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"Herbststürme, Frost und Regen sind für die Außenhaut unserer Unterkunft eine viel größere Quelle von Verletzungen und Abnutzungen als heiße Sommer", ergänzt Richard Weber-Laux vom Baubiologie-Service im hessischen Roßdorf. "Spätestens im April sollten Sie Ihr Haus von außen begutachten. Je schneller Schäden beseitigt werden, desto eher vermeiden Sie Folgekosten." In den meisten Fällen sei mit den Schäden auch ein höherer Energieverlust verbunden.
Die Heizung hat im Winter wertvolle Dienste geleistet. Ein bisschen Aufmerksamkeit sollte man ihr nun schenken, meint VPB-Experte Penningh. Hat sie den Dauerbetrieb gut überstanden? Sie kann nun bald auf Sommerbetrieb umgeschaltet, die Warmwasserbereitung eventuell abkoppelt werden. Funktionieren Pumpe, Elektrik und Elektronik der Heizung oder der Solaranlage noch richtig? Sind die Kollektoren sauber und einsatzbereit? Eventuell nötige Kontrollen und Reparaturen am leeren Öltank sollten im Sommer erledigt werden; auch empfiehlt es sich, Heizöl in den Sommermonaten preisgünstig nachzutanken.
Schwachstelle Dach: Bei vielen geneigten Dächern sind nach dem Winter Ziegel verrutscht. "Solche Schäden sind von unten oft nicht immer sichtbar und zeigen sich mitunter erst nach Monaten", mahnt Thomas Penningh. Beispielsweise durch einsickerndes Regenwasser: Der Ziegel hat sich im Sturm leicht verschoben - und nun dringt bei Regen langsam Feuchtigkeit in die Dachkonstruktion. Bis das entdeckt wird, kann es einige Zeit dauern. Wird währenddessen die Dämmschicht durchnässt, kann sich dort Schimmel ansiedeln. Damit es erst gar nicht soweit kommt, sollten alle Hausbesitzer ihr Dach im Frühjahr sorgfältig kontrollieren lassen, rät Penningh. Während der Hausherr das Flachdach unter Umständen selbst untersuchen kann, sollte er beim geneigten Dach einen Fachmann beauftragen. Rund eine Stunde brauchen erfahrene Fachleute dafür. Hinweis des VPB-Experten: "Wenn Immobilienbesitzer nicht die regelmäßige Kontrolle des Daches durch einen Fachmann nachweisen können, können sie für Sturmschäden haftbar gemacht werden."
Weitere Checkpunkte auf dem Dach sind die Abdeckungen an Schornstein, Antennen und Gauben, sagt Richard Weber-Laux. "Prüfen Sie auch von innen, wenn das Dach zugänglich ist." Außerdem müssen Dachrinnen von Laub befreit, Regenrohre daraufhin überprüft werden, ob das Regenwasser ungehindert in die Kanalisation, den Sickerschacht oder die Zisterne fließen kann. Die Blitzschutzanlage und Solarkollektoren einschließlich Zu- und Ableitungen sollten ebenfalls einem prüfenden Blick standhalten, rät der Fachmann vom Baubiologie-Service.
Gewissenhafte Immobilienbesitzer sollten auch die Fassaden des Hauses kontrollieren, denn mitunter wurde die Außenhaut im Winter wochenlang nicht richtig trocken. Wenn neue Risse entstanden sind oder sich einst harmlose Haarrisse vergrößert haben, ist das ein Alarmsignal, weiß Thomas Penningh und empfiehlt als weitere Prüfpunkte: "Sind dauerelastische Dehnungsfugen noch in Ordnung? Hat sich Moos angesiedelt? Ist irgendwo viel Wasser an der Fassade heruntergelaufen? Ist die Holzverkleidung an einigen Stellen durchnässt? Blättert der Anstrich ab oder klingt der Putz an manchen Stellen hohl? Sind an der Balkonplatte Betonteile durch Frost abgeplatzt?" Türen, Fenster, Rollläden und Führungsschienen sind ebenfalls beliebte Opfer des Frosts, mahnt Richard Weber-Laux. Sie sollten dicht schließen, ohne zu klemmen, Rolläden leicht und gerade laufen, die Schlösser einwandfrei zu bedienen sein, auch in Kellereingang und Garage.
Vielleicht hat der Winter auch um das Haus herum Schäden angerichtet. So können Wege im Garten zu Stolperpfaden geworden sein, weil sich durch den Frost einzelne Platten gehoben haben. Ebenso können Treppenbeläge und Terrassen verschmutzt, vermoost, aufgefroren und reparaturbedürftig sein. Weber-Laux empfiehlt, auch die Bäume im Garten zu inspizieren: "Sind sie durch Herbststürme angeschlagen und müssen aus Sicherheitsgründen gefällt oder ausgedünnt werden?"
Je nach Gartenausstattung gehören nach Thomas Penninghs Worten noch folgende Punkte auf die Checkliste: Gartenzäune und Mauerkronen auf Standfestigkeit prüfen; Gartenwasser anstellen und Regenwassertonne auffüllen; Springbrunnen säubern und Pumpe wieder einsetzen; Fische aus dem Winterlager holen und in den Teich setzen; Winterschäden an Müllbehälter, Carport und Gartenhäuschen reparieren; Schwimmbad oder Schwimmteich für die Saison vorbereiten.
"Zu Beginn des Frühjahrs ist die beste Gelegenheit zur Schadensbilanz", empfiehlt VPB-Experte Penningh abschließend. Wer jetzt Schäden feststellt, der sollte sich bald einen versierten Fachbetrieb suchen und die Winterschäden ausbessern lassen: "Gegenwärtig haben die Firmen noch Zeit, im Spätsommer und Herbst wird es erfahrungsgemäß wieder hektisch, weil dann die meisten ihr Haus für den nächsten Winter rüsten lassen."
(ddp/Foto: DIY Academy, Sista)
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