarten Festlandshafen Heiligenhafen liegen die meisten Charteryachten Deutschlands, und es gibt eine entsprechende touristische Infrastruktur.

Bei der direkten Ansteuerung von Fehmarn lassen Segler übrigens zwei sehenswerte Ziele an Steuerbord liegen. Es ist die alte Fischerstadt Eckernförde am Ende der Eckernförder Bucht und Schleswig-Holsteins Hauptstadt Kiel in der Kieler Förde. Eckernförde mit weißen Kurstrand und idyllischer Altstadt hat sich zu einem ruhigen Erholungsort entwickelt. Kiel, das als Mekka der Segler gilt, bietet dagegen großstädtisches Flair und Häfen mit fast 3000 Liegeplätzen. Wer erleben will, warum die Kieler glauben, in der Hauptstadt des Segelsports zu leben, sollte sich schon jetzt einen Termin für das nächste Jahr vormerken und dort zur Kieler Woche sein Boot festmachen. Die größte Segelveranstaltung der Welt, findet seit über 100 Jahren in der letzten vollen Woche des Junis stattfindet. Über 5000 Segler kommen jedes Jahr zusammen, um mit ihren Jollen und Yachten Regatten zu segeln und das dazugehörige größte Volksfest Nordeuropas lockt fast drei Millionen Besucher. Aber das ist eine andere Geschichte..



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