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Entdeckung der zweitgrößten permanente Eisdecke in der Antarktis brachte neue Erkenntnisse der Landverteilung.
Am 31. Januar 1912 erreichte Wilhelm Filchner mit der zweiten deutschen Antarktisexpedition das nach ihm benannte Filchner-Ronne-Schelfeis in der Antarktis mit einer Fläche von 449000 qkm. Seine Arbeit zeigte, dass im Gegensatz zu damals gängigen Hypothesen wahrscheinlich eine Verbindung zwischen der Westantarktischen Halbinsel und der Ostantarktis bestand. Das Weddellmeer konnte erstmals in seiner Ausdehnung abgeschätzt werden und entwickelte sich zum bevorzugten Gebiet der deutschen Antarktisforschung.
Das Schelfeis bedeckt eine große Bucht des Weddell-Meeres, dazu gehören das im Süden liegende Edith-Ronne-Land und das im Westen liegende Palmerland der Antarktische Halbinsel sowie das im Osten liegende Coatsland, auf den sich die Belgrano-II-Station befindet. Das Filchner-Ronne-Schelfeis wird oft auch auf vielen Karten als zwei einzelnen Schelfeise dargestellt, als Ronne Schelfeis und Filchner-Schelfeis. Die Trennung beider Teile wird bei den Berkner Insel dargestellt, die vom Filchner-Ronne-Schelfeis eingeschlossen sind, wobei die Grenzen der einzelnen Schelfeise nicht genau festzulegen sind.
Bis zu 20 Meter hoch ragte die Eisbarriere aus dem Meer, die dem Forschungsschiff Deutschland vor 100 Jahren bei fast 78 Grad Süd im antarktischen Weddellmeer den weiteren Weg nach Süden versperrte. Expeditionsleiter Wilhelm Filchner erkundete die Region in den folgenden Wochen. Dabei kam er zu der Erkenntnis, dass es sich um Schelfeis handelt: eine riesige Platte aus Eis die mit der Eiskappe der Antarktis fest verbunden ist und auf dem Meer schwimmt.
Zusätzlich entdeckte er mehrere Nunataka: aus dem Eis herausragende Felsen. Für Filchner der Hinweis, dass der untersuchte Sektor zwischen 30 und 42 Grad West auch Festlandcharakter hat. Damit machte Filchner die Hypothese einiger Geographen seiner Zeit, es gäbe einen Meeresarm, der die Ostantarktis von der Westantarktischen Halbinsel trenne, sehr unwahrscheinlich, erläutert Dr. Reinhard Krause, Wissenschaftshistoriker am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft, eines der Hauptziele der Expedition.
Filchner gewann auch noch umfangreiche meteorologische und ozeanographische Daten aus dem Weddellmeer. Ursprünglich hatte er geplant, mit seiner Mannschaft auf dem Schelfeis zu überwintern. Der Teil des Eises, auf dem die Expeditionsteilnehmer eine Station dafür gebaut hatten, brach jedoch bei einer Springflut ab. So traten Filchner und sein Team am 4. März 1912 auf dem Forschungsschiff Deutschland die Flucht vor dem antarktischen Winter in Richtung Südgeorgien an. Die Insel erreichten sie aber erst acht Monate später im folgenden Südsommer, am 19. Dezember 1912: Sie waren mit ihrem Schiff im dichten Packeis des Weddellmeeres festgefroren und überwinterten an Bord.
Mehr Informationen:
Stiftung Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung
in der Helmholtz-Gemeinschaft
Tel.: 0471 / 4831-0
info@awi.de
www.awi.de
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