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Ausmaß einer Umweltkatastrophe - Experten diskutieren in Berlin die Folgen der Austrocknung des Aralsees

Düsseldorf, Pressemitteilung vom 27.05.2010 12:41:10

Ausmaß einer Umweltkatastrophe - Experten diskutieren in Berlin die Folgen der Austrocknung des Aralsees

Bonn (pressrelations) - Ausmaß einer Umweltkatastrophe - Experten diskutieren in Berlin die Folgen der Austrocknung des Aralsees


Berlin - Der Aralsee in Zentralasien hat seit 1950 rund 90 Prozent seiner Wassermenge verloren. Die Austrocknung, verursacht durch die übermäßige landwirtschaftliche Bewässerung, hat Folgen für Mensch und Natur. Über Auswege aus der Katastrophe sprachen am Mittwochabend Fachleute aus Wissenschaft, Umwelt und Politik. Unter dem Titel "Aralsee. Aus Wasser wird Wüste - Leben mit der Umweltkatastrophe" hatten der NABU und die kasachische Botschaft nach Berlin geladen.

Der Aralsee war einst der viertgrößte Binnensee der Erde und reich an biologischer Artenvielfalt. Bis man für die systematische Bewässerung die beiden Zuströme Amudarja und Syrdarja abgezweigte. Die folgende Austrocknung des Sees führte zur Bildung der salzhaltigen Aralkumwüste.
Infolgedessen verschwanden rund 20 Tier- und Pflanzenarten. In der Region wurden viele landwirtschaftliche Flächen unfruchtbar, die Zahl der Krankheits- und Todesfälle erreichte 2009 einen neuen Höchststand.

Der Schirmherr der Veranstaltung, Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen, erklärte dazu in einer schriftlichen Mitteilung: "Mit Besorgnis habe ich die Entwicklung des Aralsees über die letzten Jahre und Jahrzehnte verfolgt. Einer der größten Binnenseen der Erde hat in rasanter Geschwindigkeit Dreiviertel seiner ursprünglichen Größe eingebüßt. Es ist keine Übertreibung, wenn wir angesichts des dramatischen Ausmaßes von einer Umweltkatastrophe sprechen". Röttgen begrüßte daher die Maßnahmen, die die Republik Kasachstan in der Vergangenheit zur Rettung des Aralsees unternommen hat.

Dennoch schreiten nach Expertenaussagen die Austrocknung und die Verwüstung der Region schneller voran als die Maßnahmen, die zu ihrer Rettung getroffen werden. Erste Bemühungen gibt es seit 1993. Sie führten unter anderem zur Gründung des "International Fund for Saving the Aral Sea". Mittlerweile läuft das ASBP-2-Programm ("Aral Sea Basin
Program") zur Verbesserung der ökologischen und sozio-ökonomischen Situation der Aralsee-Region. "Die Austrocknung des Aralsees ist ein weltweites Symbol der fortschreitenden Wüstenbildung, die durch den Klimawandel noch beschleunigt wird. Im Vorfeld der nächsten internationalen Verhandlungen unter der Klimarahmenkonvention, die in fünf Tagen in Bonn beginnen, müssen wir auch das Schicksal des Aralsees wieder stärker in das Gedächtnis der Weltöffentlichkeit rücken", so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Darüber hinaus sei eine stärkere internationale Zusammenarbeit zur Rettung der Region nötig. Der Umweltminister der Republik Kasachstan, Nurgali Ashimov, betonte: "Priorität haben in den nächsten zehn Jahren die Aufrechterhaltung des Wasserspiegels und die Verringerung des Austrocknungstempos des Aralsees. Ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit ist die Entwicklung der multilateralen Zusammenarbeit zwischen den zentralasiatischen Staaten. Während des diesjährigen Vorsitzes Kasachstans in der OSZE möchten wir darüber hinaus die Aralsee-Problematik weiter in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken."


Für Rückfragen:
Thomas Tennhardt, NABU-Vizepräsident und Leiter des Fachbereichs Internationales, Tel. 030-284984-1721.

Im Internet unter www.NABU.de


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