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Berlin / Frankfurt am Main. Das Todesurteil gegen Pastor Youcef Nadarkhani bleibt bestehen, die Eskalation der religiösen Verfolgung ist vom Regime gewollt, kritisiert Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) am heutigen Dienstag in Berlin. Schmähungen des stellvertretenden Gouverneurs der Provinz Gilan, Nadarkhani sei ein Vergewaltiger, Zionist und Erpresser sollen die Öffentlichkeit verwirren. Die Strategie, Minderheiten und politisch Verfolgte zu kriminalisieren, darf nicht hingenommen werden, so die IGFM.
Seit der gefälschten Präsidentschaftswahl 2009 verzeichnet die IGFM eine massive Verschärfung der repressiven Politik gegen religiöse und ethnische Minderheiten sowie Menschenrechtsaktivisten und Medienschaffende. Die Regierung Ahmadinedschad geht mit großer Härte gegen sogenannte Apostaten (Konvertierte vom Islam zum Christentum) vor. So erging es auch Pastor Youcef Nadarkhani, welcher am 22. September 2010 wegen Apostasie und Evangelisation zum Tode verurteilt wurde. Er hatte sich geweigert, seine Kinder am Islamunterricht teilnehmen zu lassen. Im Rahmen ihrer Kampagne für Nadarkhani konnte die IGFM bisher nahezu 11.000 Unterschriften sammeln.
Der öffentliche Druck bewirkte bisher, dass das Todesurteil nicht vollstreckt wurde. Aber seit dem letzten September-Wochenende wird Nadarkhani bezichtigt, ein Zionist, Vergewaltiger und Erpresser zu sein Vergewaltigung kann im Iran mit dem Tode bestraft werden. Lessenthin: Die Kriminalisierung der Opfer von Menschenrechtsverletzungen ist eine beliebte Methode von Diktaturen, die ihre Verbrechen gegen die Menschenwürde und gegen die Menschlichkeit kaschieren wollen. Die Öffentlichkeit darf sich nicht täuschen lassen
Nadarkhanis Fall an den Obersten Führer Khamenei verwiesen
Diese Verzögerung ist auch eine Chance. Da nun auch der Oberste Führer Khamenei in den Fall involviert ist, dürfe der öffentliche Druck nicht nachlassen. Im Gegenteil: Er müsse noch verstärkt werden. Lessenthin dankt der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und dem CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe für ihr Engagement als Politische Paten. Das Iran-Patenschaftsprogramm der IGFM wird parteiübergreifend von über 20 Abgeordneten des Bundes- und Europaparlaments unterstützt.
Religiöse Minderheiten im Iran
Seit der Islamischen Revolution werden religiöse Minderheiten, wie Bah, Sufis, Christen, Zoroastrier und Mandäer in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens diskriminiert. So dürfen Nichtmuslime keine Musliminnen heiraten (Paragraph 17 des Eheschutzgesetzes und Paragraph 1059 des Zivilgesetzbuchs). Konvertiten und nicht geschützte Religionen (wie Bah und Ahmadi) haben keinerlei Rechtssicherheit.
>>>Weitere Informationen zu Pastor Youcef Nadarkhani
>>>sowie zur Lage der Menschenrechte in Iran
Siehe auch Facebook-Seite der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte
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