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Ort: 81247 München, Alten und Service Zentrum (ASZ) - Packenreiterstraße 48
Zeit: Sonnabend, den 23. Mai 2009 von 10.15 h bis 17.00 h
Wissenschaftliche Leitung: Dr. Karl - Heinz Pantke
Das Locked-in Syndrom
Begin: 10.15 h
- 10.15 - 10.30 h: Begrüßung
10.15 h: Erscheinungsbild, historischer Hintergrund und Rehabilitation
- 10.30 - 11.00: Film
Titel: Locked-in
Deutschland (1996) von Thomas Paul Sierla und Werner Strömer-Bartesch. Der 18-minütige schwarz-weiß Film wurde zu einer Zeit gedreht, in der nur sehr wenig über das Krankheitsbild bekannt war. Er zeigt die Hilflosigkeit des medizinischen Personals.
- 11.00 - 12.00 h: Vortrag
Thema: Das Locked-in Syndrom
Das -Locked-in-Syndrom- (LIS) bezeichnet einen Zustand, in dem eine Person weder sprechen noch Gliedmaßen bewegen kann - also vollständig gelähmt, jedoch bei vollem Bewusstsein ist. Auch Schlucken und selbständig Atmen sind in der Anfangszeit möglich. Betroffene sind wie in sich eingeschlossen. Häufigste Ursache dieses Zustands ist ein Schlaganfall. Die Vereinsarbeit zeigt, dass es trotz moderner Technik zu Fehldiagnosen kommt: Manchmal werden Patienten mit einem Locked-in Syndrom für Wachkomapatienten gehalten. Eine weitere Krankheit, die eine ganz ähnliche Symptomatik zeigt, ist die amyotrophe Lateralsklerose (ALS) im späten Stadium. Auch hier sind Betroffene bei vollem Bewußtsein. Historischer Hintergrund und die Möglichkeit einer Rehabilitation werden betrachtet.
Referent: Dr. Karl-Heinz Pantke ist Vorsitzender von LIS e.V.
12.00 h -13.00 h: Mittagspause
13.00 h: Kommunikation
- 13.00 -14.30 h: Praktische Übung/Demonstration
Praktische Übung/Thema: ja/nein Code und die Buchstabentafel.
Es erfolgt eine einfache Einweisung in nicht elektronische Hilfsmittel für für Menschen mit einer Dysarthrie.
Demonstration/Thema: Elektronische Hilfsmittel für nicht sprechende Menschen aus dem Internet
Es werden kostenlose bzw. kostengünstige elektronische Hilfsmittel für Menschen mit einer Dysarthrie vorgestellt.
Referent: Dr. Julius Deutsch ist Vorsitzender von kommhelp e.V.
- 14.30 - 15.30 h: Vortrag
Thema: Unterstützte Kommunikation beim Locked-in Syndom und vollständiger Lähmung
Ein Schlaganfall im Bereich des Kleinhirns führt zu einer Lähmung von den Augen abwärts. Betroffene sind klar und bei vollem Bewusstsein; aber verbale Kommunikation ist nicht möglich. Dieser Zustand wird auch Locked-in Syndrom genannt. Der Zustand ist fast immer transient, d.h. vorrübergehend, so dass das Sprechen oft wieder erlernt wird oder zumindest über Restmotorik ein Kommunikationskanal entstehen kann.
Ganz anders ist die Situation bei ALS. Die Erkrankung ist progredient, d.h. schreitet immer weiter fort. Oft bleibt jedoch die Beweglichkeit der Augen erhalten, so dass ein eye-gaze System eingesetzt werden kann, bei dem eine Bildschirmtastatur durch Fixieren mit den Augen bedient wird. Leider gibt es auch Verlaufsformen, die in einer kompletten Lähmung enden. Die Kommunikation erfolgt dann über das EEG und BCIs (brain-computer-interfaces). Eine andere Möglichkeit besteht durch den Einsatz von fMRT (funktioneller Magnet-Resonanz-Tomographie). Diese Methode macht den Stoffwechsel der Neuronen sichtbar. An einem fMRT-Scan kann entschieden werden, ob eine Rechenaufgabe gelöst oder in Gedanken ein Satz gesprochen wird. Jeder Buchstabe kann als ein Gedanke definierter Länge dargestellt werden. (z.B. 10 Sekunden eine Rechenaufgabe lösen oder 30 Sekunden in Gedanken einen Satz sprechen) Die letzten beiden Methoden sind überaus zeitintensiv. Für eine Zeile benötigt der Patient ca. eine Stunde.
- Referent: Dr. Karl-Heinz Pantke ist Lehrbeauftragter für Unterstützte Kommunikation an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB).
15.30 h - 16.00 h: Pause
16.00 h: Berichte von Betroffenen
- 16.00 - 16.30 h filmische Dokumentation über
Patient in der Akutphase
ca. 30 Minuten. Der Film zeigt einen Patienten mit klassischem Locked-in Syndrom nach einem Schlaganfall in der Akutphase. Es ist eines der wenigen authentischen Dokumente, die es aus dieser Zeit gibt und diente als Vorlage für eine kürzliche Hollywoodverfilmung.
- 16.30 - 17.00 h filmische Dokumentation
Titel: Eingeschlossen
Deutschland/Schweiz (2002) von Stefan Pannen und Doris Ruckstuhl, 31 Minuten. Der Film zeigt eine junge Frau, die ein chronisches Locked-in Syndrom als Folge eines Zeckenbisses, erleidet. Er macht betroffen, da er die Schwere des Krankheitsbildes veranschaulicht.
Ende: ca. 17.00 h
Teilnahme kostenlos- Die Veranstaltung ist mit 7 Punkten als Fortbildung von der Bayerischen Landesärztekammer anerkannt. Gegen eine Bearbeitungsgebühr von 10 - erhalten Sie Fortbildungs-zertifikat. Bitte unter Tel.: 030 - 34 39 89 75 anmelden-
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