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(idw) Internationale Konferenz "Bibliographie und Kulturtransfer"

Düsseldorf, Pressemitteilung vom 15.11.2007 13:01:00

(idw) Internationale Konferenz "Bibliographie und Kulturtransfer"

Moritz Steinschneider (1816-1907) ist einer der herausragenden Gelehrten des 19. Jahrhunderts, der die Geschichte der philosophischen und wissenschaftlichen Literatur des Mittelalters und ihre Einbettung in die kulturellen Prozesse der Überlieferung erforschte. Sein besonderes Interesse galt der jüdischen Literatur, so ist sein zentrales Werk Die hebräischen Übersetzungen des Mittelalters und die Juden als Dolmetscher (Berlin 1893) bis heute unübertroffen. Auch seine Arbeiten zur arabischen Literatur sind nach wie vor von grundlegender Bedeutung.
 
Viele Jahre arbeitete Steinschneider an der Königlichen Bibliothek in Berlin, heute Staatsbibliothek zu Berlin, wo er in der kommenden Woche mit der Ausrichtung der Konferenz Bibliographie und Kulturtransfer und einer kleinen Ausstellung gewürdigt wird.Das Hauptinteresse Moritz Steinschneiders galt stets der Geschichte des Kulturtransferprozesses, der kreativen Rezeption und der Weiterentwicklung von Ideen und Konzepten, die ihren Ursprung im antiken Griechenland hatten und in einer Vielzahl von Nationalsprachen und Kulturen des Mittelalters fortlebten und weiterentwickelt wurden. Er erstellte umfassende und systematische Bibliographien zur arabischen und hebräischen Literatur des Mittelalters und verfasste vielfältige Werke zur wissenschaftlichen Produktivität jener Zeit. Seine zahlreichen Arbeiten - über 1.400 Werke in sechs Sprachen - standen stets im Kontext der europäisch-vorderorientalischen Kultur und dienen bis heute als grundlegende Untersuchungen zu den Prozessen interkultureller Überlieferung.Der 100. Todestag Steinschneiders in diesem Jahr ist Anlass für zahlreiche Wissenschaftler aus acht Ländern, sich vom 20. bis 22.
 
November 2007 in der hochkarätig besetzten Konferenz Bibliographie und Kulturtransfer in Berlin mit dem Werk des "Vaters der Hebräischen Bibliographie" und dessen Wirkung in der Wissenschaft zu befassen. Konzipiert wurde die Tagung von Prof. Dr. Gad Freudenthal aus Paris und Frau Dr. Rachel Heuberger aus Frankfurt a. M. mit Hilfe eines wissenschaftlichen Komitees. Seitens der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung und anderer Stiftungen wird die Ausrichtung der Konferenz großzügig unterstützt.Die Konferenz repräsentiert ein weites Spektrum der Befassung mit Moritz Steinschneider und seinem Wirken: Nicht allein der Mensch Steinschneider, seine außerordentlichen Leistungen beim Aufbau und der Katalogisierung hebräischer Sammlungen an den großen Bibliotheken in Berlin, Oxford, Leiden, München und Hamburg werden gewürdigt. Weitere Beiträge der Konferenz beleuchten das gelehrte, soziale und politische Umfeld Steinschneiders im 19. Jahrhundert, in welchem er seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen erbrachte.
 
Schließlich wird ein besonderes Augenmerk auf das Phänomen des Kulturtransfers gelegt, welches stets im Zentrum des Interesses von Steinschneider stand. Mit Blick auf die Zukunft werden die Teilnehmer der Konferenz auch die künftigen theoretischen und technologischen Grundlagen der Informationsvermittlung diskutieren und sich mit dem fortdauernden Wert des Mediums "Bibliographie" im Zeitalter von Internet und Digitalisierung und den damit verbundenen qualitativen und quantitativen Veränderungen von Bibliographien befassen. Die Referenten der Konferenz kommen aus Tel Aviv, Jerusalem, Beer Sheva, Ramat-Gan, New York, Evanston, Dallas, Chicago, Oklahoma, Maryland, Budapest, Paris, London, Basel, Amsterdam, Leiden, Frankfurt a. M., Mainz, Düsseldorf, Leipzig, Bochum und Berlin. Die Vorträge werden überwiegend in Englisch gehalten.Während der feierlichen Eröffnung der Konferenz am Abend des 20.
 
