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Filmregisseure: FFG-Novelle herbe Enttäuschung für den deutschen Film

Düsseldorf, Pressemitteilung vom 30.04.2003 09:49:00

Filmregisseure: FFG-Novelle herbe Enttäuschung für den deutschen Film

Die Filmregisseure sehen sich nach Ansicht des Bundesverband Regie (BVR) von dem jüngsten Gesetzentwurf von der Kulturstaatsministerin Christina Weiss zur Erneuerung der Filmförderung herb enttäuscht. "Wenn dieser Gesetzentwurf Wirklichkeit werden sollte, hat die Diskussion der beiden letzten Jahre dem deutschen Film wenig genützt" stellt die Standesorganisation der Filmemacher fest. Das Vorhaben des Amtsvorgängers, den deutschen Film als Kulturgut zu stärken, sei mit diesem Gesetzentwurf auf halben Wege steckengebelieben. Zwar ist die finanzielle verbesserte Ausstattung der FFA ein richtiger Schritt, doch Aufgrund der Verteilung der Mittel in die falsche Richtung.
 
Mit der beabsichtigten erheblichen Stärkung der Referenzmittel wird der kommerzielle Erfolg an der Kinokasse nochmals finanziell belohnt, frei nach dem Motto, "der Teufel macht immer auf den größten Haufen". Statt diesem Zugeständnis an den Mainstream sollten vielmehr die Gelder für die Projektfilmförderung ausgebaut werden Nur mit diesem Instrument ist es möglich, auch den künstlerisch anspruchsvollen Film zu unterstützen. Für mutige Entscheidungen müssten sich dann aber auch die Gremien anders zusammensetzen. Bislang sind in dem "Selbstbedienungsladen" der Sender und Produzenten überhaupt keine Filmemacher vorgesehen. Zukünftig darf mit viel Glück ein Kreativer als kulturelles Feigenblatt mit am Tisch sitzen: Per Losverfahren soll es ermöglicht werden, daß ein Regisseur oder Drehbuchautor alle Jubeljahre den Sachverstand der Kreativen äußern darf.
 
Konsequent ignoriert Deutschland seine Künstler in den anderen Gremien. Weder im Verwaltungsrat, der z.B. über die Bewertung von Regiepreisen bei internationalen Filmfestivals entscheiden soll, wird der Rat von Buch und Regie - im Gegensatz zu Politik und Kirchen - gesucht, geschweige denn im "Deutschen Filmrat". Dafür sitzen in diesem, die Bundesregierung in Kinofragen beratenden Gremium, zwei Vertreter der Fernsehsender. Offenbar verstehen in der Bundesrepublik alle mehr vom Film als die, die ihn machen. Wie wenig Augenmerk den kreativen Kräften geschenkt wird, ist auch daran erkennbar daß der prozentuale Anteil der Drehbuch-, Kurzfilm- und Ausbildungsförderung gesenkt werden soll.
 
Statt dessen soll die Absatzförderung, also die Marketingbemühungen honoriert werden. Aber die beste Werbung macht noch keinen guten Film. Hier wird wohl das Pferd von hinten aufgezäumt. Im Bereich der Referenzfilmförderung ist positiv zu vermerken, daß künftig nicht nur der Zuschauererfolg zählen soll, sondern auch kulturelle Kriterien anhand von Festivalerfolgen. Gleichwohl werden auch hier falsche Schwerpunkte gesetzt. Der Oscar, mit dem im Durchschnitt vier mal im Jahrhundert ein deutscher Regisseur ausgezeichnet wird, soll gerade schlappen 300.000 Kinozuschauern gleichgesetzt werden.
 
Auch wird die Anhebung der Zuschauerschwelle für die Referenzförderung auf 150.000 Zuschauer der Würdigung von anspruchsvollen Filmen nicht gerecht. Das Hauptproblem ist und bleibt die Fixierung der Filmförderung auf den Produzenten. Von einem erfolgreichen Film profitiert nur er. Der Autor und der Regisseur eines Erfolgsfilmes, also diejenigen, die den Erfolg bewirkt haben, schauen oftmals in die Röhre, wenn der Produzent sich z.B. für den nächsten Film erneut einen billigen Erstlingsregisseur sucht.
 
Hier sollte man entweder die Auszahlung der Mittel für den nächsten Film an den Produzenten mit der Bedingung verbinden, wieder mit den gleichen Filmemachern zusammenzuarbeiten oder sich an dem erfolgreichen schweizer Modell orientieren, welches die Referenzmittel direkt an die Urheber bindet. Hierzulande streben nicht umsonst viele erfolgreiche Regisseure, wie z.B. die X-Filmer auch die Rolle des Produzenten an. Das sind Kreative, die selbst bestimmen. Und die haben genau deshalb Erfolg. Wenn Deutschland endlich eine kulturpolitische Wende vollzieht und seine Künstler in einer Weise fördert und unterstützt, wie das z.B. in Frankreich der Fall ist, kann auch aus dem deutschen Film großes Kino werden.   Die vollständige Stellungnahme ist unter info@regieverband.de erhältlich.
 
Ansprechpartner: Geschäftsführer Steffen Schmidt, 0175-1827000 München - Ver?ntlicht von pressrelations.


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