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Maserati ist auf dem Weg von Cadiz nach San Salvador.
Seit Donnerstag (2. Februar) um 12.50 Uhr und acht Sekunden läuft die Zeit: Genau dann startete Hochseesegler Boris Herrmann als Navigator des italienischen Skippers Giovanni Soldini mit der 21 Meter langen Hightechyacht Maserati seine erste von drei Rekordfahrten auf dem Atlantik. Bei starken Nordwestwinden verließ die achtköpfige, internationale Crew den spanischen Hafen von Cadiz und nahm Kurs auf San Salvador/Bahamas. Die 3.884,8 Seemeilen (mehr als 7.000 Kilometer) entfernte Karibikinsel soll in etwa zwölf Tagen erreicht werden. Im April will der 30-jährige Oldenburger, der voriges Jahr als erster Deutscher beim Barcelona World Race non-stop um die Welt Fünfter wurde, mit dem Team den prestigeträchtigsten Streckenrekord von New York nach Lizard Point (Großbritannien) angreifen und den Atlantik von West nach Ost in sechs Tagen überqueren.
Die Bedingungen sind ideal. Der Wind hat auf Nordwest gedreht und weht mit Stärke sechs. Das Boot läuft rund 20 Knoten, meldete Boris Herrmann kurz nach dem Start, der vormittags noch einmal um zwei Stunden verschoben worden war, weil auf den Durchzug einer Kaltfront gewartet wurde. Als Navigator ist Herrmann für die Wetteranalyse zuständig und hatte den günstigsten Zeitpunkt für Donnerstagmittag identifiziert. Erst zwei Tage zuvor war die Maserati aus Italien überführt worden, wo sie über Winter für die Rekordfahrten getunt worden war. Die ehemalige VO70-Yacht Ericsson 3 ist leichter geworden und hat einen längeren Kiel bekommen.
Skipper Giovanni Soldini, der für das Projekt außerdem die Hauptpartner BSI und Generali gewann, gilt als bester und bekanntester Hochseesegler Italiens. Mit seinem ehemaligen Gegner aus der Class 40-Bootsklasse, Boris Herrmann, ist er seit vielen Jahren befreundet und schätzt dessen nautische Fähigkeiten: Boris hat das richtige, strategische Gespür und Know-how für solche Langstrecken. Wir waren uns sofort einig, dass wir jetzt losmüssen. Denn das Azorenhoch hat sich so positioniert, dass es uns eine schnelle erste Hälfte ermöglichst. Der Auftakt gab ihnen schon mal Recht. Die bisher meist als Solosegler oder in Zweimanncrews aktiven Soldini und Herrmann werden vom Americas Cup-erfahrenen Brad Van Liew aus den USA und dem Spanier David Vera als Wachführern sowie vier Italienern unterstützt.
Die Rekordfahrten werden vom World Speed Sailing Record Council WSSRC offiziell überwacht. Es hatte eigens eine Abordnung nach Cadiz entsandt, die eine Startlinie auslegte und die Zeit nahm. Bislang steht auf der Strecke, die Christopher Columbus am 3. August 1492 segelte, als er einen neuen Handelsseeweg nach Indien entdecken wollte, noch keine Rekordzeit für Einrumpfboote zu Buche. Einziger Wegpunkt ist Gran Canaria; die Kanarische Insel muss an Backbord passiert werden. Die Bestzeit durch Frank Cammas Trimaran Groupama mit knapp siebeneinhalb Tagen aus 2007 ist nicht vergleichbar, da die Mehrrumpfboote bauartbedingt schneller sind. Hier wird die Maserati für den ersten Eintrag sorgen.
Gleiches gilt für die zweite Strecke über 947 Seemeilen von Miami/Florida nach New York, die im März angegangen werden soll. Die größte Herausforderung wartet dagegen auf dem Nordatlantik. Exakt 2.925 Seemeilen ist die Strecke vom Ambrose-Leuchtturm vor New York nach Lizard Point, der Südwestecke Großbritanniens, lang. Sechs Tage, 17 Stunden, 52 Minuten und 37 Sekunden sind zu unterbieten, 18,05 Knoten im Schnitt, aufgestellt 2003 von der doppelt so langen, britischen Mega-Yacht Mari Cha IV. Außerdem haben Soldini und Herrmann den 24-Stunden-Weltrekord im Visier. Den hält der Brasilianer Torben Grael seit 2008 mit der VO70 Ericsson 4, als er 596,6 Seemeilen, das sind 1.100 Kilometer, an einem Tag schaffte. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 24,85 Knoten, entsprechend fast 46 km/h.
Die Rekordfahrt der Maserati ist im Internet unter www.maserati.soldini.it zu verfolgen. News werden auch über den Twitter-Account und die Facebook-Seite von Boris Herrmann verbreitet.
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