November 2007 zeichnet der Professor of Jewish History, Ismar Schorsch, mit seinem Vortrag "The Vision Beyond the Books" die Lebensleistung Moritz Steinschneiders nach (Vortrag in Englisch). Im zweiten Vortrag des Abends befasst sich Prof. Dr. Gerhard Endreß von der Ruhr-Universität Bochum mit "Kulturtransfer als Lehrüberlieferung: Moritz Steinschneider und "Die Juden als Dolmetscher".Das vollständige Konferenz-Programm finden Sie unter der Internetadresse http://staatsbibliothek-berlin.de/steinschneider-conference Achtung: Die Konferenzsprache ist überwiegend EnglischFür Ihre Berichterstattung melden Sie sich bitte an beibirte.timmermann@sbb.spk-berlin.de  oder jeanette.lamble@sbb.spk-berlin.de Konferenz: Dienstag, 20. November - Donnerstag, 22. November 2007jeweils 9.00/9.30 bis 18.30 UhrHaus Potsdamer Straße 33, Simon-Bolivar-Saal>> Abendveranstaltung mit Empfang: Dienstag, 20. November 200718.45 Uhr bis ca. 20 Uhr Ansprachen20.00 Uhr bis ca. 21.
 
30 Buffett ReceptionHaus Potsdamer Straße 33, 10785 BerlinAusstellungsraumBegrüßungen und Reden:Dr. Rachel Heuberger | Leiterin der Judaica Abteilung der Universitätsbibliothek Frankfurt a.M.Prof. Dr. h. c. mult. Klaus G. Saur | Vorsitzender der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V., Geschäftsführender Gesellschafter der Verlage deGryuter, K.G. Saur, Mouton, Max NiemeyerProf. Dr. Ismar Schorsch | Chancellor Emeritus of The Jewish Theological Seminary, New York, an Rabbi Herman Abramowitz Professor of Jewish History: Moritz Steinschneider: The Vision Beyond the BooksProf. Dr.
 
Gerhard Endreß | Seminar für Orientalistik und Islamwissenschaften, Ruhr-Universität Bochum: Kulturtransfer als Lehrüberlieferung: Moritz Steinschneider und "Die Juden als Dolmetscher">> Ausstellung"Moritz Steinschneider - Wissenschaftler und Begründer der hebräischen Bibliographie"Eröffnung während der Abendveranstaltung am 20. November 2007für Publikum geöffnet Mittwoch, 21. November - Samstag, 24. November 2007Haus Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin, Ausstellungsraum11 bis 18 Uhr, Eintritt freiDie 470 Bände umfassende Berliner Sammlung hebräischer Handschriften ist eine der bedeutendsten in Deutschland. Wenngleich von der Anzahl her nicht groß, so ist doch die qualitative Zusammensetzung der Sammlung hervorragend. Zahlreiche Unikate sind darunter, einige davon in der kleinen Ausstellung: Die vierbändige Rösel-Bibel (benannt nach der früheren Besitzerin, die 1692 die Bibel der Bibliothek schenkte), im 13./14. Jh. auf Pergament geschrieben, eröffnete einst die Sammlung an Foliobänden.
 
Eine Sammelhandschrift mit astronomisch-mathematischen Abhandlungen, ein Konvolut von Manuskripten naturwissenschaftlich-medizinischen Inhalts, ein anonymes Fiebertraktat aus dem 13. Jh. auf Pergament und anderes sind zu sehen. Außerdem zahlreiche Zeugnisse des Wirkens Moritz Steinschneiders, so sein Autograph der ersten Abteilung des Berliner Handschriftenkatalogs, seine Beschreibung der Rösel-Bibel sowie ein Exemplar des auf Latein verfassten Katalogs der hebräischen Buchbestände der berühmten Bodleian-Bibliothek in Oxford.    .


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